Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1849)
- Date
- 1849-06-09
- Page
- Seite 109 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien «nb Kritiken Xehnter Das Abonnement auf rin Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Buchbandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift trscbeinen wöchentlich das Literaturblatt mitgcrechnet, zwei Boqen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig» 1§49 eipzig, den 9. Jnm Inhalt. Deutschland's vereinigte Staaten. Frankfurts, d. O. Gemekndeweseu. Aus Mahren. Nebel; stände. Aus Mahren. Excesse. Berlin. Mischehen. Treubun'o. Gemeindewesen. Leipzig. Das „Morgenblatt". Sigmcrringen. Emancipation. Fr a n kf u rt a. M. Aus der Reimcbronik. Prag. Lämel. Katz. — Oesterreichische Neben- Lander. Brody. Spital. — Polen und Rußl and. Odessa. Ueber Schulen und Kultur. — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Frankfurt a. d. D-, dm 11. Mai. Ich habe heute meinen letzten Bericht mit der Mittheitnng zu vervollständigen, daß im Folge des Cirknlars von Seiten des Gesammtvorstands der bedeutend größere Theil der Gemeindemitglieder mit den gemachten Vorschlägen zufrieden zu sein sich erklärte und sind die Reverse mit den znstimmenden Unterschriften zu den halben Beiträgen zahlreich beim. Vorsteher eingelanfen. Mag das Beispiel der hiesigen Gemeinde nicht ohne Nachahmung bleiben! —- Meine daselbst gemachte Mitteilung muß ich dahin berichtigen, daß die Entbindung jenes Mädchens nicht im j n d i sch e n Hospital, sondern in einer Privatwohmmg stattfand. Nach einem nochmaligen Gesuche, an das Ministerium, wurde die Mutter dahin beschieden, daß dem Vater eines unehelichen Kindes die Besngniß über die Tanfweise zu bestimme!, nicht znstehe, der Mutter hingegen und beziehungsweise dem Vormund dieses Recht nicht abgesprochen wird. Dr. L. Levysohn. Aus Mahren, im Mai. Ich habe auch etwas über unsere rituelle Ungleichberechtigung mitzutheiten. 'yo&y und ]nvvn OfTHD sind noch nicht emancipirt! Zwar wird jeder höfliche Mensch, der die Offerte einer tiefen Verbeugung eingebracht, zur öffentlichen Feilbietung zugetassen, kann aber die erkaufte Realität unmöglich selbst benutzen, wenn er rucht Inhaber der goldenen Tapferkeits-Medaille eines ist. Er kann damit einen dazu Befähigten beehren, und erhält eine Verbeugung wieder zurück. Man geht aber jctzlmit.VercheilnnA dieser Medaillen sehr liberal um. Früher erlangte man diese Ehreubczeigung erst, wenn man 2— 3 Jahre in Ehe- und Wehestand war, oder als lediger Gelehrter, wenn stch Jemand z. B. auf dem Kriegsschauplätze des Pilpnls auszeichnete, wenn er bei einer gehaltenen Derafcha den Rabbiner ungehalten machte, indem er die Offensive ergriff, und einige Bomben hineinwarf, damit seine Tapferkeit und sein Heldenmuts) von allen, ja, sogar von den von der Gallerie herunter sehenden Weibern gerühmt werde. Jetzt hingegen geschiehet fast bei jedem -on "p DJpi : rropJ ntswn auf einmal, und die Hochzeit ist die höchste Zeit zur Erlangung dieser Ehre; man schenkt ihm gleich bei der Trauung das Zutrauen unter freiem Himmel, und der beglückte Bräutigam muß sich bei der Heirath unwillkürlich von dem bewährten Spruche: DW N'3 tan und von der tiefen Empfindung eines geistreichen deutschen Dichters: „Das Auge stehet den Himmel offen, und das Herz schwelgt in Seligkeit,^ überzeugen. In einigen Gemeinden hat ein zeitgemäßer Verstand den Entschluß gefaßt, das sogenannte Schulklopsei: anfzuhebeu, und sich lieber nut der Uhr zu begnügen. Die ultra-orthodoxe Partei, die an dem groben Hannncrschlag gewohnte Mücke in der Titus-Nase, hat Protest dagegen eingelegt; da sie nicht im Einklang mit der 2ä