Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 24 (16.6.1849)
- Date
- 1849-06-16
- Page
- Spalte 371-372 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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371 372 Studien. Die Opfernamen. Bei suoruiö agnorates; hmgegm übersetzt Clericus selbst rri^n durch Yiclimam celebrationis (Lev. 7, 12; Gen. 29, 35), die V ulgata durch actlonem ZoMarum und LXX durch tcsqialvsöscog (8cü. ibid,). Das deutsche ,,Dankopfer" schließt alle diese Nüaneirungeil in sich. —..ml von geloben", wodurch das -Thier zum Opfer bestimmt wird, analog der arabischen Formel des Gelübdes: \^S' (vergl. ® oliue ibid p. 2525); nie aber heißt das Verbuin: das Gelübde abtragen, wie Einige meinen (vergl. Bae.hr a. a. O. S. 275), denn hierfür wird TU dW gebraucht. — nru von ,,freiwillig schenken". Die Darbringung des Opfers ist von keinem Gesetze und keiner vorangegangerren erhaltenen Wohlthat, sondern einzig von dem Witten des Menschen abhängig; in diesem Einen wird auch rby (Ezech. 46, 12) eine nmi und (2 Chron. 29, 31) der Spender von n^y ein 2b DmT ■genannt. — Die Rabbinen (Mischn.Kinmm 1, 1) bezeichnen auch rpiJ als Gelübdeopfer und unterscheiden die Formel U von 'by nn; sie machten außerdem den Unterschied zwischen min und ml, daß Ersteres zwar ein Gelübdeopfer, doch nur nach vorangegangener erhaltener Lüohlthat, wie der Errettung vom Schiffbruch, von einer Krankheit re. gebracht, letzteres hingegen ohne jene vorangegange Wohlthat angelobt werde (vergl. Raschi zu L<w. 7, 12); allein abgerechnet, daß jener erste Unterschied, ohne eine voraus zu setzende mögliche Tradition, sprachlich durchaus nicht begrüdet ist, so fragt es sich noch, wie die Schelamimopfer für die Gesammtheit des Volkes, die am Schebuotfeste gebracht wurde, /erklärt werden können? nmn kennten es nicht sein, da sie an einen bestimmten Zeitpunkt, nicht aber an eine "bestimmte vvrangegangene Wohlthat geknüpft sind, ebensowenig können sie als DmJ und nCTJ betrachtet werden, da doch bei einer Gesammtheit von einem gemachten Gelübde nicht gut die Rede sein kann: oder sollte ein Stellvertreter, etwa der Hochpriester die Gelübdeformel ausgesprochen haben? Dies ist um so welliger annehmbar, da von dieser priesterlichen Funktion nirgends eine Spur vorhanden ist. — Die Rabbinen nennen jene Schelamim nmn 'obw) allein soll jedes obw erst in Folge eines Gelübdes stattsinden, dann wäre man gewisser Maßen zur Ablegung eines Gelübdes gesetzlich verpflichtet, was doch sicherlich nicht angelst. — Nach mnserer Erklärung wären jene Schelamim nmn,. durch welche das Dant'gefühl gegen Gott wegen der vollendeten Getreideernte ausgedrückt wird^ und welche nur darin von den Privat-Dankopsirn sich unterscheiden, daß 1) Die drei Hauptftfte neben der historischen Bedeutung auch die Naturfeste, hierauf fuhren die Namen , fpDltn r THpn vergl. die Schrift meines Bruders A. bei ihnon die dreifach - getheiltc! Mahhclt ztvischen Altar, Priester und Herrn fehlte. In sprachlicher Beziehung muß berücksichtigt werden , daß aus jede der drei besonderen Gattungen speeiett sich bezieht, so auf rmn (2 Chron. 29, 31—35), „auf mJ (Num.. 6, 18—21) und 2 Chron. 33, 16 muß es aus mm: bezogen, werden, da min ausdrücklich daselbst erwähnt und für die Beziehung aus mj kein Grund vorhanden ist. — Der letzterwähnte Umstand beseitigt eine scheinbare Schwierigkeit, durch welche neuere nahm haste Gelehrte zu den eigenthümlichstcn Ansichten verleitet wurden. Man glaubte nämlich in Stellen , wie Nicht. 20, 26; 21, 4 tu a., wo unter unerfreulichen Verhältnissen gebracht wurden, in der Natur dieser Opfer einen Widerspruch mit den mosaischen Schriften zu sehen, deßhalb meint Gcsenins (WB. und übw), daß die eigentliche Natur der Friedensopfer zur Nichterzeit aus Vernachläßigung des Kultus in Vergessenheit gekommen fei, dieser Ansicht entgegengesetzt behauptet Gr am b e r g (bei Scholl: Stnd. d. Wrtinb. Geists. V. 1, S. 112), daß die wahre Natur dieser Opfer erst später nach (!) der Richterzeit entstanden sei; Scholl (a. a. O.) endlich nimmt das in jenen Stellen verkommende n6y als pars pro tolo und sieht darin nur Brand- und Sühnopfer; allein, sehen wir in gedächten Stellenunter nur ilint bezeichtiet, so ist jene Schwierigkeit gehoben, denn n^rn^ sind freie, vom eignen Willen des Menschen abhängige Gaben, wobei es gleichgiltig bleibt, ob sie unter freudigen oder traurigen Verhältnissen gebracht wurden und bei welchen, wie erwähnt, wenn sie für die 'Gesammtheit des Volks gebracht wurden, das eigentliche Charakteristische der Freude, die Mahlzeit fehlte. — 9) hohn ms heißt das Opfer -der roth.cn Kuh. .mO bildet den Uebergang von dem Zustand der n^y in npn, es kommt also darauf an, wie lange das Thier rtoy genannt wird. I onat h a n übersetzt in der Paraphr. zu' Gen. 15/ 9 n^Vt2 n^y durch nm tibsy plitf rfrn > allein abgesehen, daß Jonathan sich darin widerspricht, indem . er rm zu Num. 19, 2 umschrei- Lewysohn DUniD mpo?- 49,. S. 79 und George, die altern jüdischen Feste S. 276 ff. 2) Die dreifache Theilung des Mahles ist der Grund, weßhalb nicht von Vögeln genommen werden, wie konnte aber der Arme, der sonst nur Vögel zu nehmen brauchte (Lev. 5, 11) jemals opfern, gab es doch Fälle/wo man zu solchen Opfern verpflichlet war? (vergl. Num. 6, 14.) 3) Gegen Scholl läßt sich noch bemerken, daß überall, wo Sühnopfer in der Thal gebracht wurden, diese ausdrücklich erwähnt werden, wie Esra 6, 17; 8, 35) 2 Chr. 29, 24. In der Stelle 2 Chron. 31, 2 kann unter mby? nur Brand-- und Fceudenpfer verstanden werden, da die dori erwähnte Funktion der Leviten (vergl. Rasch,' das.) allerdings nur auf diese Dpfer sich beschrankte. —