Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1849)
- Date
- 1849-02-17
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien uuH Kritiken Zehnter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man avonnirt belasten lobt. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von ' Br. JMres Fürst. MW Bon dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnct, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. Leipzig, den 17. Februar Jnhal-i. D e,ut schlan d's vereinigte Staaten Breslau. Jüdisches Sündenregister der „KreuzKeitung". Leipzig. Charakteristik des Dr. Taufen au. München. Leibzoll. Frankfurt a. M. Das österreichische Kabinet will die Emancipation. Dresden. Dr. Hirsche l. Leipzig. Fisch Hof und M a n n h e i m e r üüer die Todesstrafe. Wien. Vermischtes. Hamburg. EmancipEon. Leipzig. Preußische Verordnung in Betreff fremder Juden. Posen. Die Stadtverordneten. — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Breslau, 15. Jan. (N. Pr. Z.) M it großem Befremden haben gewiß viele Ihrer Leser den in Nr. 9 Ihrer Zeitung mitgetheilten unV zugleich gebührend zurückgewiesenen Angriff des Soester Oberrabbiners H e l l w i tz gelesen. Wie, sagt man sich, ein Jude gerade ist es, der zuerst einen solchen Angriff auf die Preßfreiheit und das mit ihr verbundene Recht der freien Meinungsäußerung macht; ein Jude ist es, der in einer Ministerialbeschwerde das Gouvernement ersucht, die früher betretenen Wege wieder einzuschlagen, und der Presse durch Verfügungen und Verwaltungsmaßregeln den Mund zu schließen? Wir wollen zur Ehre des Herrn Hellwitz annehmen, daß er einer von denjenigen Juden ist, welche die ihnen durch die Verfassung gewährten Rechte mit inniger Freude begrü- - ßen und anerkennen, wie sehr gerade sie jetzt vorzüglich Ursache zur Dankbarkeit haben. Aber wenn in der Grafschaft Mark der dort Gottlob herrschende brave Preußensinn auch auf die dortige Judenschaft so günstig emwirkt, daß nach der eigenen Aussage des Herrn Hellwitz die Seester Gemeinde nur einen einzigen Unzufriedenen zählt, so gehört doch entweder eine totale Unkenntniß der Geschichte des vorigen Semesters oder eine äußerst naive Unbefangenheit dazu, dasselbe von den Juden her ganzen Monarchie zu behaupten, und die Angriffe der N. Pr. Z. schlechtweg für unbegründet, verlaumderisch und böswillig zu erklären. Sie haben bereits zur/Belehrung des Herrn Hellwitz eine Menge bekannter Namen aus allen Theilen Deutschlands angeführt, welche klar beweisen, wie zahlreich und mit welcher Vorliebe gerade das Volk Israels sich an der demokratisch-wiihlerischen Wirksamkeit beteiligt hat. Ein schlagenderes Beispiel aber, für die Charakteristik des mosaischen Elements dürfte kaum gefunden werden als die demokratische Partei unserer guten Stadt Breslau, welche nicht nur fast die ganze jüdische Einwohnerschaft umfaßt, sondern die auch zu Führern und Hauptagitatoren der größeren Zahl nach jüdische oder doch jüdischen Stammes cmgehörige Individuen besitzt. Nicht nur zur vollständigen Widerlegung des Herrn Hellwitz, sondern auch wohl im allgemeineren Interesse sei es erlaubt, einen kleinen Blick auf diese hier so scharf hervortretenden Elemente und ihre Wirksamkeit zu werfen. Vorher sidoch wird eine kleine Berichtigung riothig sein, um der Hauptwaffe unserer Feinde der Beschuldigung „frecher unverschämter Lüge, niederträchtiger Verläumdung" rc. vornweg die Spitze abzubrechen und ihre Angriffe dadurch unschädlich zu machen. Sie haben nämlich in eben jener Nr. 9 unter der Zahl der hiesigen jüdischen Komitemitglieder auch die Herren Friedensburg und Engelmann mit angeführt, wahrscheinlich durch den Klang der Namen getäuscht. Beide sind aber keine Juden. Ersterer stammt vielmehr aus einer geachteten hiesigen evangelischen Gemeinde, und Engelmann, aus dem katholischen Neiffe gebürtig, gehört einer gutkatholischen Familie an. Er selbst dagegen ist Christkatholik und eines der Häupter der hiesigen Gemeinde. Diese fallen also aus dem Reigen aus; die Lifte wird indeß trotzdem noch bunt und zahlreich genug werden. Da ist vor Allen unter denen, die bereits vor dem März 7