Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 4 (27.1.1849)
- Date
- 1849-01-27
- Page
- Spalte 49-50 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Meraturblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. m 4. Leipzig, dm 27. Januar 1349. Inhalt. Studien. Biographie El. Levita's. Bon R. I. Wunderbar. — Kritiken. Hebräische Lepikographie. Kimchi's Wurzelbuch. Arrgez. von Dukes. (Schluß.) — Fassel's Tugend- und Nechtslehre. Angezeigt von Dr. M. Dusch ak. — Literarische - Analekten. Bon S. Brann. — Kulturgeschichtliche Parallelen. Bon Dukes. — Ankündigungen. Biographie des Elijja Le Vita, von R. I. Wunderbar. Unter den vielen jüdischen Gelehrten, welche bis zum vorigen Jahrhundert gelebt und sich mehr oder minder um das Studium der hebräischen Sprache ein wesentliches Verdienst erworben haben, zeichnet sich Rabbi Elijja Levita besonders aus, und verdient mit Recht in dieser Beziehung obenan gestellt zu werdet!. Wohl besaßen wir bereits schon früh auf diesem Gebiete ausgezeichnete Geister, wie Zehn da Chajug, JonaJbn ®'a n n ach, der unsterbliche I b n E sr a, die trefflichen Kimchi's, de Balm es it. a. m., welche am Horizonte des Studiums der hebräischen Sprache als Sterne erster Größe leuchtend erschienen und die alle, was die eigentliche Kenntnis; der hebräischen Sprache selbst betrifft, unserem Levita sogar weit überlegen zu sein schienen. Allein nach der Weise der damaligen Zeit hielten fast alle, mit geringer Ausnahme, sich größtentheils an die Tradition, ohne cs zu wagen, das Seeir-Messer der Kritik daran zu setzen, um zu erforschen, ob dieselbe auch wirklich eine glaubwürdige, oder nur eine fabelhafte Sage sei; weshalb sie oft beim Studium der hebräischen Sprache und Literatur, wie. überhaupt bei der biblischen Exegese, sehr besangen zu Werke gingen. Nicht so unser Levita. Obgleich er einerseits als strenger Orthodoxe auch alle Lehren des Tatnulds pünktlich befolgte, so daß selbst dessen wenige Gegner ans seiner Nation '.ihm lediglich nur den einzige n Vorwurf machen konnten, daß er Umgang mit der katholischen Geistlichkeit pflog und sie die heilige Schrift in der Ursprache lehre, im klebrigen aber ihm auch nicht der kleinsten Verletzung eines geringsten talmudischen Gebotes zeihen konnten,— so scheute er andererseits sich nicht, manchem eingewurzelten Vormtheil durch scharfsinnige, gründliche und unbefangene Untersuchung, zu der er als ausgezeichneter jüdischer Gelehrter berufen, war, vom Grunde ans den Garaus zu machen. Welchen Einfluß aber solch ein unbefangenes, echt kritisches Verfahren auf das Studium der hebräischen Sprache und Literatur haben mußte, ist einleuchtend; und ist das Urtheil nicht übertrieben, wenn man behaupten wollte, daß erst mit unfern: Levita sich die eigentliche Bahn zur Betreibung des wahren wissenschaftlichen Studiums der hebräischen Sprache gebrochen habe, ans welcher endlich in späterer Zeit sich auch würdige Nachahmer unter unseren Glaubensgenossen sehen ließen. — Höchst wahrscheinlich oon deutschen Eltern herstammend, wurde er in Neustadt an der Arsch unweit Nürnberg ums Jahr 1471 geboren und starb im Jahre 1549 zu Venedig. — Was übrigens das Geburtsjahr desselben betrifft, so haben bis hierzu darüber verschiedene differirende Meinungen statt gefunden. Nach Basnage wie nach Hirz soll Levita im I. 1549 achtzig Jahr alt gewesen, also im Jahre 1469 geboren sein. Salomo Löwinsohn (S. Sulanüt IV. Jahrg. p. 365) läßt ihn gar über 80 Jahre alt werden, aber im Jahre 1542 sterben; der aber entschieden imJrrthume ist. Ebenso irrthümlich behauptet Nagel, so wie Gans in nß*»* in (p. 61), dem auch der Verfasser des nnnn "no nachschreibt, so wie ihnen auch Herr Dr. I. Fürst im LB. des Orients 1843 Nr. J beipstichlet, das; derselbe im Jahre 1547 (W) nur 70 Jahr alt gewesen, 4