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Der Orient · 1849-05-05 · Heft 18 (5.5.1849) · p. Seite 89

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 18 (5.5.1849)
Date
1849-05-05
Page
Seite 89 (sequence 1)
Language
German
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um Berichte, Studien und Kritiken Muter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen!öbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr»; für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben »0N vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechmt, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. Ai 18. 1849 Inhalt. Deutschland 's v ereinigt e (Staaten. Leipzig. Reue für frühere Intoleranz. Eine Schrift. Fortschritt in Seffa. Berlin. Gememdewesen. Worms. Jüdischer Oberbürgermeister. Prag. Adresse an den Kaiser. Auswanderung. Mislowitz. Krakauer Zustände. Breslau. Gemeindewesen. — Person olchronik und Miscellen. Ungarn. Mähren. Wien, Leipzig. Pefth. — LB. d. Or. - Deutschland's vereinigte Staaten. Leipzig, 25. April. Wie sehr die frühere Ausschließung der Juden aus Handel und Gewerbe nachtheilig gewirkt und fühlbar war, gestehen selbst die konservativen Mitglieder' der Kammern. Abg. Dnfour- Ferouce (selbst Kaufmann und daher gewiß kompetent) äußerte in der sächsischen ersten Kammer, daß der Grund des Uebelstandes, daß in Sachsen wenig mächtige Banquierhänser sind, wodurch die Industrie leidet, lediglich in der Intoleranz zu suchen ist, welche Ursache gewesen ist, daß man von jeher jüdische Banquierhänscr nicht ausgenommen hat. Hätten wir mehr jüdische Kapitalisten, behauptete der Redner, so würden der Industrie mehr Kapitalien zu Gebote stehen, und wir würden das Anweifnngswesen nicht so nothwendig haben, als wir es gegenwärtig noch brauchen. Auch in der öffentlichen Presse fand diese Ansicht Vertreter, und ein hiesiges Blatt läßt sich hierüber folgendermaßen vernehmen: ,,Der Deputirte Dufour hat bei Gelegenheit der Verhandlung über die Wechselordnung eine Bemerkung gemacht, die sehr wahr ist, aber dem Leipziger Haudelsstand nicht lieb sein wird. Er hat auf den Mangel einer größeren Anzahl mächtiger Banquierhänscr in Leipzig hingewiesen, und den Grund davon zum Theil darin gefunden, daß man bisher zu intolerant gewesen, um jüdische Banquiers anfzunehmen. Die Leipziger Stadtverordneten nämlich machten früherhin gegen die Aufnahme jüdischer Kaufleute alle nur erdenklichen Schwierigkeiten, Kvmmanditen von Rothschild wies man ab, weil Juden die Geschäftsführer sein sollten. Wäre der Leipziger Handelsstand weniger befangen gewesen bei der Zulassung von Juden, so würde Leipzig ein ganz anderer Geldplatz geworden sein, als ec es jetzt ist, dessen Unbedeutendheit von allen Seiten anerkannt, von der Fabrikation ganz empfindlich gefühlt wird. In Leipzig giebt es keine Banquiers, sondern nur Wechsler — baß kann man überall hören. Die Geldmachl ist einmal in den Händen der Juden, aber das Leipziger Handelsintercsse war in seinem Judenhaß so blind, daß es jene Geldmacht sich nicht einmal zu Nutze machte. Und dann, wenn ganz Deutschland ihnen offen steht, werden sie Leipzig, das sie so lange zürn ckgewiesen, den Vorzug auch nicht geben. Wie dringend bedürfen die sächsischen Fabrikbczirke eines ausgebildeten Bankwesens an Ort und Stelle! Dort ließ man vollends Alles gehen wie es ging, ehe man einen Juden ausgenommen hätte." Ich will Sie noch auf eine von Johann Georg Lehmann (Landau, 1849 bei Kaußler) unter dem Titel ,,Die Mündigerklärung der Israeliten im deutschen V ölker b u n d c" herauSgcgebene Broschüre aufmerksam machen. Diese Schrift, welche der Reichstagsabgeordnete Ri esser in seiner Bevorwortung von der reinsten Liebe zur Menschheit und von der wärmsten Begeisterung für Recht und Freiheit eingegeben 18

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