Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-12-23 · Heft 52 (23.12.1848) · p. Seite 412

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 52 (23.12.1848)
Date
1848-12-23
Page
Seite 412 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2360092-2360526-2360579--6680-3534702
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 412 - Lieder eines Juden von Emil Lehmann. Zum Weihefeste. Huf Brüder, zündet Lichter an, Begeht das Fest der Weihe; W-egeht das Freudenfest; heran, Heran jedweder Freie! Wie hell das Weihelicht " Durchs nächt'ge Dunkel bricht, . So ist aus Druck und Banden Die Freiheit neu erstanden. Ein schönes Fest begehn wir heut, Das herrlichste von Allen; Den Männern gilt es, die im Streit Für's Vaterland gefallen: Den Helden, die mit Macht Gekämpft die Freiheitsschlacht; , Die ihre Feinde zwangen , Der Freiheit Sieg errangen. Es-ist wohl lange Zeit schon her, Zweitausend Jahr verrannen — Da ward das Judenland gar schwer Gedrücket von Tyrannen: Der syrische Despot Dräut ihnen blut'gen Tod, Er will der Väter Glauben, Die Freiheit ihnen rauben. Da war gar mancher feile Knecht, Der sich zum Syrer wandte; Gar Mancher, der da feig und schlecht Das Heidenthum bekannte. Nur eine kleine Schaar . Muthig entschlossen war, Dem Feind sich nicht zu fügen: Zu kämpfen, und — zu siegen. Das war die Makkaba'erschaac Und ihre Heldenführer; Nicht scheuten Kampf sie, nicht Gefahr, Nicht Ueberzahl der Syrer: Erfüllt von Glaubensmuth, Durchströmt von Heldenblut — So sind sie zum Kampfe geschritten , So haben den Sieg sie erstritten. Die Syrer flohn entsetzt davon, Für immerdar bezwungen; Den Kämpfern ward der schönste Lohn: Die Freiheit war errungen! Errungen durch die Hcldenthat, Errungen durch die blut'ge Saat Der wackern Makkabäer, Der muth'gen Freiheitssäer! Verlag von C. L. Fritzsche. Heut sind es schon zweitausend Jahr Seit jener Helden Tode , Vergessen ist die Syrerschaar, Vergessen ihr Despote: Doch thut ein jeder Mund . Hasmoni's Thatcn kund, Und tausend Bücher melden Von jenen Fceiheilshelden. O Brüder denket allezeit An Eure muth'gen Ahnen; Sie zogen in den Freiheitsstreit: — Folgt Brüder ihren Fahnen. Sie kämpften muthentbrannt Für's theure Vaterland O kämpfet auch Ihr für das Eure, Für Deutichland, das schöne, das theure! Sie wollten Freiheit, Recht und Licht, Sie litten nicht Tyrannen; Auch Deutschland will Bedrückung nicht, Drum auf, Euch zu ermannen: Seid stets der Freiheit freund, Bleibt stets hem Volk vereint, Bleibt mit ihm auf der Linken, Wie auch die Sabel blinken. So Ihr nicht mit dem Volke steht,. So seid Ihr auch verloren; Es hat Euch keine Majestät Zur Freiheit reif erkoren; Das Volk hat Euch befreit, 'Drum, wenn Ihr Männer seid. Und keine Kammerknechte — Kämpft für des Volkes Rechte. Es ist noch trüb' im deutschen Reich, Gar Vieles bleibt beim Alten; Versprochen hat man Manches gleich, Doch wenig noch gehalten — Drum laßt vom Volke nicht, Erkämpft der Freiheit Licht: Dann feiert jeder Freie Mi t Eu ch das F e st d er Weih c. Personalchronik und Miscellen. Wien. Unter dem jetzigen Ministerium Stadion sind vier neue Ministerialräthe ernannt worden, nämlich L o w e nthal, Becher, Schmidt und Hoch, sämmtlich Mitarbeiter an den Regierungsblättern. Sämmtliche vier sind jüdischer 7tbstammung, dies zum Leidwesen des Hrn. Endlich. * * * ' P ari s. Goudchaux ist in den provisorischen Slaaksrath gewählt worden. — Die „Revue des deux Mondes" polemisirt gegen Cremicux, weil er den politischen Eid abgeschafft hat. — Druck vo» I. H. Nagel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.