Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 11 (10.3.1849)
- Date
- 1849-03-10
- Page
- Spalte 145-146 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Meraturblatt des Orients. Berichte, Studie» und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. ^lO. Leipzig, den 10. März 1849. Inhalt. Kritiken. Phi l i pp o w ski, Sefer Ha-Asis. Von Dr. Fürst. — Fassel's Tugend- und Rechtslehre. Angezeigt von Dr. M. D u sch a k. (Schluß.) — Studien. Vioaraphien der Talrnudisten. Hillel der Aeltere Von. Dr. I. K. — Exegetische Studien. Von M B. Friedenthal. — Literarische Analekten. Der jüdische Kultus in Rom. — Literarische Miscellen. Entgegnung von Dr. Wiener in Hannover. — Ankündigungen. Kurze Ueberfichterr. 5) Sammlung verschiedener Gegenstände jüdischer und nichrjüdischer Autoren in spekulativer und praktischer Wissenschaft, Kommentationen über Schriftstellen, Uebersetzungen und Originalarbeicen aus seltenen Handschriften. Von Hirsch Philippe wsk i in London. Leipzig, 1849, 8. ©.136. Das Ganze ist nur hebräisch. Hr. Ph. hat bereits im vorigen Jahre unter dem Titel Sefer Ha-Asif ein hebräisches Jahrbuch, nebst einem Kalender in englischer Sprache, edirtz mit diesem vorliegenden jedoch hat er erst den Plan eines alljährlich herauszugebenden Jahrbuchs naher begrenzt und bestimmt, so daß in diesem eigentlich der Maßstab zur Beurtheilung liegt. Dieser Plan ist, in jedem Jahrgange eine hebräische Handschrift, vollständig oder bruchstückweise, rieben andern Dingen aus der Gegenwart abdrucken zu lassen , was, wie Hr. Ph. richtig bemerkt, ihm um so leichter werden dürfte, als er die Oxforder Bibliothek und auch noch andere kostbare Bibliotheken mit zahlreichen hebräischen Handschriften —) zur Hand hat. Mit diesem Plane ist nun m Vorliegendem ein, Anfang gemacht worden, indem er el-FärLbi's Werkchen -00 D'NäDJn mbnnn hl er abdrucken ließ, und er gedenkt in dem Jahrgange für 1850 das F)DD7 FpKQ ~iDD von.'Asarja de' Rosst, nach einer Oxforder Handschrift, wie auch nebenbei das y^yn 1DD von Abraham b. Chijja Ha-Sefardi, aus zwei Handschriften, herauszugeben. An diesem schönen Plan, den jeder Freund der jüdischen Literatur gewiß freudig begrüßt und den die vermögenden Israeliten, in Betracht, daß in der Erblühung der Literatur die Erhaltung und Verherrlichung des! Jüdenthums wurzelt, nach Kräften unterstützen mögen, kann die gerechte Kritik nichts mäkeln und sie kann blos den Wunsch aussprechen, daß der Herausgeber, als der einzige Förderer hebräischer Literatur in dem großen und reichen England, vorzüglich solche Handschriften wähle, die ein historisches oder religionsphilosophisches Interesse darbieten, da die dortigen Bibliotheken eine solche Auswahl Anlassen. Was das hier gebotene Werkchen el-Füräbi's betrifft, so hat es Hr. Ph. in der Bibliothek beö Britlsli Museum in zwei Handschriften (Plut. 14. 763 und Plut. 5. 507), von denen die erste von Salom o Jedidja b. Mose Jaöiba (rn^) im Jahre 1273 und die andere ohne Angabe des Schreibers 1454 geschrieben wurde und nach diesen beiden Handschriften hat Hr. Ph. den Text geordnet. Da im Vatikan und im der Bibliothek de Rossi's (207) sich diese HS. ebenfalls sinder, so kann man, wo die Genauigkeit ermittelt werden muß, auch diese vergleichen, was natürlich unsere Sache hier nicht sein kann. Ueber den ursprünglichen Vers. el-FLrubi giebt Hr. Ph. eine zu kurze Skizze, die ich hier um einige Zeilen ausdehnen möchte. Abu Nasr Muhammed b. Muhammed b. Tarchün el-Fürübi wurde zu Färüb, einer Stadt Turkistan's, geboren (c 870—75 n. Ehr.), und da er Türke von Geburt, mußte er das Arabische erst, einer fremden Sprache gleich, erlernen, was bei ihm erst spät geschah, als er sich nach Bagdad begab, um seine Bildung zu vollenden. Erhörte daselbst die Vorlesungen des Abu Baschr Matta über den Aristoteles, später zu Harrckn auch den christlichen Philosophen Abu Johanna Jbn ChNckn, und Aristoteles blieb sein Hauptstudium. Seine Kommentätionen und Bearbeitungen des Aristoteles blieben auch Hauptsache; dann schrieb er auch philosophische Werke im Geiste jenes griechischen Philosophen und die Zahl seiner Werke, von welcher Casiri (1. p. 192) 58 aufzählt, sollen sich auf 70 belaufen. Er st. 950 zu Damaskus. Die Werke dieses arabischen Philosophen, der ein Zeitgenosse Sa^adja Fajjürni's war, und da er in Bagdad gelehrt, 10