Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1848)
- Date
- 1848-12-23
- Page
- Seite 405 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berichte, Studien und Kritiken Neunter Das Abonnement auf ein . Jahr ist 5 Thlr. Man abonnivt bei allen lobt, Postämtrrn und allen solid. Bucdbandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift ersäseinen wöchentlich das Literaturdlatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 1848 Leipzig, den 23. December Inhalt. An die Leser. Programm. -— Deutschland's vereinigte Staaten Wien. Der allgemeine Kampf. Die jüdischen Abgeordneten. Mannheimer. - S ch n e i d e m ü h l. Versprechungen und Reaktion. Breslau. Kultuswesen. Wien. Ein Brief über Hrn. Jellinek. Prag. Czechen und Juden. Wien. Mährer im Freiheitska rupfe. — Betrachtungen über das Prinzip der Emäncipation. -— Theater - Juden. — Zum Weihefeste. Gedicht von E. Lehmann. — Perfonalchronik und Miscellen. Wie». Paris. - LB. d. Or. An die Leser. Ein großes Jahr, reich au Kämpfen und Bewegungen, wird bald hinter uns liegen. Mitten im Strome der großen Völkerbcwegung, welche die Aufmerksamkeit der Deutschen ganz in Anspruch nahm, mußten wir mit verdoppelten Rudcrschlägcn unser Schisflein leiten. Nicht ohne die größte Anstrengung haben wir in den brausenden Stürmen des Jahres 1848 ein Blatt rcdigirt, das durch eine Bindclinic mit dem großen Zuge des Ganzen im innigsten Zusammenhänge steht. Der allgemeine Freiheitskampf hat uns nicht die Feder für unsere Glaubensbrüdcr entrissen: Literatur und Zeitgeschichte haben wir angcbaut und die zerstreuten und zersplitterten Elemente des jüdischen Lebens gesammelt. Wir werden sortfahrcn, auch im kommenden, Jahre unfern „Orient" zu einem Organ der Wissenschaft und des Lebens zu machen. Die Bahn, welche der Wissenschaft vorgczcichnet ist, hat sich durch die politische Verjüngung unserer Zeit nicht so sehr geändert, wie die Richtung, welche das Leben annehmen wird. Das Leben wird und muß ein anderes werden. Die Journalistik, als eine Abspiegelung der neuen Lcbcnsgestalten, wird daher auch in eine neue Wendung cintrcten. Ihre Thätigkcit wird mehr intensiv und innerlich werden. Schule, Synagoge und sociale Reform werden die Hauptqucllcn sein, aus denen sie ihre Elemente schöpfen wird. Ihren ganzen Einfluß wird sie einer segensreichen Gestaltung der inneren Zustände der Judenheit znwendcn. Aber noch kann sic auch das Schwert der Defensive nicht aus der Hand legen. Abgesehen davon, daß die Verhältnisse in unserem deutschen Vatcrlandc noch formlos und in einem großen Gährungsproceß begriffen sind, muffen wir noch der Amvalt von Millionen unserer Brüder außerhalb des uneinigen Deutschland bleiben. Entschlossen und kampfgerüstet erscheinen wir auch für das künftige Jahr; wir hoffen, daß die Leser uns und den Interessen der Judenheit, des Judenthums und der Wissenschaft auch ferner treu bleiben und der Eifer für das öffentliche Leben in ihnen nicht erkalten werde. Leipzig, den 6. Decembcr 1848. Die Redaktion. 52