Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1849)
- Date
- 1849-02-03
- Page
- Seite 21 (sequence 1)
- Language
- German
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IW Abonnement auf (in 2^hr ist 5 Mr. M^nabonnirt bei allen Postämtern und ollen solid. Buchbands JS3on dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Li'tcraturblatr mitflerechnct, zwei Doaen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig« cipzig, den 3. Februar %J ts—» Inhalt. Deu 1 sch! and 's vereinigte.Staaten Wien. Fortschritt. Die Presse. K re msi er. Grundrechte. Ministerielle Rabbiner. Frankfurt a. M. S. Deutsch. Berlin, Die Urwahlen. Berlin. Die Schandpresse. Leipzig. Der Sylvester 1348 in Olmütz. Berlin. „Vossische". ,,IeitungshaÜe" und „Kreuzzeitung^ über die Juden. Leipzig. Statistisches. Leipzig. Nekrolog Baison's. — O österreichische Nebenländer. Pesth. Reform. Fleischl. Schwab. — Fra nk reich. Paris. Liberale und Reaktionäre. — Theatep- Juden. (Fortsetzung.)— Personalchronik und Miscellen. Berlin. Paris. Berlin. Berlin. Bescheidene Anfrage. Frankfurt a. M. LB« d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. SSictt/ 21. Jan. Die Verordnung' des Ministers Stadion, daß fortan die Angabe des Religioirsbtkenntnisscs in den Pässen weggelassen werde, ist eine sehr wohlthätige Maßregel. Bel den Vorurtheilen, die, vermöge dcö niedrigen Bildungöstandcö Oesterreichs, gegen die Juden herrschen, bei den Chieanen, denen der Jude bei der Polizei ausgesetzt war, bei der Verachtung, welche der Name Indo der privitegirteu ösicrrcichischchristlichen Liebe einflößt, ist die Entfernung deö Religionsbekenntnisses anö den Passer: eine große Wohlthat. AuS dieser Maßregel auf die Gesinnungen deö Ntinisteriuinö einen Schluß ziehen, Werre auch gewagt. Wo die Freiheit eine fratzenhafte Halbheit ist, kann die Gleichstellung aller Konfessionen nicht so leicht Eingarrg finden. Dieö zeigt uns die vormärztiche Geschichte. Die Freiheit darf weder alö Bruststück noch als Trorrco, sondern in Lebensgroße muß sie erscheinen, wenn sie ihren Zauber auf die Gesammtheit eines Staates auöübcu soll. —- In der Presse haben wir' jetzt mehre rcacttcnärc jüdische Journalisten; mit Ausnahme Kuranda's und Kaufmann'ö sind die jüdischen Journalisten die Schleppträger des Ministeriums. Vor dem Falle Wien'ö hieß eö, die Juden wären revolutionär; jetzt wird die N. R. Z. behaupten, .das Feld der Reaktion werde durch jüdischen Dünger bestellt. Uebrigcnö giebt cö guch echt christlichen Dünger in der Presse. Kremsier^ 18. Jan. §. 1 der revidirlen Grundrechte für Oesterreich heißt jetzt: ,,Atle Staatsbürger sind gleich vor dem Gesetze". So groß der Fortschritt durch die Annahme dieses §. ist, fo ist das Recht der jüdischen Oesterreicher noch immer in der Schwebe, da sie noch nicht faktisch als Staatsbürger erklärt sind. — Auf die hiesigen Juden übt der Reichstag einen wohlthätigen Einfluß, indem sie, durch das rege politische Leben unserer kleinen Stadt, die Ueberzengung gewinnen, daß der Talmud doch nicht die Encyklopädie aller Weisheit sei und daß cs noch andere Dinge auf Erden gebe, alö Schul-, Haman- und ''al-Chet-Klopfen, alö Fasten, Waschen und Gememdcstrcitigkeiten.. Natürlich werden unsere Stock'talmudisten behaupten, die beste Konstitution lasse sich mit Hilfe des ,,Choschen-Mischpat" entwerfen, und werden über einen Hru. Szanlo lächeln, der in Wien die „mosaische Konstitution" einführen wollte, als der Entwurf von PillerSdorf verworfen wurde. -— Ein nmhrischer Rabbi doeirtc aus der Schriftstelle: ,,Du sollst einen König ü b e r Dich setzen", daß der König über, nicht in dem Volke stehe, und hat diesen biblischen Beweis-für die Stadion'siche Erklärung in Betress des §. 1 der Grundrechte dem Ministerium überschickt! Wir haben ministerielle Rabbiner, die nicht bleS an den hohen Festtagen, sondern das ganze Jahr/fi^V singen. , ' v. Frankfurt a. M., im Jan. Der Journalist' S.^ Deutsch hat den Abgeordneten der National-Ver-