Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1849)
- Date
- 1849-05-05
- Page
- Seite 92 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 92 — a) Armenpflege per Anno 3l50 Lhlr. extra hiesige und fremde Arme 6OO in Summä ... . . 3750 Lhlr. b) Krankenpflege . . . . . . . 900 - c) Gehalte der Gemeinde-Verwalrungs-Beamten d) Der Gehalt der Schächter ... . 1100 - e) Fleischerei und Gehalte . . . . . 1600 - s) Die Lauche . . . . . .... 130 - §) Bureau ..... . . 100 - h) Verwaltüngs - Ausgaben .... 60 - i) Industrieschule . . . ... . . 100 s k) Haus-Reparatur ....... 100 - 2. Diese Ausgaben werden theilweise gedeckt durch: a) Die Schlachtmarken von Rindern rc.ft . , - ~ /urca4000Lhlr. d) Dce Schlachtmarken des Federviehes 1 e) Das etwa Fehlende zur Deckung der ad 1 erwähnten Ausgaben wird, um jeder Verschleppung vorzubauen, durch Reparation nach Maaßgabe der bereits existirenden Schätzungslisten eingezogen, nämlich: F>enn das Fehlende. § des Schätzungsbetrages ausmachen .sollte, so muß ein jedes Mitglied der Gemeinde bezahlen, wer 60 Lhlr. giebt muß nach dieser Norm 24 Lhlr, zahlen, von 50 biß 20 Lhlr., von 40 bis 16 Lhlr., von 35 bis 14 Lhlr. u. s. w. Es wäre unrecht wenn man nur einen Lheil der Revenuen der Schlachtkammer zum Unterhalte der Armen verwenden sollte, da hierzu doch nur die Altgläubigen beitragen, und der frei gesinnte Lheil unserer Gemeinde sich auf Unkosten, jener Altgläubigen von Gemeindelasten zu befreien suchen möchte, weßtalb der Vorschlag der Repartition mit Anrechnung des Beitrages durch Ankauf des Koscher-Fleisches der geeignetste und beste ist, der zur Annäherung beider Parteien führen möchte. 3. Der schnellen Ausführung willen, und um den. Frieden in der Gemeinde zu erhalten, wird die alte Schatzungsliste, zu Grunde gelegt, und zwar bis Weihnachten d. I. oder Johanni k. I. alsdann die disinitive Regulirung stattsinden, bei welcher Gelegenheit die neue Schätzung vorgenommen werden soll. 4. Hingegen in Betreff der neu hinzugekommenen Mitglieder der hiesigen israelitischen Gemeinde, deren Anzahl 2 a 300 sein dürfte, soll der jetzige Vorstand mit Zuziehung von 10 Sachverständigen eine vorläufige Schätzung unternehmen, und den Betrag einziehen. Es wäre nicht unrathsam, wenn der löbliche Vorstand dem Beispiele der Gemeinde in Berlin folgen möchte, die neu zu schätzenden Mitglieder vorzuladen, ihnen den Ansatz bekannt zu machen und von deren Einsicht zu erwarten, daß sie mit Bereitwilligkeit einen Beitrag genehmigen werden. Es ist nur zu hoffen, daß gegenwärtiger Plan mit Freuden von den sännntlichen Gemeinde-Mitgliedern ausgenommen werden wird, nur hierdurch wird jeder Skandal beseitigt, und Verlag von C. L. Fritz sch e. die hiesige Gemeinde wird wieder zu dem Rufe eines wohlgeordneten Vereines gelangen. Es ist befremdend, daß da in den Städte-Verwalkungen die vielfachen Verschiedenheiten der Religions-Meinungen keine Störungen verursachen , bei den Israeliten abweichende religiöse Ansichten zur Verletzung der Erfüllung moralischer Gemeinde-Pflichten führen. Nein! Das kann nicht die Absicht unseres Vorstandes sein, dessen Mitglieder wissenschaftlich gebildet, tadellos in ihrem Wandel sind, und Sinn für Mildthätigkeit haben. Durch diesen Plan braucht der Vorstand seine frühere Erklärung nicht zurückzunehmen, da die definitive Regulirung erst nach einem halben, bis ganzen Jahre statcfinden wird, und die vorläufige Regulirung doch nur in humanistischer Hinsicht geschieht, wo bloß die Stimme des Gewissens befolgt wird. Personalchronik und Miscellcn. Ungarn. Die Juden sind doch nicht zu verachten; dessen wird die österreichische Regierung wohl in ne werden. Während die Magyaren die. Juden längst emancipiren wollten, legte die Regierung ihr Veto ein. Nun sind die verachteten Juden die thärigsten und nützlichsten Verbündeten der heldenmüthigen Magyaren. Mähren. Mehre Korrespondenten berichten uns, daß die Artikel über die Rabbinen in Mähren nicht ganz ohne Wirkung blieben. 4- * Wien. Unser Vorstand ist unerträglich schwarzgelb. In seiner von Melden koinmandirten Gesinnung glaubt er, die Emüncipation sei ein Geschenk, während das Volk sie erkämpfte. Ohne die jüdischen Wühler würden die Herren Vorsteher noch Loleranzsteuer bezahlen. «r * * Leipzi g. Die frühere Leipzig- Berliner Synagoge ist jetzt in die Hände der Gemeinde übergegangen und es sind auch mehre neue Reformen emgeführt worden — Dem Prediger Iellinek wurde in der Stadtverordneten-Sitzung vom 26. April ein Dank für die Dedikation seiner Emancipationsrede votirt. * * Pesth. Obwohl der Vorstand, an dessen Spitze der energische Hr. D. Fl ei sch l steht, sich die größte Mühe gab, die von Windischgrätz bestimmten Strafgelder zu ersparen, so blieben doch alle Schritte fruchtlos. Die Gemeinde bezahlte 40,000 fl. CM. — und Windischgrätz ist von seiner Höhe gestürzt. Druck von I. H. Nagel.