Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 20 (19.5.1849)
- Date
- 1849-05-19
- Page
- Seite 100 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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100 nur Genüge geleistet, sondern'schrieb . über das Werk einen ausführlicheil. Kommentar, wodurch er. wahrlich dem prw rrrpy eine neue Krone aufgesetzt. Ich will übrigens die Vorzüge dieser meiner neuen Ausgabe sowohl in innerer als äußerer Hinsicht nicht detailiren, der geneigte Leser vergleiche und urtheile selbst. Ich will nur schließlich dieses noch bemerken: Trotz des großen Kostenaufwandes, den ich bei der Ausstattung dieses Werkes hatte, habe ich dennoch (um nur das Werk allgemein zu machen) den Preis für alle fünf starken Bände nur auf ft. CM. festgesetzt. Auch genießen Abnehmer ganzer Partim bedeutende Vortheile. Die Beendigung des Werkes erfolgt zu Ende Mai. Victor Kittzeeg. Großbritannien. London, 6. Mai. Obwohl jede allgemeine Geschichte der Juden die Gelehrsamkeit und die Verfolgungen der spanischen und portugiesischen Juden erwähnt, so hat es doch bisher au einer Spezialgeschichte der letztem gefehlt, und ich will Sie daher auf ein solches Werk von C. H. Lindo (London, 1849), welches unter dem Titel: „The history of tlie Jews of Spam and Portugal; witli complete translations of all tlie laws made respecting tliem during their long estabiisliment in tlie Ibeiian peninsula“ erschienen ist, aufmerksam machen. Abgesehen von der stylistischen Ausführung, welche manchen billigen Wunsch unbefriedigt läßt, gibt das Werk unbestreitbares Zeuguiß für den Fleiß und die Aufmerksamkeit, womit der Verfasser seinen Gegenstand 'behandelt hat. Alte spanische Handschriften, die ihm zugänglich gewesen, sind von ihm sorgsam benutzt worden, und für die ^vollständige Uebertragung aller die Juden betreffenden Gesetze während ihres' langen Aufenthalts in der Iberischen Halbinsel" verdient er den Dank der Geschichtschreiber. Aber auch werkein solcher ist oder noch werden will, und sich für die Juden nur interessirt, weil sie am Ende ebenfalls Menschen sind, wird wegen des tragischen Elements in jenen Gesetzen sie nicht ohne Nutzanwendung lesen. Personalchronik und Miscellen. Wien. Die Juden können jetzt auch die evangelischen Schulen besuchen. — Charakteristiken über Fifchhof bringen die ,,Grenzboten" und die „Kölnische Zeitung". — Kura n da, der letzte jüdische liberale Journalist, hat Wien verlassen müssen. — In Betreff der Erhebung Preußens in Vertag von C. L. Fritzsche. Deutschland bemerkte Jemand: "Dt p1? hy — Die Juden in Preßburg sind der Majorität nach schwarzgelb. — * Leip zig. Berliner Regierungsblätter lassen sich aus Leipzig schreiben, daß die hiesigen Unruhen durch, jüdischcs Geld angezettelt worden wären. Es ist in der Thal komisch, jede Bewegung den Juden zur Last zu legen. Am Ende wäre ganz Deutschland ein Kirchhof ohne die Juden. Uebrigens brauchen die Juden ihr Geld zu andern Zwecken als zu Ruhestörungen; und gerade die jüdischen reichen Kaufleute sind loyal-reaktionär. Dresden. An dem hiesigen Kampfe dürften sich fast gar keine Juden betheiligt haben. Prag. Trotz der Emancipation ist das Auswanderungsckomitö sehr thätig. — . #r. Landau ist zur Beralhung über einen Gemeindeentwurf für ganz Prag zugezogen worden.— Die Czechen fratermsiren jetzt mit den Deutschen, was den Juden zu Statten kommt. Uebrigens sind die Deutschböhmen noch judenfeindlicher als die Czechen. Breslau, 9. Mai. Der manteufellsche Zustand unserer Stadt, mit dem Belagerungszustand und alten brandenburgifchen^Nebeln, hat die Gemeinde-Verhältnisse, die bereits sich zu ordnen begannen, wieder zurückgeschleudert. Alles ist in Auflösung begriffen. — Klagelied über die Zerstörung Jerusalems. (Freie Uebersetzung vom 1Z?. Psalm.) 1. An den Strömen Babels saßen wir, beweinend Zions Leiden, 2. Und wir hingen unsre Harfen auf an ihren schlanken Weiden; 3. Denn es forderten Gesänge, Freudevon uns unsre Dränger: „Singet uns von Zions Liedern, o ihr Zions großeSänger!" 4. AH, wie sollen Gottes Lieder singen wir auf fremder Erde? 5. Kraft verlaß mich, wenn ich Zion Deiner je vergessen werde! . 6. Kleb' am Gaumen meine Zunge, wenn ich nicht gedenke Dein, Wenn nicht meiner Freuden größte Du, Jerusalem wirst sein! 7. Zions Unglückstag gedenke, Gott, an Edoms rohen Söhnen, Die da schrieen : „reißet nieder bis zum Grund" mir frechem Höhnen. 8. Mord'rin Babels. Heil dem Manne, der an Dir rächt unser Blut, - 9. Der ergreifet und zerschmettert an dem Felsen Deine Brut. Dresden. L. Halperson. Druck von I. H. Nagel.