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Der Orient · 1849-04-07 · Heft 14 (7.4.1849) · p. Seite 69

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 14 (7.4.1849)
Date
1849-04-07
Page
Seite 69 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Zehnter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhtr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchbandlungen auf ein Jahr. für Geschichte und Literatur. Herausgegeb en von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an iebtm Sonnabend regelmäßig.? 14. -ei'pzig, den 7. April 194». Inhalt. Deutschlands vereini g t e Staaten. Aus d ein N e tz d i stri k t. Schildenrnfl der Zustande. Leipzig. Jüdische DeputirLe. Leipzig. Dex Zopf noch da. Berlin. Die Genossenschaft. Breslau. Politisches Leben. Frankfurt a. M. Gememdkwesen. Ri esse r. Hannover. Seminar. Wien. Urtheile. Wien. Fremde Juden. Berlin. I. Stern. Leipzig. Aufnahme nichtsachsrscher Juden. — Oesterreichische Nebenränder. Krakau. Bexatronen. — LB. d. Or. Deutschlands vereinigte Staaten. Aus dem Netzdistrikt, im Febr. Wir hatten gehofft, Ihnen diesrnal die Mittheitung machen zu können, daß die Stadt Posen einen Israeliten in die zweite Preußische Kammer schicken werde. Denn es war in den letzten Tagen sehr stark davon die Rede, daß neben deur Land- und Stadtgerichtsdirektor Seeg er der j'nd. Gastwirt!) Eduard Kaatzzllm Abgeordneten gewählt werden sollte. Die demokratisch -konstitutionelle Partei hatte denselben als Kandidaten ausgestellt. Aber, wie wir heute auö der Nationalzeitttttg ersehen haben, ist neben Seeger nicht Kaatz, sondern der ehemalige Abg. zur prenß. NB., OLGR. Neu mann wiedergewählt worden. Woher dies gekommen, wissen wir Ihnen heute noch nicht anzugcben. Aber so viel ist uns bekannt, daß Kaatz sich unbedingt in das linke Centrum gesetzt haben würde. — Das Gcmeindelebcn in Posen hat seit unserem letzten Berichte (s. Nr. 3 d. I.) noch keine wesentliche Veränderung erlitten. Vor einigen Wochen sprach mau sogar von einer nahe bevorstehenden Auflösung des Synagogen-Verbandes, und man spricht jetzt noch davon; aber etwas Bestimmtes können wir Ihnen in dieser Sache durchaus nicht mitthcilen. So viel wissen wir, daß in Folge der durch den vorjährigen Polen- Aufstand nnd andern aus das Geschäft einwirkende Umstände hcrbeigeführten Nahrungslosigkeit die Gemeinde- Beiträge größtenthcils nicht gezahlt werden, und daß die Posener Gemeinde, auf diese Weise außer Stand gesetzt, pro 1848 die Zinsen ihrer Ungeheuern Schuldenlast zu decken, an das Staatöministerium eine Deputation abgesendet hat, welche die Erlassung der Schuld erwirken sollte, aber leider unverrichteter Sache hat znrückkehren müssen. — Der Brüder-Verein hat in Folge der durch Drl Goldstein (den neuen Vereinsprediger) eingefnhrten Neuerungen schon so manches Mitglied verlieren müssen. Die Neuerungen des Dr. G. bestehen, wie bei allen Jüngern des modernen N a b b i n en t h u in s, in der Verminderung der Gebetstücke, i. e. tu der Abschaffung unbeliebt gewordener Piecen, wie z. B. des Jeknm purkan, des Mi Schcbcrach, des Pitom haktoret u. s. w. Hiermit, d. h. mit der Reduktion des Gebets auf ein geringeres und immer geringeres Quantum, wähnt unsere junge Theologenwclt schon Alles gethan zu haben, was dem Judenthum der Gegenwart Roth thut. Aber sie täuscht sich gewaltig. — Wir haben Ihnen, bester Herr Doktor, über diesen Punkt viel, sehr viel zu schreiben. Doch erlassen Sie es uns bis zum nächsten Mal. Wir müssen heute kurz sein. — In Lissa sind die Gemeinde-Wirren vom vergangenen Sommer (s. unfern Bericht in Nr. 3 d. I.) noch immer nicht zur Lösung gekommen, und eö ist auch nicht abzufehen, wie lange dieser chaotische Zustand noch dauern wird, zurnal die Regierung sich um Gemeinde-Angelegenheiten durchaus nicht mehr bekümmern mag. Dasselbe Stück, wie in Lissa, spielt auch in Krotoschin, 14

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