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Der Orient · 1849-05-26 · Heft 21 (26.5.1849) · p. Seite 101

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 21 (26.5.1849)
Date
1849-05-26
Page
Seite 101 (sequence 1)
Language
German
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. - Berichte, Studien und Zehnter für Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Manabonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen sottd. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Don dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. 1849. Leipzig, den 26 Fnhalt. Deutschland's vereinigte Staaten. Berlin. Mischehen. Kreuzzeitung. Frankfurt a. M. Aus der Reimchronik. Brünn. Faktische Emancipation. Leipzig. Die Juden m Ungarn. — Ungarn. Ofen. Die Gemeinde. Pesth. Anstrengungen der ungarischen Lüden. Kossuth. — Großbritannien. London. Verhandlungen im Unterhause über die Eid- Bill. — ÜB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Berlin, 15. Mai. In Folge der Freigebung und Unabhängigkeits-Erklämng der Konfessionen erblicken wir jetzt neben den Religionswechseln auch Misch-Ehen. Eine solche fand in diesen Tagen in dem Tempel der hiesigen Reform-Genossenschaft statt. Die Braut ist Jüdin, der Bräutigam Christ. Da sie sich beide mit der bloßen Civilehe nicht begnügen wollten, so wendeten sie sich zuerst wegen der religiösen Trauung vergeblich an mehrere christliche Prediger, worauf sie den Prediger der Reform-Genossenschaft Dr. H otdheim mit besserem Erfolge angingen. Unsere Kreuzzeitung, die schon so oft über denRadikalisinns der Juden Zeter schrie, ergießt sich in ihrem harmlosen Zuschauer über die Entartung der jüdischen Kanzel fotgenderweise: ,,Wenn man die Resormjudengemeinde besucht und die Predigten von Dr. Holdheim und Stern hört, so muß man eher glauben, in einem politischen Klubb, statt in einer religiösen Gesellschaft sich zu befinden. Von der Kanzel herab hört mau die Jünger der Volksbeglückung Robert Blum und die Gefallenen in Dresden beklagen.' Aus diesem Grunde empfiehlt wahrscheinlich die Nationalzeitung auch so dringend den Besuch der hiesigen Reform-Synagoge. Frankfurt a. M. f 16. Mai. In der vor kurzem erschienenen Reimchronik des Pfaffen Maurizius Oaxut HI. (von Moritz Hartmann) sind bei Besprechung der Mitglieder des Augsburger Hofs folgende Verse bemerkenswerth: Siehst du den Rießer dort den Braven? — Ach! hier, vergaß er, wie so schlecht Das Leben schmecket ohne Recht, Das Leben mit der Schmach des Sklaven. Was er dereinst mit starkem Glauben Für seine Juden wollt' im Streit — ■ ' . Das will er, nun er's selbst hat, rauben Dem Manne, den die Arbeit weiht. O Mann, du rechnest wahrlich schlecht, Gieb Acht, daß man nicht balde spricht, (Mau spricht es schon sogar) vom Knecht, Vom Sklaven, der die Kette bricht! — Der Gagern gab nach Clubbeschluß Ihm unlängst einen edlen Kuß, Drum doppelt es Niemand Wunder nimmt, Daß er für ein beschnittnes Deutschland stimmt. Brünn, 14. Mai. Unser Gemeinderath hat dieser Tage m einer seiner Sitzungen die Bestimmung deö Gemeindegesetzes, nach welchem nur der Gemeinde die Aufnahme neuer Mitglieder zusteht, in fteisiuniger Weise gehandhabt, und zugleich der Judeiicmanzipation ernstliche Rechnung getragen, indem er in Folge des Gesuches zweier hier wohnenden Israeliten, des Fabrikanten Herrn Lazar Au spitz und des Hm. Dr. meck. Alois Jeittels, Redakteurs der ,,Brunner Zeitung", diese Bittsteller förmlich in den Gemeindeverband ausgenommen hat. Gott sei Dank, die Emancipation soll also kein leerer Wahn bleiben, sondern sichtbar ins wirkliche 21

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