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Der Orient · 1849-05-19 · Heft 20 (19.5.1849) · p. Seite 97

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 20 (19.5.1849)
Date
1849-05-19
Page
Seite 97 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Zehnter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lt)lr. MaLabonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchbandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dies er Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. s 30. r-ipzig, d-» M »->>' 1840. Inhalt. Deutschland's vereinigte Staaten. Leipzig. Gesetz. Berlin. Uebertrktt zum Judenthum. Leipzig. Aktenstück. Proßnitz. Adresse an den Kaiser. Hamburg. Tod des Chacham Bernays. Jüdische Deprrttrte. Aus B a. i er n. Reaktion. Frankfurt a. M. Marzverein. Synode. — Ungarn. Preßburg. Ausgabe des „A k e d — Großbritannien. Geschichte der Jaden auf der iberischen Halbinsel. — Personalchronik und Mrs cell en. Wien. Leipzig. Dresden. Prcrgi. Breslau. — Klagelied ülr^r die Zerstörung Jerusalems. — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Leipzig, 10. Mai. Dos sächsische Ministerium hat mittelst Verordnung vom 20. April d. I. „die Ausführung einiger Bestimmungen der Grundrechte des deutschen Volkes betreffend^* im VI. Abschnitte folgende Erlallterung zu tz. 16 erlassen: „Durch §. 16 der Grundrechte re. ist die völlige Gleichstellung der sächfischcii Juden mit den Christen.hinsichtlich des Genusses bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte ausgesprochen und alle entgegenstehenden Bestinumnigen sind aufgehoben. Zugleich treten aber auch die inländischen Juden in alle staatsbürgerlichen Pflichten ein und dürfen sich der Erfüllung keiner derselben auf Grund ihres Glaubens entziehen. Dagegen bleibt es bis zu vollständiger Ordnung der Rezivrczitätsverhältnisse rücksichtlich der Niederlassung, des Aufenthalts und des Gewerbetricbs derjenigen Juden, welche Ländern angeboren, in denen die Grundrechte nicht gelten, bei den zur Zeit bestehenden Bestimmungen/, soweit dieselben, nicht durch die in §. IS: des Zollvertrags für alle Zollvereinsunterthaml: zugesicherte Gleichheit der Bchandlung ebenfalls für aufgehoben zu achten sind." Vorstehende Verfügung ist dem Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen 11. Stück Nr. 36 einvcrteibt. . In diesem Augenblicke jedoch,, wo das preußische Säbelregiment und die manteuflische Reaktion nach Sachsen verlegt worden ist, wo in Dresden die Verachtung des Volkswillens in blutiger Gestalt einherschrcitet, fürchtet man, daß auch die Grundrechte, die doch einen Theil der Verfassung bilden , wieder aufgegeben werden können, zumal die Nationalversammlung in der Paulskirche in dem Zauberkreise ihrer Unmündigkeit und Starrheit noch gebannt ist. Wir wollen nun ruhig abwarten. Berlin, 8. Mai. Vor einigen Tagen ist hier eine Christenfamilie zum .I u d e n t h u m übergetreten. Der Vater, als Jude geboren und seit einer Reihe von Jahren Christ, hat sich zum Rücktritt zu seiner früheren Glaubeusgenossenschaft veranlaßt gesehen, die Frau und die Kinder, die als Christen geboren sind, folgten dem Beispiele des Vaters. Da solche Erscheinungen neu sind, so verdienen sie in der That erwähnt zu werden. Leipzig, 4. Mai. Wir theilen folgendes erfreuliche Aktenstück der hiesigen Stadtverordneten mit; ,,Herrn Ad. Iel liu e k, Prediger und Religionslehrer der israelitischen Gemeinde zu Leipzig. Hochgeehrter Herr! In unserer letzten Sitzung habe ich Ihrem Wunsche gemäß die mir übersendeten 60 Exemplare, die von Ihnen am diesjährigen Paffahfeste zur Feier der deutschen Grundrechte gehaltenen Rede unter die Mitglieder des Kollegiums der Stadtverordneten vertheitt und dagegen den Auftrag erhalten habe Ihnen dafür zu danken. — Je weniger die Stadtverordneten Leipzigs, die ja nur einen Akt der Gerechtigkeit übten und mithin eine 20

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