Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1849)
- Date
- 1849-03-31
- Page
- Seite 65 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Zehnter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegebeir von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litcraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. 1849. cipzrg, dm 31. Mär, Inhalt. Deutschlands vereinigte Staaten. Leipzig. Emancipationsfest. Leipzig. Juden in Norwegen« Leipzig. Christ oder Jude. Aus dem Netzdiftrikt. Gemeinde- und Schulwesen. Frankfurt a. M. Niesser. Aus Böhmen. Die Verfassung. Aus Oesterreich. Excesse. Nikolsburg. Rabbinenwesen. Wien. Fischhoff. — Theater- Juden. (Fortsetzung.) — LB. d. Or. . ■ Deutschland's vereinigte Staaten. Leipzig, 20. März, (Emancipations-Fest.) In der vorigen Nummer des „Orient" habe ich den Vorschlag gemacht, ein Emancipationsfest in ganz Deutschland einzusuhren. Ich will heute auf diese Idee näher eingehen. Mit demselben Rechte, mit welchem man in Persien ein Purimsest emführtckönnen wir einen Tag zur Feier der Emancipation festsctzen. Wir haben aber nicht blos das Recht, sondern auch die Verpflichtung, einen Tag zum Andenken der erlangten Gleichstellung zu feiern. Das Charakteristische der jüdischen Geschichte ist, daß alle Ereignisse im Lichte der Religion betrachtet werden, und —- daß die Freiheit ein Moment der R el i g i o n bildet. Ich verweise auf Pesach, Chanuka und Purim. Das religiöse Moment des Emancipationsfestes wäre, daß demJndenlhum keine Hindernisse in den Weg gestellt werden, äußere Verhältnisse Niemanden zum Uebcrtritt veranlassen können, die Gleichheit der Menschen vor dem Gesetze von dem Judenthum anerkannt wird und die Hoffnung auf die Verbreitung des Monotheismus mehr Raum gewinnt. Wir müssen ferner den künftigen Generationen zeigen, daß ihre Vorfahren gelitten und geduldet in dem Glauben, daß die Glaubensfreiheit siegen werde. Auch würde durch ein solches Fest der Glaube an die Religionsfreiheit jedes Jahr befestigt werden. —- Das Fest müßte an einem Tage in ganz Deutschland gefeiert werden, damit es kein lokales oder Provincielles Gepräge an sich trage. Zu diesem Zwecke ist es nöthig, daß die Gemeinden in Deutschland sich durch ihre Organe darüber aussprechen. Welcher Tag gewählt werde — das kann nur durch die Erörterung der Presse bestimmt werden. Die Feier könnte durch einen deutschen Gottesdienst und durch Predigt, sowie durch Schulferien abgehalten werden. Das Letztere halte ich für wichtig, damit die Kinder auf eine kindliche Weise des wichtigen Momentes sich bewußt werden. Ich richte die dringende Bitte an Laien und religiöse Behörden, sich über dieses Emancipations-Fest in der Presse auszusprechen. Ad. Jellinek. Leipzig, 20. März. (Juden m Norwegen.) Der nord. Telegraph erzählt: „Ein Jude in Mandat" ist der Titel eines neuen Vaudeville vom Schauspieler Rosenskilde, das kürzlich ans der Bühne von Christiania mit vielem Beifall ausgeführt wurde. Das Stück, das in der Stadt Mandat spielt, verspottet ans sehr ergötzliche Weise das Gesetz gegen den Aufenthalt der Juden in Norwegen. Ein verschuldeter Student, der, um seine Geliebte in Dänemark zu gewinnen, eine Reise dahin unternehmen will, giebt sich in Mandal für einen Juden aus, und gerade die Leute, die ihn bis dahin in der Stadt zurückhaltm wollten -— seine Gläubiger . thun nun alles Mögliche , um seine Abreise zu befördern. Vielleicht wird diese ergötzliche Satyre mehrWirkung auf die Philister ausüben, die gegen die Aufhebung 13 9999999