Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1849)
- Date
- 1849-03-03
- Page
- Seite 41 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, St «Hi er» «nö Kritiken Unter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und ollen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Hcrausgegebeil von Jahrgang. Von dieser Zeitschrift krscbeinrri wöchentlich das Litcraturblatt mitgerechnet, zwei Boaen, Und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. einzig, den 3. März Inhalt. D e u t schl a ir d 's vereinigte Staaten Wien. Die ungarische Jadensteuer. Prag. Schreiben an Strohdach betreffs der, Emancipation. Breslau. Die „Oderzeitung". Berlin. Seminare. Frankfurt a. M. Aus der Reimchronik. Aus Mahren. Hirsck's Zuschrift. Kremsler. Drei Artikel über die Emancipation. G a y a. Rabbiner Weiße. München. Die Grundrechte. Dresden. Kammer-Reform. Leipzig. Vor fünfhundert Jahren. Hamburg. Die Grundrechte. O e st e r r e i ch i sch e Ne b e n län d e x. Ofen. Proklamation. Großbritannien. London. Judenbill in Aussicht. Theater- Juden. LB. d, Or. Deutschland's vereinigte Staaten. WUen, 16. Fcbr. Wie vertäutet, soll die Pesther Jsraclttengemeinde amtlich aufgefordert worden sein, die rückständigen zwei letzten Na teil der Toleranzsteucr im Betrage voll 480,000 ft. CBt. abzutragen. Bekanntlich hat der Monat März 1848, da eben der zweite Ratentermin abgelanfen, war, eine Unterbrechung dieser Steuerleistnng verursacht, weil unter dem damaligen Regiment die Ansicht sich'festgesetzt hatte, daß selbst die im Verlaufe von vier Jahren noch weiter abzntragende Ablösungssumme von 980,000 fl. CM., ein für alle Mal suspendirt sei. Gegenwärtig wurde es wohl vor der Hand, der die Garantie übernommenen Pesther Gemeinde manche Schwierigkeiten bereiten, von jenen jüdischen Gemeinden in der Provinz,, wo noch die Rebellenpartei ihren Terrorismus ausübt, die resp. Steuerquotennach dem vor drei Jahren von den damals versammelten jüdischen Repräsentanten festgesetzten Verhältniß, zu erbeben. Doch dürfte die reiche Gemeinde, im Falle die berührte Anforderung wirklich an sie gestellt worden sein sollte, sich der von ihr-einmal übernommenen Pflicht ehrenvoll entledigen, zumal ihr uilbenommcn bleibt, mit allen übrigen israelitischen Gemeindekorpern sich in Verbindung zu setzen, wo die Achtung vor dem Gesetze bereits hergestellt ist. . PlMg, 11. Febr. Die hiesigen israelitischen Wähler, die bei der letzten Reich Stagswahl sämmtlich ihre Stimme Hrn. Strohba ch gegeben haben, richteten Angesichts *'der bevorstehenden Neichstagsverhandlnngen über den tz. 16 ein direktes Schreiben an den erwähnten Deputaten, dessen Wortlaut folgerlder ist: Ew.Hochwohlgeboren! Hochverehrter Herr Appettativttsrath! Die zehn Tausend Israeliten Prags, die in Ihnen ihren für den Reichstag gewählten Vertreter verehren / wenden sich vertrannngsvoll an Sie in ernster Zeit und hoffen, daß Sie ihr Vertrauen würdigen werden. — Gerüchte mancherlei Art,J nicht geeignet, die des Freiheitsrufs ängstlich harrenden Geinüther zu beruhigen, sind seit einigen Tagerr im Umlaufe. Bald heißt es, in Kremsier sei die Meinung verbreitet, die Juden selber wünschten nicht die volle Emancipation, die Furcht vor etwa möglichen im Gefolge der unbedingten Gleichstellung eintretenden bedauerlichen Ereignissen mache sie zu Abfindungen geneigt; bald wieder spricht man von Propositionen, die zur Erleichterung der dermalen die Juden arn meisten drückeilden Verhältnisse sollen gemacht worden sein; und dann heißt es wieder, die Losung der Judenfrage werde auf einige Jahre hinausgeschoben werden. Wie lehr auch solche Gerüchte rnit der in den bisherigen Reühstagsbelchlnssen bewahrten Freisinnigkeit und Biederkeit unserer Reiehstagsvertreter im Widerspruch stehen, so sieht sich doch das gefertigte Centralkomitö veranlaßt, vorsichtsweise Nachstehendes zu erklären: Die gesammte böhmische Judenschaft würde in jeder Art^ von Verkümmerung der ihnen gleich allen übrigen Staatsbürgern 9