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Der Orient · 1849-03-17 · Heft 11 (17.3.1849) · p. Seite 53

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 11 (17.3.1849)
Date
1849-03-17
Page
Seite 53 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Zehnter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. .Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen iwöchentlich das bktcraturblalt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. «11. Leipzig, den 17. März 1849. Inhalt D i t Juden in Mähren Eine Stimme der Wahrheit. — D e u t schl ar, d's vereinigte Staaten. Frankfurt a. M. Hart mann. Verfassung. Creizenach. Riesser. Kremsier. Judenfrage. Hamburg. Dr. Kley. Wer. lin. B. Bauer. Hebräisches Blatt. Seminar. Jacoby. Zunz. Sachs. Berlin. Gemeindewesen. Leipzig. Vermischtes' Karlsruhe. Gesetz. — S p anien. Leipzig. Der „Clamor publico" über Glaubensfreiheit. — Personalchronik und Miscellen' Preßburg. Paris. — LB. d. Or. Die Juden in Mähren. Eine Stimme der Wahrheit. V. Der größte moralische Unfug, der in Mähren mit Hilfe der jungpolmschen Rabbiner getrieben wird, besteht in dem Ablaßkram (Hechscher - Briefen) in Betreff des Weins, des getrockneten Obsts und der Butter. Hierin herrscht ein echter Jesuitismus. Die Mandarinen-Vorschrift über „2ajin Nesech" wird noch streng beobachtet. Gut. Degustibus nun est «lisputandum. Nun lassen sich mehre Priveligirte einen besondern Schein vom Rabbiner geben, daß der Wein, den sie ausschenken, koscher sei, so daß der Erzvater Abraham ihn trinken dürfe. Jederman aber weiß, daß der Patentirte ihn in diesem oder jenem Weinkeller gekauft habe, ohne je bei der Presse gegenwärtig gewesen zu sein. Wozu diese jesuitische Täuschung, dieser religiöse Betrug? Nicht besser steht es mit dem getrockneten Obste am Pesachfeste. Der Rabbiner errheilt ein Patent, daß diese Pflaumm am Pesach erlaubt sind, weil ein Jude bei ihrer Zubereitung gegenwärtig war, während es männiglich bekannt ist, daß sie von diesem oder jenem Bauer gekauft wurden. Mit diesem Pesach-Obft wird sogar ein bedeutender Handel getrieben, das Obst wird von den Juden lheuer bezahlt, und doch ist das ganze Tetzel-Manövre verderbt, unsittlich und voller Täuschung und Heuchelei! Die Butter, giebt man vor, sei echt hebräischer Abstammung, wenn auch die Kühe christlich sind, während sie oft von Bäuerinnen oder Schweizerinnen gekauft und dann als koscher marktschreierisch verkauft wird. Die Rabbi neu wissen das so gut wie wir; sollte es ihnen unbekannt sein, so werden sie ihre Frauen darüber belehren. Wir fragen nun, wozu dieses Possenspiel, dieser Ablaßkram, diese sanktionirte Formalität? Die Folgen dieser kleinlichen Küchenreglements sind so verderblich auf Sitte und Moral, daß man sie mit aller Kraft bekämpfen muß. Dieses scheinbare Abfindungösystem mit Gott, dem Gewissen und der öffentlichen Meinung, das auf Vertuschen und Lüge beruht, gewöhnt Wiele durch jesuitische Kniffe sich mit Gott abzusinden. Ich will nicht einstimmen in die Beschuldigung, daß manche Rabbiner solche Wem- und Obst-Patente für Geld liefern; charakteristisch für den bezeichneten Unfug ist aber folgende Anekdote, die man sich in Mähren erzählt. Ein Jude verkaufte Schinken. Als ihn Jemand darüber zu Rede stellte, zeigte er einen „Hechscher-Brief" (Brief - -j^on) seines Rabbiners vor!! Im Interesse der Religion, deren Diener und Förderer zu sein sie vorgeben, fordern wir die Rabbiner auf, diesem religiösen Schacher, diesem Lug- und Trugsystem ein Ende zu setzen / damit sie nicht zum Gespötte werden und man nicht mit Fingern auf diesen religiösen Zolltarif zeige. Sie wissen wohl, daß ein großer Theit diese Vorschriften ganz umgebt, und ein anderer weiß, daß er geradezu gefoppt wird und gleichsam Versteck'ens spielt. — Wir nehmen für heute von dm Rabbinen Abschied, und wenden uns zu den Gemeindevorstehern, einem Wespennest von Misbrauchen li

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