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Der Orient · 1849-01-20 · Heft 3 (20.1.1849) · p. Seite 13

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 3 (20.1.1849)
Date
1849-01-20
Page
Seite 13 (sequence 1)
Language
German
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Zehnter DjS Abonnement auf tw Jahr ist 5 Thlr. Man abomnrt bei allen löbl. Postämtern unD allen solid. Buchhandlungen aus ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Bon dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litcraturdlatk mitqercchnct, zwei Boqen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. Leipzig, den 20. Januar Inhalt. D , utsckland 's vereinigte Staaten Prag. Die Emancipation der Juden. Kempen. Nekrolog auf den Lehrer Schwarz. Aus dem Nhtzdiftrikt. Rundschau in der Provinz Posen. — Oesterreichische Nebenländer. Krakau. Dr. OeUinger als Kandidat. Krakau. Die Krakauer Ztitung über Meisels. — Theater-Juden. (Fortsetzung.) —. Personalchronik und Miscellen. London. Lübeck. ~ LB. d. Or. , Deutschlands vereinigte Staaten. Prag, 3. Jan. Beunruhigende Gerüchte über die Wendnng, welche die nun bald im Reichstage zur Berathnng kommende Jndenfragc nehmen dürste, sind seit einigen Taget! hier im Umlaufe; das Unbekannte, das sich entwickeln will, steht wie ein verhülltes großes Gehcimniß in der zweifelhaften Besorgiuß vieler ängstlichen Gcmüthcr da; und schon hat sich manche Stimme von Berufenen und Unberufenen dagegen erhoben. Wir unsererseits schenken diesem unverbürgten, von Mund zu Mnnd sich unheimlich tragenden oh c!il nur wenig Glauben. Nicht eine singuläre Verfügung, sondern eine Prinzipien frage ist cs, nur die es sich handelt,'ob-nämlich die attcu österreichischen Staatsangehörigen verheißene Freiheit und Gleichberechtigung zur Wahrheit werden -solle. Für eine liberale, im-Geiste echtcrHnmanität aussallcnde Lesung bürgt uns die durch ein kaiserliches Wort ausgesprochene Garantie nationaler Gleichberechtigung; dafür bürgt tmö die noch vor Kürzeln in dcur Ministerprcgramm zugcsicherte Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetze; dafür bürgt uns der durch keinem Haß und kein Verurthcil getrübte Rechtssinn des größern Theils der Ncichstagödepntirtcn, welche, die erhabene Aufgabe ihrer Mission erkennend, unmöglich zugebcn können, daß in der neuen Staatsordnung, die sie zu schasse» berufen sind, die alte Schmach und Knechtschaft fortbestehe und. von dem Odem der Verjüngung,-der alle Staatöglieder durchwehen soll, der Jude allein unberührt bleibe. Die sich hie und da kundgebende Abneigung gegen den Juden, sie mag sich unS unbewußt als krankhafte moralische Idiosynkrasie manifestiren, oder in der sich bewußten Furcht eines kaltblütig berechnenden Verstandes vor einer neuen Mitkonkurrenz ihren Grund haben, wird die Vertreter am Reichstage nicht beirren; denn nicht der subjektiven Neigung, der Masse, sondern den in dem höhcrn Volksbcwußtsein sich geltend machenden Forderungen deS Rechts und der Wahrheit haben sie Rechnung zu tragen. Wie man auch immerhin das Verhaltniß derJudenheit in bem neuen konstitutionellen Kaiserreiche auffassen will, sei cs nun als das, was eS wirklich ist, einer konfessionellen Gesammtheit, oder als das imaginäre von den Juden ncgirtc einer Nationalität, nimmermehr wird sich eine erecptionelte Stellung derselben rechtfertigen lassen. Denn sind die Inden in Oesterreich Staatsangehörige, dann berechtigt ktlln Motiv, in der Welt, sie auch nur von einem der der Gesammtheit konstitutioneller Staatsbürger zukommenden Rechte auszuschließen. Sollte man aber, waö kaum denkbar ist, in ihrem Bekenntniß einen Scheingrnnd finden, um ihnen die durch eine tausendjährige Ansässigkeit mit Gut und Blut, und wahrlich mit nicht geringern Opfern alö von den übrigen Staatsbürgern, erworbene Staatsangehörigkeit zu versagen und in ihnen fortan nur Fremdlinge, einen der heimischen Civilisation feindlich gegenubttstcheudeli wilden Stamm erblicken: dann wäre die nächste aus . solcher trübseliger Anschauung mit unabweislicher Konsequenz fiießende Ausgabe des Staates,

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