Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 13 (31.3.1849)
- Date
- 1849-03-31
- Page
- Spalte 195-196 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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195 künftigen Anbau, Denn trotz dem vom Verfasser vielfach bearbeiteten Material ist hier die Medicin der alten Israeliten dennoch nicht, auch nicht einmal in biblischer Hinsicht erschöpft worden , und die von uns ausgesprochene Behauptung, daß die bisherigen bibl. - medicinifchen Leistungen schon deshalb allein mangelhaft ausfaUen mußten, weil man bei ihnen jede Zurathziehung des Talmuds und der Midraschim in dm Kreis der Forschungen durchgängig vermißt, hat sich auch hier bestätigt. — Zwar hat der Werf. es versucht, hier und da die talmudjsche und rabbinffche Literatur zu benutzen; allein mit Bedauern müssen wir es aussprechen, daß ihm dieser Versuch nirgends gelungen ist, und so sehr wir den Vers-, einerseits als tüchtigen Gelehrten auf dem Gebiete der Medicin und der Philosophie hochacht-en müssen, so müssen wir Ihm dagegen auf der andern Seite alle und jede Talmudkenn tri iß absprechen, wie wir dieses im Verlaufe unserer. Kritik deutlich zeigen werden. Um indessen den reichhaltigen Stoff, dm der Vers, in zwei Bänden verarbeitet hat, zu bezeichnen, wird es genügen, wenn wir hier die Haupt-Rubriken seines Werkes, welche wieder in mehre Unterabtheilungen getheilt sind, Herstellen. I. eil. 1. Erklärung von Thiernamen. 11. Vom Versehen der Thiere. HI. Zur Heilquellenkunde. IV. Zur Nahrungsmittelkunde (diese Rubrik ist ziemlich kurz abgefertigt). V. Oie Speisegesetze. VI. Die egyptischen Plagen. VN. Zur Geburtskunde. VN!. Von der Pflege der Neugebornen. IX. Unreinheit der Mmstruirenden und Wöchnerinnen. X. Ueder Pädarastie und Sodomie XL' Zur Geschichte der Aphrodisiaca (Dudalm). XU. Die angeblich hohe Lebensdauer der Altvater. XIII. Traumbilder. XIV. Krankheiten und Msbildungrn. Unter der letzten Rubrik sind 25 einzelne Gegenstände bearbeitet, jedoch sind einige Krankheiten, die in der Bibel erwähnt werden, hier unberücksichtigt geblieben. So z. B. die Plage Abinielech's und Phcrro's (Gn. 12, 17; ibid. 20, 17. 18), Mosis Gebrechen; (2 M. 4, 10), die Krankheit Benhadad s (2 Kön. 8, 15), die tödlliche Krankheit Achasia's in Folge seines Sturzes vom Bodeu (2 Kon. 1, 2); die Krankheit Abijja's (1 Kön. 14, 12) u. s. w. — II. Theil: XV. Das Bild des Greisonaltc-rs. XV!. Vom Selbstmorde. XVII. Die Beschneidung und der Epispasmus. XVIII. Die Castration. XIX. Wiederbelebung Schcintodter. XX. Bemerkenswerte Todesfälle. XXI. Vom Einbalsamiren der Leichen. — Den beträchtlichsten Umfang dieses zweiten Kheils nimmt lediglich die Abhandlung über die Beschneidung ein (v. S. 39—165) und obwohl dieselbe sehr ausführlich gegeben ist (zuweilen wird gar ein und dasselbe wiederholtwie dieses mit -er Betrachtung über die medicimsche Seite der Beschneidung der Fall ist, die S. 140 und wieder S. 146 vorkommt), so enthält sie im Allgemeinen nichts Neues, und ist besonders im angehängten Exkursus nur das gegeben, was bereits m verschiedenen Schriften schon mehrfach besprochen wurde. Dagegen ist der vom Vers, im I. Theil, S. 142 nach 196 Mombert und Schneider gegebene Exkurs, über die jetzigen Reinigungsbäder der jüdischen Frauen sehr für die -Praxis zu berüchsichcigen, da, ungeachtet bereits vielfach gegen den Un, fug dieser Anstalten geschrieben und gesprochen wurde, diese leiider sich an manchen Orten doch noch immer im erbärmlichen Zustande befinden,' deshalb wird uns der Vers, hoffentlich entschuldigen, wenn wir seine trefflichen Worte darüber zur Förderung des allgemeinen Heils, hier im Auszuge mittheilen. (Fortsetzung folgt). Literarische Analekterr ' . L ■ Es trägt nicht unwesentlich zum Studium der Exegese der H. S. bei, wenn man für Sprachidioine, sowie für den Jdemgang der Letztem Analogien ans der profanen Literatur des Atterthums aufsucht. Auch ist es nicht ohne Jiitcresse zu sehe«, in welchen Berührungspunkten die Geister verschiedener Zeiten und verschiedener Nationen auf dem Gebiete der Wissenschaft sich begegnen. Wir wollen einige Proben ans einer großem von uns veranstalteten Sammlung in diesen Blättern mittheilen. 1) Jes. 1, 18 heißt es: DOKO W DN rrp “toso ybirq idhjo :dni-rab' bvo, vergl. damit Hör. Od. Lib. 11L ad. V. V. 27 ff.; — >— Neque amissos colores L;ma refert medicata fuco, iNec vera virtus, quum semel excidit, Curat reponi deterioribus. Mit diesem ist verwandt (Num. 19, 6), welches Maimüui (Jad. ha-Chas. Hit. Para e/3, h. 2) durch ">D^ wiedergiebt. Ntan leitet W nt? entweder von pt£/ und übersetzt es: „hochroth", oder von worrach es heißt „zweimal in Kermes getaucht". — Vergl. B o ch a r tHieoroz. 2, 4, 27. 2) Pred. 4, 9 heißt es : nnND ]t DWH DOT Dfojn biü DD^ lL" Man vergl. damit Hom. Ilias X. 224: avv ts chf sp%ofzsvco, neu zs 7tqo o tov ivorjGsv 07T7CC0S KFQGOg 87} (lOVVOg SUtISQ TS VOYjGT] dXlcc ts ol ßquG6cov ts voog, Astctt} 8s ts /nijTig 3) 1 Sam. 2, 13. iran bra jrpn w? TT3 D'Wn wbv vcrgl. bannt Hom. Ilias I. 463; ^dhsso III. 460: vioi di jikg’ avrdv s-/w ns/txcüßohx %sqgIv. Man ntctfc hier besonders auf dm Anfang und Schluß der citirtcn Stellen. 4) Zu Pred. 1, 9 sagt Jbn E sra: NM —( — DIN l'D3 oniDtö ent^ n’fen by rwjw nh niyuriD n1?« m^m nos b pai 'n bo j’Di did Stud ien. Literarisch e Analekten