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Der Orient · 1848-12-16 · Heft 51 (16.12.1848) · p. Seite 404

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 51 (16.12.1848)
Date
1848-12-16
Page
Seite 404 (sequence 15)
Language
German
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404 andern Erwerbszweigen zu sorgen suchen./ Selbst-das kurhessische Gesetz schließt die Inden, welche den Noth- Handel treiben, von den wichtigsten staatsbürgerlichen Rechten aus. Auch die Gefahr, welcher namentlich das Landvolk von Seiten des jüdischen Wuchergeistes ausgesetzt ist, findet sich in den vaterländischen wie in fremden Gesetzgebungen verschiedentlich anerkannt. Gleichwohl ist nicht zu vergessen, daß die verrufenen Erwerbszweige den Juden eben nur durch die Christen aufgedrungen worden sind. Die Gesetzgebungen unsersJahrhunderts erkennen es vielfach an, daß meist nur diejenigen Juden den Nothhandel treiben, die sich auf andere .Weise ihren Unterhalt nicht verschaffen können. Das dürftige Pariasvolk, dem man jeden andern Erwerbszweig verschloß, das man gesetzlich für anrüchig und ehrlos erklärte, konnte nichts Anderes thun, als sich mit Pfänderleihen, Mäkeln, Viehverstallen re. ernähren. (Beschluß folgt.) Hermann Jellinek. Zur Erinnerung gewidmet von Emil Lehmann. 23. November 1848. Mit zerrissenem Gewände, mit gesenktem Trauerblick, Sitzt ein Jude da und weinet -—weinet um fein Mißgeschick; Um den Sohn, den hochbegabten, seine herben Thcänen fließen, Um den Sohn, den muthentflammten. — Den ließ Windischgrätz erschießen. Um den Sohn, der jung an Jahren, doch an Geist und Wissen alt, Immer kräftig hat gerungen mit des Wahnes Allgewalt; Der sie brach die Geistesfesseln, der ein freier, kühner Denker: Solchen Frevel mußt' er büßen Windischgrätz dem Freiheitshenker. Um den Sohn, der kühn begeistert für die Freiheit war entbrannt, Um den Sohn, der rastlos kämpfte für ein freies Vaterland. Deutschland! Deiner Besten Einer war Er, Deiner Freiheit Wächter! Dein Tyrann, er war auch seiner: — Wiudischgrätz, der Völkerschlächter. Weil er kühn und frei gesprochen für ein freies Vaterland, Hat er nirgend Ruh gefunden, ward er überall verbannt; Weil zum Kampf er aufgefordert wider die Tyrannenhorden: Darum mußt' ihn Oestreichs Nero, mußt' ihn Windischgrätz ermorden. Treu folgt' er dem Blum im Tode, der voran das Banner trug, Sank wie er dahin , gemeuchelt — weit sein Herz für Freiheit schlug! Aus dem Dunkel brach die Sonne, sah sein sterbend Auge brechen — - Und die Sonne ward zur Zeugin, seinen Opfertod zu rächen! Eine neue Schuld, o Deutschland, hast Du Windischgrätz zu zahlen, Einen neuen Tod zu sühnen dem gekrönten Kannibalen! Deutschland, denk' daran, die Rache wird Dir nun zur hei'.igen Pflicht, Z i t t r e, Windischgrätz, du Mörder>» vor der Deutschen Kriegsgericht! Hört es! der für Euch gestritten, der gekämpft für Euer Recht — Der für Euch den Tod erlitten, für ein freieres Geschlecht- Aus dem Stamm ward er geboren, dem Spinoza ist entsprossen: Und für Deutschlands Freiheit ist auch eines Juden Blut geflossen. Deutsche! Juden, Christen! Könnt Ihr gegenseitig jetzt noch hassen? Nein! Ihr müßt von Vorurtheilen, müßt von .' A m m e n m ä h r ch e n lassen. O, Ihr dürft nicht länger drücken! O Ihr dürft nicht länger höhnen, Das geflossne Blut des Juden muß für immer Euch versöhnen! — Weine, weine, alter Vater! — doch du klagest nicht allein; Mit Dir klaget auch ganz Deutschland! Eine Klage muß es sein! Deutschland weint um seine Söhne, Deutschland weint um seine Helden — Doch nicht lange wird es weinen, bald wird es die That vergelten! Und Dein Sohn, gebeugter Vater, lebt, ob auch sein Leib dahin, Lebt in aller Freien Herzen, lebt in aller Denker Sinn; Was er dachte, was er wirkte für die Freiheit, für das Wissen, Nicht vergeh's, ob auch das Leben Oestreichs Söldner ihm entrissen: Edle Männer sind unsterblich, wenn ihr Körper auch zerfällt! Freiheitshelden leben ewig, im Gedächtniß dieser Welt! Ihre Geistessaat, sie blühet, trägt den spätsten Enkeln Früchte — Ihre Namen glänzen strahlend in dem Buch der Weltgeschichte! Personalchronik und Miscellen. P est h. Die Juden betheiligen sich sehr an dem Kampfe der Magyaren, und die Reichen bringen große Opfer für die Nationalität. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel. Nebst einer literarischen Beilage von der Buchhandlung U. Schulz <Sjf Comp, in Breslau.

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