Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 21 (26.5.1849)
- Date
- 1849-05-26
- Page
- Spalte 333-334 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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333 Studien. Aphorismen. 334 5) Bekanntlich benutzt eine gewisse Partei die Stelle Haggai 2, 9 zu ihrem Zwecke, indem sie pinNi ,,das letzte (Hans)" übersetzen, auch im Svhar (irren wir nicht , so ist es in P. Pinchas), wird hierüber eine Frage aufgeworfen; allein [DIN heißt durchaus nicht ausschließlich ,,der Letzte" man vergl. Deut. 24, 3, wo es unbestimmt ist, ob der zweite auch der letzte Mann war; Exod. 4, 8 folgt auf das pinni IN noch ein drittes Wunderzeichen und Gen. 33, 2 kann das erste: COHN natürlich nicht ,,die Letzten" heißen. Man merke hier auf die Worte Raschis (a. d. S.);ilitt 2G1;111N. — 6) Bei dem Namen I3n 13 12 121 kann man zweifelhaft sein, ob mi Sohn des un 12 oder Enkel des rpn war. Raschi kommentirt zu Gittin fol. 57 Q'111* w DD> *p , NSDp 22) NMDp, wonach 22 ein Theil des prop. ist; vergl. jedoch Berti noro zu Abot 4, 1, der nuter NON }2 , iy p den Sohn des u. s. w. versteht, vergl. auch Tofafvt Jour Tob zu Älbot 5, 22. — 8) Das rabbmische — ym^xQia wird bekanntlich itt den meisten Stellen ans den Zahleuwcrth einzelner Buchstaben oder Worterangewendet; tieferfaßt es R. Lippmann Heller (in Tosafot Jom Tob zu Abot 3, 18) auf, er sagt: W? om i^ND'i omii *13301 ]'OOT *j'jy, er will an dieser Stelle gegen Berttnoro die N'iDDJ als iD2i!? ni&xiDiD in jenem weitern Sinne bezeichnet wissen, was vollkommen richtig ist, wie ein Gewährsmann wie Jbn Esra(zuDan. 2, 31) sich ausdrückt: irniNi in m8oi o'mwnn b nn nyii hin tei Nnooy p^rp* — 9) Den Beinamen des Engels piDDO, welcher i^ MDI lautet, erklärt N. Elia Levita (Tischbi fol. 53, col. 1) mit den Worten: dpdin 00D1 ip jnöüD ion3 i^yi ityn* ^on md Ton inhi >s^di nw V1VJ N’IOD'JQ pTODO )21 DDO ÜÜW 121p2. W O; die Sachbedcntung liegt jedoch schon in dem Hanptnamen; denn piDOO besteht bekanntlich ans und 'ftpovog, so daß D\3Di iti/ gewissermaßen nur Apposition des Eigennamens ist. — Andere leiten den Namen von ^vvzcoq, oder fisvwYjQ ab, so R. Bechai (zu P. Mischpatim fol. 98, col. 4), er sagt: DtßOP 'üb Hin DDG Nip3 , nbm ihn tti.ii u\)y by omon ii3id^w d^dj in : rbmn rby2 um bs pipw D^oon prta piN , iiddso : x\hwb pupt^ p \wbo nbur , 131100 rnotyo 01.111 g rnw po6o piy bfo* nyi HDD; allein weder Form noch Bedeutung des griechischen Wortes passen zu jenen Namen, ^svvtoqq heißt: Verräther, welche Eigenschaft eher dem Satan angehört, als dem Metcüron, der zu den guten Engeln gehört. — 10) Das Gebet ü^bcb nyiz-m;ni3l wurde ncitürlich zur Zeit der absoluten Monarchien verfaßt (es findet sich in der Siddnr-Anögabe Ff. a. M. —^688 und schon früher) und selbst zu dieser Zeit wurde das Gebet neben dem regierenden Laiidesherrn noch auf die Räthe der Krone, so wie auf die Beamten im Staate ausgedehnt, vergl. Tosafot Jom, Tob zu Abot I, 2; sollte eS nicht an der Zeit sein , dies Gebet in den- Gemeinden, welche jetzt in konstitutionellen Staaten vorhanden sind, zeitgemäß zu ändern. Sätze wie D^oy 121* i^n nnn, oder wzh irö* (vergl. bes. Magen Abraham zu Orach Chajim tz. 284, 7) stimmen doch sicherlich nicht mit der Richtung unserer Zeit überein. — Was übrigens R. Lippmann Heller an jener Stelle sagt: V2W ay 1^01 Nil ’nobü re. &b ."p^b) 1^01 Dl^KO ion ist sprachlich nicht begründet. Im Talmud Baba Batra fol. 15, ccl. 2, heißt es: b2 ni/O wo iyio tt^tt 13'tt nrvi iL7tt tt2r^ I2d0 ioitt.1 tt2c^1 ttiQ^O iODl diese eigenthümliche Exegese erklärt R. S a m n e t E d e t e s (Kommet;t. zu Cm Jakob), es soll irr tt2r^ ro*?0, wofür der Talmud ttii2^0 setzt, die regierende Königin von Saba bezeichnet sein, sie soll nicht zu Satomon als Frau des Königs von Saba, sondern als eigenmächtige Königin gekommen fein, wir sehen hieraus, daß im Talmudischen selbst durch 112^0, oder ftilD^D der Regent bezeichnet wird. — 11) Der Hr. Redakteur d. Bl. wies oben col. 259 gründlich nach, weshalb R. Schimon Vers, des Halachot Gedolot ^221 genannt wird; sollte aber dieser Namen nicht die Verrnnthung erregen, daß das dort vorkommende NN1L2 enttveder N11D2 (vergl. Esra 5, 12), oder (vergl. Dan. 5, 3V) heißen sott? In der erster/ Stelle ist unser Wort geradezu Apposition von dem vorangegangenen ^22 ^0. Freilich sind in beiden Stellen die stati emplialici unregelmäßig (man vergl. das K'ri zu beiden S.); allein bei der Mannigfaltigkeit der chaldäischcn Formbildung darf die Verschiedenheit nicht befremden, so wird das nomen co*nst. plE£f (Lev. 10, 14) von OnkeloS f von Jonathan ttplZL'; und umgekehrt (ibid. 7,""32) von Onkelos «ji-W, von I. ttpOJ der sind, nbsvl. -;io (ldiä. 26, 36) von O. #22?), von I. ^1DP3 J der stall, empli. (ibid.8, 6) von O. von I. io gebildet. — Darf der Kritiker eines antiguarischen Werkes eine Emendation wagen, so mag man ihm nicht verargen, wenn er an eine Buchstabenvnwechseümg denkt, für die ihn die grammatische Regel die Hand bietet. — Dr. L. Lewysoh n.