Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 18 (5.5.1849)
- Date
- 1849-05-05
- Page
- Spalte 273-274 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Meralurblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. m 18 Leip zig, den 5. Mai 1849. Inhalt. Studien. Notiz über das Sefer Ha-Nimza. Von G. Polak. — Literarische Analekten. Sohar-Mythe. Entgegnung. Auferstehung. Von Dr. Duschak. — Kulturgeschichtliche Parallelen. Von 8. Dukes. — Kritiken. Kurze Ueberfechten. Sur Bibel von Prof. Friedrich. Angez. von Wunderbar. (Fortsetzung.) — Ankündigungen. No tlz über das Sefer Ha-Nimza von w Mose b. Maimün. Mitgetheilt von Gabriel Polak in Amsterdam. 3. Wenn es schon im Allgemeinen eine Pflicht der Freunde der Literatur ist, die weniger bekarnrten Geisteserzeugnisse berühmter Männer der Vorzeit, welche durch gewisse Zeitereignisse der Aufmerksamkeit entrückt sind, ans Licht zu ziehen, um so dringender muß diese Pflicht beim Israeliten erscheinen, wo das Hervorheben der Perlen alter Seiten, das Bekanntmachen der unberücksichtigten Werke der Weisen und Gelehrten Israels, nicht bloß eine wissenschaftliche, sondern auch eine nationale und konfessionelle Ehrensache ist. Es ist in der Literatur keine seltene Erscheinung, daß alte berühmte Werke von grofjen Männern, obgleich wirklich gedruckt, doch durch mannigfache Ursachen veranlaßt noch seltener als wirkliche Handschriften sind,' sei es weil sie nur in. geringer Anzahl abgezogen wurden, oder weil sie durch Unvermögen der Herausgeber andern Wecken im Drucke beigeschlossen wurden, *) So z. 33. erging es mit dem kleinen aber inhaltreichen Merkchen nD"N ‘»DyiO des Jehuda Ibn Balsam, das in Paris 3566 gedruckt wurde. Obgleich über die Accente der metrischen Schriften (nDr/N) außer dem d^DH abgedruckt in dem Bibelwerke Venedig, 1515—und dem Ben- Ascher beigelegt, von Alten nichts bekannt ist, so blieb doch diese gedruckte Schrift den großen drei Meistern und Bücherkennern, nämlich dem Salomo Dubno, Moses Mendelssohn (im Vorworte n^nib ’UV) und Wolf Heide n heim (ft dessen Vorrede zu c^nn t), mit demselben, gedruckt Rödelheim, 1824, 8. S. 4) unbekannt. so daß sie im Laufe der Seit ganz vergessen oder durch Vorwiegen der größeren Werke als specielle ganz vergessen wurden. Vorzüglich sind oft solche Schriften diesem Schicksale erlegen, deren Verfasser sie in einer Landessprache geschrieben und dann von irgend .einem Gelehrten in's Hebräische übersetzt wurden, wo es sich traf, daß der Uebersetzer dem Werke einen andern Namen gab, als der Verfasser ursprünglich gewollt, oder mit welchem der Verfessereine andere Arbeit benannt, und der Uebersetzer aus Mißverständniß diesen gewählt. In der Bibliographie und in der Betrachtung der Literatur ist dadurch sehr häufig große Verwirrung entstanden, wie jeder Gelehrte weiß, und es ist eine heilige Pflicht derFreunde der Wahrheit, dergleichen Irrthümer kritisch zu beleuchten und die Wahrheit zu ermitteln. 2. Ein Gleiches war auch der Fall mit dem ->r)O Maimüni's, das wir hier tu der Überschrift zur nähern Besprechung vorsühren. Es ist hinlänglich bekannt, daß von diesem Meister noch vielerlei Schriften in den Bibliotheken handschriftlich liegen, wie man schon aus Asulai, Bartolocci und de Rossi sehen kann, daß die meisten ursprünglich arabisch geschrieben waren und erst später von verschiedenen Uebersctzern ms Hebräische übertragen wurden und daß die Bibliographen in den Angaben sehr von einander abweichen. Das hier erwähnte Büchlein Maimüni's, obgleich es gedruckt, ist bekanntlich sehr selten zu finden, wahrscheinlich weil es nur von geringem Umfange und dann weil es mit zwei anderen kleinen Piecen gedruckt ist, und daher kam es, daß unsere Gelehrten, obgleich Asulai (Wc?ad, Alef §. 5), Wolf (L 964) und Sifte Jeschenim ,(Alef Nr. 157) es als eigenes Werkchen erwähnen, es für identisch mit dem -idnD mrpn hielten, das M. Steinschneider zum ersten Mal in Berlin 1846 edirt hat. Da ich nun sehe, daß auch Rapaport in einem Schreiben an den Herausgeber diese Iden- 18