Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 7 (17.2.1849)
- Date
- 1849-02-17
- Page
- Spalte 111-112 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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111 Bezug auf diesen Lchrer Babylomens wäre es daher wünschenswerth, wenn erst e n s sämattliche erhaltene Fragmente, Ln den erwähnten mb nicht erwähnten Citaten, zusammenge- Iragen und kritisch beleuchtet würden, um daraus über Anlage und Geist jenes Werkes ein Bild zu haben; zweitens endlich in den Bibliotheken nachgesehen werde, ob noch dieses Werk ganz oder theiilweise sich erhalten. 8« Kulturgeschichtliche Parallelen. Gesammelt von Le»pold Dukes. III. Die übermäßige Trauer. Im Talmud (Moed Katan S. 27 b> lesen wir die Stelle mn wn NN8 nc by ’n"!ö INI' ino by n»pnon b. „Wer sich über einen Todten zu sehr abhärmt, weint spater noch über einen andern Lobten." Wir haben diese Stelle bereits gelegentlich in unserer Blumenlese '(S. 2*6 Note 1) nn'tgetheilt. Mancher Leser stehet auf dieser Stelle vielleicht den Stempel jüdischen Aberglaubens geprägt. Es dürfte manchem vielleicht nicht unwillkommen sein, eine ähnliche Ansicht parabolisch ausgedrückt aus dem Munde eines alten Philosophen über diesen Gegenstand zu vernehmen. Die Stelle hat uas Plutarch (Lrostschreiben an A p o llonius §. 19) ausbewahrt. Ein alter Philosoph t>at sie cm die Königin Arsinoe gerichtet, die ihren Sohn unmäßig betrauerte. Diese Parabel Znag hier einen Platz finden. „Als Zeus — so sprach der Philosoph — alle Ehrenämter unter die Götter bereits vertheilt hatte, war die Lra uer zufällig abwesend. Sie verlangte -auch ein Ehrenamt zu er- 112 halten. Jupiter gab ihr dasjenige was die Todten angelet, nämlich L ränen und B e t r übniß; wi e die übrigen Götter diejenigen, von welchen sie geehrt werden, Lieben, so wir!» o Weib, allgleiche Weise die Lrauer, wmn du ihr keine Ehre erweisest, nicht zu dir kommen; erweisest du ihr aber Ehre, welche ihr verliehen ist, nämlich Betriibniß und Klagen, so wird sie dich liebgewivnen, und immer dir etwas geben, weswegen sie von dir beständig geehrt werden wird." Durch diese Reden — fährt P l u t a r ch fort — scheint er einen außerordentlichen Eindruck auf die Frau gemacht zu Haben und sie von ihrer Trauer befreiet zu haben. Daß düse Parabel sich eng an unsere Stelle des Tal» muds anschließt, ist jedem Leser wohl klar. Den innern Zusammenhang der Sache selbst aber, wie nämlich das übermäßige Trauern auf den Todesfall Einfluß haben kann, dr der Tod doch nicht von uns selbst abhängt, haben beide Stellen nicht allsgedrückt. Die eigentliche Idee beruht in den Liefen des Glaubens, welche jede äußere That des Menschen auch mit den Hähern Wtttkcäften in Verbindung setzt, die aber speciell von Gott geleitet werden. Der Sinn der Lalmudstelle ist, wer einen Todten zu sehr betrauen, der scheint zu bezeugen, als wäre er der göttlichen Vorsehung entgegen, denn der Tod ist selbst auf ihr Geheiß gekommen. Der Glaube verlangt aber die göttlichen Strafen ohne Murren entgegenzunehmen. Eine Stufe, worauf die wenigsten der Sterblichen stehen. Es mag hier auch eine Stelle Plutarchs folgen. Plutarch (Lrostschreiben an Apollonius §. 22) sagt -„>enn die Lrauer ist in der Lhat etwas Weibisches, Schwaches und Unedles, weil die Frauen mehr der Lrauer ergeben sind als die Männer, die Barbaren mehr als die Griechen und die Georgier mehr als die Hähern". — — . Diese Stelle giebt zu manchen Betrachtungen Anlaß. Wir werden dieselben zur Zeit für den Leser folgen taffen. Unkündigungen. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile'oder deren Raum ausgenommen. EP1GMIMT1 HEBEMCA, Par lim ccanposila, partim e variis linguis versa, auctroe H. SomerJmusenj Philas. theor. Mag. lit. hum.' Duct. nonnul. Acad., et Söciet. Socio. BRUXELLENSE. (Fasciculus I. — Epigr. Satyrica). Bruxellae et Lipsiae, 1840. brosch. Preis 15 Ngr. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel. [18] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu beziehen: Das Portrait des De. Hermann Iellirrek. Mit dem Molto des Verewigten : „Wahre Bildung giebt Muth, wahre Wiffenschaft Consequenz, Ausdauer." Preis auf feinem Papier nur 5 Nar. Verlag vu C. L. Fritz sche.