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Der Orient · 1849-06-16 · 24 (16.6.1849) · p. Spalte 383-384

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
24 (16.6.1849)
Date
1849-06-16
Page
Spalte 383-384 (sequence 8)
Language
German
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383 Ankündigungen. 384 129 von der Beschneidung, behaupten will, daß letztere unter Andern auch tzle Stelle eines Menschenopfers vertreten solle, ist zu lächerlich, als daß diese Behauptung einer Widerlegung verdiene. Hören wir seine Gründe. „Berücksichtigen mc nun noch die Gebräuche bei der Beschneidung, so zeigen auch diese, daß dieser Ritus die Stelle eines Menschenopfers vertreten solle. In sehr vielen (?) Gemeinden wird die abgeschnittene Vorhaut verbrannt (?) und dieses Verbrennen deutet offenbar,auf ein Opfer/' — Schreiber dieses hätte gern gewünscht, daß der Vers, auch nur eine einzige Gemeinde, die die abgcschnittene Vorhaut verbrenne, namhaft gemacht hättez da seines Wissens, dieser Gebrauch weder in Europa, noch in den andern Weltgegenden unter den Juden staltsindet; das Einzige, was er davon weiß, ist, daß Einige dieselbe m Erde oder Asche zu vergraben pflegen, um dadurch symbolisch den dem Abraham von Gott verheißenen Segen anzudeutm, nach welchem seine Nachkommen sich wie Sandstaub vermehren worden. — Dann fahr, er fort: ,.Ferner führt auf die alten Menschenopfer und auf den Genuß des Menschenblutrs bei diesen Opfern, der überall übliche Gebrauch zurück, dm Mund voll Wein zu nehmen, und dem Kinde das Blut aus der Wunde zu saugen. Unrein soll das Blut sein, man soll es nicht mit dem Munde berühren dürfen, (?) und doch saugt der Rabbi Menschenblut ans der Schnittwunde des Kindes! er spuckt es Zwar wieder aus, aber gleichwohl verkündet diese Ceremonie ihren Ursprung deutlich genug; man ließ nämlich in alter Zeit von dem Opferblute in einen Becher Wein laufen' und trank in die Wunde, um sich-der Versöhnung theilhaftig zu machen; und dieser Gebrauch hat sich nun bei d.cr! Beschneidung, wo das dabei vergossene Blut als Bundeszeij chen betrachtet wurde, dahin umgeftallet, daß der Rabbi dm * Wein in den Mund nimmt und ihn hier mit dem Opferblute vermischt. Dazu kommt noch, daß man sich mit diesem Blute wäscht (?!), so wie die Opfernden zur Enftündigung, von dem Priester mit dem Opferblute gewaschen werden. Brück (Pharisäische Volkssitten und Ritualien Frankfurt, 1840. S. 25) sogt: Einige, die auch das Beschneidungsblut fiir heilig hielten, ließen das Kind über Wasser (?!) batten, damit das Blut hineinfließe, und die Umstehenden wuschen dann ihre Gesichter mit diesem Blutwaffer (?!)/' Brauchen wir noch verwundernd anzudeuten, daß der Versafstr dem unschuldigen Aussaugen der Schnittwunde, der sogenannten Meziza, deren Zweck doch allgemein bekannt ist, nämlich lediglich um die Folgen einer Entzündung vorzubeugen, einen eben so abenteuerlichen, als possirlichen Zweck unterschieben konnte, der nie einem Juden in den Sinn gekommen ist; oder verdient die Faselei seines Gewährsmanns, Brück's, daß die Juden sich gar mit dem Blutwasscr der Beschneidung ihre Gesichter wuschen, irgend welche Beach'ung, da Jedermann weiß, daß diese Behauptung aus der Luft gerissen ist. — Was übrigens der Vers, auszusetzen hat, daß der Rabbi, trotzdem den Juden das Blut als unrein verboten ist und sie es nicht mit dem Munde berühren dürfen, dennoch das Blut aus der Schnittwunde sauge, so ist zu bemerken, daß nach rabbinischer Vorschrift, Menschenblut nur danu in den Mund zu nehmen unerlaubt ist, wenn es sich bereits als geflossen ,a nß e r ha l b des Kö rp er t h e il es befindet (p# )JÖÖ EH'id), was aber beim unmittelbaren Aussaugen der , Schnittwunde nicht der Fall ist, da das Mut sich ja eben j noch an und in der Wunde befindet (Vergl. Tr. Kritot 21 j und Jore-Dea §♦ 66, IQj^ —! ' (Fortsetzung folgt). In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller An, besonders in so wen sie jüdische und orienralische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [54] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu beziehen! m ' N : Hiob» Praktische P hil o sp h ie oder klare Darstellung der im Buch Hiob obwaltenden Ideen; nebst wortgetreuer, rhythmisch gegliedert-er Uebcrschung und fortlaufeudetn Kommentar. Allg.emein faßlich bearbeitet von Dr. Moritz Äöwezrthal. Dieses Buch enthält, neben der von namhaften Gelehrten gerühmten Uebersetzung, einen sehr I orr e kten h e b r ci isch e n Text, und dürfte demnach auch jedem christlichen Thevlogen zu empfehlen sein. Der Preis, für ein broschirtes Exemplar ist 1 Thlr. 16 Ngr. oder 2 fl. 42 36. auf Druckp.; und 2 Thlr. oder 3 fl. 30 36. auf feinem Maschinenpapier. I V'r d":30v6 itrpvi iD.va. Abhandlirug über die Einheit. Aus dem Arabischen des R. Wloft® hext Maimorr hebräisch von R. Zsaak ben Na tan. Zitm ersten Mal herausgcgebeu, nebst sachlichen und-sprachlichen'Erläutertmgen und einer deutschen Inhaltsübersicht von M.Steittfchneider. Nebst einem - Sendschreiben an den Herausgeber von Sr. Ehrw. Hrn. Rabb. S. L. Rapaport. Brosch. Pr. 10 Ngr. Den Freunden der mittelalterlichen Philosophie, den Verehrern des großen Maimuni übergeben wir eine bis jetzt unbekannt gewesene Schrift des Cordovaischeu Aristoteles mit interessanten Erläuterungen versehen. Verlag von C. L. F r i tz s ch e. Redakteur: Dr. I u i. F u r st. Druck von I. H. Nagel,

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