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Der Orient · 1849-04-28 · 17 (28.4.1849) · p. Spalte 271-272

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
17 (28.4.1849)
Date
1849-04-28
Page
Spalte 271-272 (sequence 8)
Language
German
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871 Allgemeinen und für die Werktage, Gebete für die öffentliche, gemeinschaftliche Andacht am Sabbat, für das-Neujahrsfest, für den Versöhnungstag, für dasPesach-, WochenundLaubhüttenfest, Gottesdienst an ausgezeichneten Tagen, dann Gebete für die häusliche Andacht, und in einem- Anhänge sind Gebete für die Privatandacht in besonderen Lagen und Verhältnissen des Lebens, und in dieser an 460 engbedruckte Seiten umfassende Mannigfaltigkeit ist eigentlich für Siddur, Machasor, Selichor, Kinnot, Pesach-Hagada u. st w. ein Aequivalent, ohne jedoch daß der Bearbeiter diese seine Bearbeitung aasdrängen will. Das Gebet und die religiöse Hymne der Andacht war seit den ältesten Zeiten, wenn man die Pflichtgebete ausnimmt, nach dem Standpunkte der Kultur und der Lagen veränderlich; schon in der talmudifchen Periode haben einzelne Amoräer Gebete angefertigt, deren Annahme sie dem Publikum überließen und so machten es dann. baby ionische, syrisch - palästinische, griechische, spanische, italienische proven^alische, uordfranzösische, deutsche, afrikanische nnd polnische Pajtanim, die ihre Arbeiten nur als schriftstellerische Erzeugnisse angesehen und denen Zeit und Umstande erst hie und da eine Sanktion gegeben. Daher die große Mannigfaltigkeit der Ritualien, der große Reichthuin. der religiösen Poesie, da man mehr als ein halbes Tausend Dichter zählt, und die großen Verschiedenheiten in den Synagogen. Auch Hr. M. geht diesen Weg, indem er die rfen ■ DDin eigentlich voraussetzt und sein Buch nur als einen schriftstellerischen Versuch ansieht, in modernem Sinne für die.' Förderung der Andacht zu wirken, gleichviel wie und welche Theile davon das Publikum sich aneignet. Der reale Inhalt des Buches besteht aus Uebersetzungen hebräischer Stücke 27$ unseres Siddur und Machasor und zwar häufig gekürzt untz modisieirt, aber stets zum Vortheil des guten Geschmacks my im Sinne der geläuterten Religionsansicht, und eingelegt! Lieder aus den allbekannten Sammlungen geben den Uebersetzungen einen Relief. Im Vorworte giebt der Bearbeitei den Standpunkt und den Zweck seines Buches richtig an nämlich daß es als Versuch oder Entwurf erscheint und höchstens vom Geschmacke und von' der Bildung des Volkes, nich aber von der dogmatischen Theologie verworfen werden kann, da es nicht normgebend, nicht mit . der Autorität einer Be, Hörde oder Körperschaft aufzutreten sich anmaßt. Nun kam ich aber vom schriftstellerischen Standpunkte hier das Bedauern nicht unterdrücken, daß Hr. M. bloß aus unseren, Siddur und Machasor übersetzt, hingegen die zahlreichen andern Sammlungen ganz unbeachtet gelassen; aus den Proben bei Dukes und Sachs hätte Hr. M. leicht ersehen können, wie reichlicher, eindringlicher s inniger, erbaulicher und erhabener gerade die Uebertrag,ragen aus andern Sammlungen ausfallen müssen. Vielleicht entschließt sich Hr. M. in einer zweiten Sammlung gerade diejenigen Stücke aufzunehmen, die als Uebersetzungen fremder Sammlungen, den deutschen Juden noch nicht, trivial geworden sind. Auch in Bezug ans die eingelegten Gedichte könnte wohl das Publikum wünschen, nicht immer und immer das Hamburger Gesangbuch zu plündern, indem die Bildungsstufe der Juden in. Deutschland wohl weiter gerückt ist, und man kann eigene Dichtungen oder eine andere Sammlung verlangen. Schon der Orient ha, in seinen 10 Jahrgängen keine kleine Sammlung schöner religiöser Lieder, wenn, auch nur in Uebenragungen gegeben. Ankündigungen. 4 G si Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und oriencatische Geschichlk und Literatur betreffen, gegen 1£ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [40] Im Verlag von Wolf Paschel es in Prag ist erschienen, und von C. L, Fritzsche in Leipzig, durch alle Buchhandlungen zu beziehen: -i i ö b n p 1d ö rosm mnpri nie1? h'toi b«~ns« . nS nrnnP , V tto |ia6 Erstes illustrirtes hebräisches und deutsches Lehr- und Lesebuch für die' israelitische Jugend beiderlei Geschlechts zur Belehrung und Unterhaltung von ' E. Bondy. Mit vielen schonen lithographirten Bildern. Feilt gebunden, Preis 12 Ngr. [41] Bei C.' L. Fritzsche in Leipzig ist zu haben: N 11 N -p -n 3_7-- Rechtsgutachten des R. Jehuds be« Ascher (Rosch). Zum ersten Male heraus gegeben von I. Rosenberg. Brosch. Prei- 1 Thlr. - Diese Rechtsgutachtensammlullg eitles alten spant schell Gelehrten, enthält außer den rituellen Entscheidun gen, wichtige Beiträge zur Kenntniß der Geschichte lull Literatur., der Juden in .Spanien. Die. JndieeS übn die Materien und die angeführten Namen erleichtern den Gebrauch dieser zumersten Mal im Druck erschienene« SanlUlillttg. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. , Druck von I. H. Nagel.

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