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Der Orient · 1849-01-13 · 2 (13.1.1849) · p. Spalte 17-18

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
2 (13.1.1849)
Date
1849-01-13
Page
Spalte 17-18 (sequence 1)
Language
German
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des Orients. Berichte, Studie« und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 2« Leipzig, dt« 13. Januar 1849« I-nhalt. Kritiken. Kurze Uebersichteir. The Anglo-Jeuuh Magazine. Angez. von Mises. Dr. Dettinger's politisches Glaubensbekenntniß. Angezeigt. — Hebräische Lexikographie. Kimchi's Wurzelbuch. Angez. von Dukes. — Studien. Die Opfer im mosaischen Kultus. Von Dr. L. Levysohn. — Kultir?geschichtliche Parallelen. Von Dukes. — Literarische AnaLekten. Randbemerkungen über Asulai. Von Dr. Franke!. — Ankündigungen. Kurze Neherfichten. 1) D'DOdLv Ibe Angla-^ewrsb Alagasine, a moiithly Journal of moral, philosophy and antiquarian re* search - Nr. 1, Oktoberheft, 1—57 SS. .2). Dass. Nr. 2, Novemberheft, 57—112 SS. Lond. 1848. 8. Diese uns vorliegenden zwei Hefte des englisch-jüdischen Magazins, „ein Monatsblatt für Moral, Philosophie und Alterthumskunde", bieten sehr wenig Interesse für den deutschen Leser dar, und scheint es einzig und allein Ziel und Streben der Herausgeber zu sein, durch eine an Inhalt und Tendenz den alten CPDDND und cpny <>YD’Ü ähnliche Zeitschrift auf die englischen Juden einzuwirken, um bei denselben mehr Sinn für jüd. Literatur n, Wissenschaft, wie überhaupt für allgemein jüd. Interessen rege zu machen, welchem Streben wir unsere vollste Anerkennung u. Zustimmung nicht versagen können. In dem einleitenden „Announeemeiit^ entwickeln die Herausgeber die leitende Idee und das Prineip, welche diesem „Sammler" zu Grunde liegen, und in Bezug der religiösen Reformfrage versichern sie unparteiisch oder „ über den Parteien " und unumwunden die Fehler jeder Partei nicht ungerügt zu lassen (whenever they observe faults, rbey will unhasitalingly expose them). „Vergangenes und vorhergehendes Jahr" bespricht im Allgemeinen die Begebnisse der letzten Jahre 1847 — 48, nur faßt Verf. die Weltereignisse des Jahres der neuen Aera 1847—48 von einem einseitig grundfalschen Standpunkt aus auf, und sieht in den demokratischen Tendenzen der Neuzeit „keine Vorsicht, Plan u. Idee", „Alles! ruft er in weinerlich-jämmerlichem Tone aus, geschieht mit Hastigkeit, Lärmen und Leidenschaftlichkeit." Es ist wahrlich einem sonderbar zu Muthe, wenn man durchwegs in der englischen Presse (Daily news und wenige Seitenblätter ausgenommen) einesolche perfide, Reaktion und Schwarzgelbthum athmende Auffassung der Vorgänge des revolutionären europäischen Kontinents wahrnimmt. Gerade in England, dem Lande der freisinnigsten Institutionen, bet; Wiege der freien Künste und weltbeglückenden Erfindungen uitb Entdeckungen, sollten da die Menschen hinter der Zeit so sehr zurückgeblieben sein, das; sie von selbstischen Interessen geblendet und durch materielle Vortheile geleitet, die geistigen Kleinodien der Menschheit verachten und mit Füßen treten, das göttliche Streben des Menschen nach freiem Fortschritt und nachSelbstentwickelung mit Kolh und Schmutz bewerfen können?! Wie wahr was BLrne irgendwo von den Engländern behauptet: „Das englische Volk, sagt er, liebt nicht die Freiheit als solche, sondern blos als-nutzbringendes Gewerbe, alsHandelsprivilegium, und besitzt eigentlich keine F r e ih e i t, sondern Freiheiten, die es als Privilegiennur für sich behalten und keinem andern Volke gönnen möchte."* Welche Wahrheit und gründliche Menschenkenntniß! Allein, daß auch die englischen Juden so sehr ihre Seelen dem Teufel des Mammons und Egoismus verkauft haben können, daß sie ähnliche schwarzgelbe, jedes freien Mannes Herz tief indignirende Worte, Urtheile und Aussprüche über die Streitigkeiten zwischen Volk und Krone, zwischen Mensch - und von Gottesgnadentham, aussprechen und fällen können, daß ein Jude, ein Sprößling makkabäischen Stammes, den glorreichen Unabhängigkeitskampf der Gegenwart mit Haß und Verleumdung überschütten und das revolutionäre Europa verdammen könnte, welchem einzig und allein er seine ganze Existenz als Mensch und Staatsbürger zu verdanken hat und hoffentlich tu Zukunft zu verdanken haben wird; daß ein Jude eine solche Stirne *) Ich citire hier frei aus dem Gedächtnisse, weil ich seine Briefe gegenwärtig nicht zur Hand habe. 2

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