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Der Orient · 1849-02-03 · 5 (3.2.1849) · p. Spalte 65-66

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
5 (3.2.1849)
Date
1849-02-03
Page
Spalte 65-66 (sequence 1)
Language
German
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des rients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. il? 5» Leipz'ig, den 3. Fcbrnar 1849« -Inhalt. Studien. Der Talmud. Eine literüturgeschichtliche Skizze. Der Talmud als mündliches Gesetz. Derselbe als Auslegung der Mischna.. Die Namen Chachma, Dikduke Sofrim u. s. w. Der Ausdruck Gemiri. Von Dr. Fürst. Erstes Kapitel. — Biographie El. Levita's. Von N. I. Wunderbar. (Forts.) — Kritiken. Das französische Vibelwer! von S. Cahen. Kritisch betrachtet von L. Dukes. (Forts.) — Literarische Analekten. Sifra de:Adam. Von Dukes. — Literarische Miscelleri. Erwiderung von Dr. Beer. — Eine Arbeit für jüd. Kulturgeschichte. — Ankündigungen. Der Talmud. Eine literaturgcschichtllche Skizze. Von Dr. Julius Fürst. Erstes Kapitel. 1« 2tus dem bewegten geistigen Leben der Hochschulen am Eusrat, den Zeitraum von 2>9-498 n. Ehr. ausfüllend, ging ein hochwichtiges, riesiges Werk hervor, das wir jetzt noch als babylonischen Talmud besitzen. Es ist ein Werk echt jüdischen Geistes, das durch den Umsang seiner wissenschaftlichen Bestandteile, durch seinen Einfluß auf Gestaltung und Fortbildung des jüdischen Lebens 1300 Jahre lang, durch seine eigentümlich ausgeprägte Darflellungsweise, wie seine zahllose Literatur, die es hervorgerufen, und endlich durch die unsäglichen Verfolgungen und Verleumdungen, die es theils 'selbst erfahren oder welche die Juden um seinetwillen ertragen, mehr cts je ein anderes Nationalwerk der nähern Erforschung und Ergründung werth ist. In Hinsicht seiner Umfänglichkeit von der Ueberlieferung „ein Meer" genannt, ist dieses Riesenwerk noch nicht in seinem literaturgefchichtljchen Gehalte erforscht und vorgeführt worden, und die hier gebotene Skizze, gestützt auf die bereits hier gegebene Geschichte der Hochschulen Babyloniens, will blos als ein geringer Versuch zur Anbahnung einer solchen Erforschung gelten. Um aber eine kritische und geschichtliche Erforschung möglich zu machen, wird es nöthig sein , den Talmud von den verschiedensten Seiten her zu beleuchten und seine Bedeutung in |bev Literatur - Entwickelung vorzuführen, und diese Beleuchtung, wenn auch in kurzen Abrissen, möge hier folgen. 2. Der Talmud nach seinem Ursprünge und nach seiner Anlage macht sich zunächst als mündliches1 Gesetz geltend. Das mündliche Gesetz ist die Erläuterung der'niedergeschriebenen Tora und die Aufhellung derselben, wodurch die geschriebene Lehre erst verständlich, begreifbar und zugänglich gemacht werden soll.2 * 4 * 6 Die Mischna als Komplex des mündlichen Gesetzes bildet zu dem geschriebenen Gesetze gleichsam die Ergänzung und Vollendung. Das mündliche Gesetz soll für Israel bedeutsam und gewichtig sein; der zwischen Gott und Israel gestiftete Bund, heißt es, war nitc um des mündlichen Gesetzes willen, insofern dieses als Endziel und Vollendung des Fünfbuches betrachtet wurdet Als Vollendung ist das mündliche Gesetz vorzüglicher als die geschriebenen unbegriffenen Wortes und wie das Gesetz selbst, so ist dieses als Mischna nebst deren 'Erläuterung (Gemara) schon dem Mose auf Sinai mitgegeben worden. Gott hat bereits dem Mose Einzelnes und Specielles über Gesetze und gewisse weitere Ausführungen auf Sinai offenbartGott zeigte Mose die einzelnen Formen und Gestaltungen des Gesetzes, was die Gesetzeslchrer einst aus der Schrift entwickeln oder im Geiste der Schrift als gesetzlich hinstellen werden.7 Zufolge jener rigorosen aber einmal reckpirten Ansicht, daß nach Abschluß der Schrift kein Gesetz mehr entstehen kann, daß alle späteren V hd byyy min Gittm 60 <1 oder rjDD nnm i« Pea c, 2; j. Chaglga e. 1 Ende; j. Megilla o. 4. — , 2} So erläutert schon Mose de Coucy in seinem gr» Gebotenbuche (SMG), Dorr, den Begriff des Talmuds. — 3} Gittin 60 u. — 4) j. Pea c. 2; j. Chag. c. 1 Ende; j. Meg. e. 4. —- , 5) Berachot 5 a. — 6) Berachot 40 b; , Anfl; il>. 46 b; '(Snibm, Ans.; Chullin 28 a; ib. 43 a; Nassr 28 b; Sanhedrin 81 5 in der Mischna; Mo^ed Katan 3 b. — 7} Megilla 19 b. —

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