Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- Außerordentliche Beilage zu Nr. 50 (9.12.1848)
- Date
- 1848-12-09
- Page
- Spalte 15-16 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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15 16 Studien. Das Letragramrnaton. Auf derselben Col. sagt Hr. Skpeinka, daß die Erscheinung eines Kompositums unter einer- Nichtgutturalen eine Unregelmäßigkeit für das Auge wäre u. f. w. Außer den Beweisen für das Gegentheil, die er selbst anführt, giebt cs übrigens zufolge einer korrekten Masora eine Menge Komposita unter vielen Nichtgutturalen, z. B. wenn von zwei gleichen Konsonanten das erste ein Schwa hat, wie nDm Num. 10, 36. Allein, da es unwiderleglich^ ist, daß die Vokale einzig und allein wegen der Aussprache unter den Konsonanten angebracht worden, so hatte' das Jod im Ttrgr. ja offenbar ein Kompos. haben müssen, um anzÄdeuten, daß es Adonai ausgesprochen werden soll, fo wie man ein ChatefSegol darunter gesetzt hat, wo man Elohim lesen sollte. — LB. Nr. 27 Eol. 429. Anmerk. 8. Wenn hier kein Druckfehler statt findet, so macht er dem Sohar ein sehr schlechtes Kompliment, da man keine andere Meinung Herausbringen kann, als daß man in demselben mehrere höchst aberwitzige Stellen findet, wovon die angeführte keine der ärgsten ist; immerdar sei sie aber doch 'aberwitzig! LB. Nr. 29 Col. 460—61 kommt er mit einer höchst sonderbaren Behauptung! Ist nj, sagt er, das Stammwort des Ttrgr. so ist es auch das Stammwort des Zeitwortes rpn. Hier muß mau wahrlich ansrufen: Interdum dormilat bonus Homerus t Welcher denkende Mensch kann sich vorstellen, das Menschengeschlecht oder ein Volk hätte sich schon so weit zmn Begriffe der Gottheit erhoben, daß es einen Namen für dieselbe hatte, bevor es ein Wort hatte, um die allerersten Begriffe, ich bin, du bist, er ist u. s. w. auszudrucken?2 Gegen wen oder, gegen was Hr. Skr. Cot. 461—62 irr dunkeln, ängstlichen, weitschweifigen Worten und Phrasen zu Felde zieht, kann ich nicht fassen, und darf mich daher auch darauf nicht eiulassen; doch muß ich fortwährend die Ehre der Menschheit vindieiren, wenn er behaupten will, seit der ersten Kindheit derselben wäre sie in ihren Begriffen von Gott nicht weiter gekommen. Höchst traurig wäre es, wenn die Mühen, die Anstrengungen, die Forschungen unzähliger Geister in Jahrtausenden uns gar keine Ausbeute verschafft hätten in der höchsten, wichtigsten, folgereichsten, fruchtbarsten Angelegenheit des menschlichen Geschlechts. Allein Hr. Skr. macht cs hier wie so viele Rechthaber; um ihren Gegnern nichts eiuräumen zu dürfen, behaupten sie — wir sind Alle blind, und damit Punktum. Bei seinem pathetischen Schlüsse, wo er sich der DWnn D1D in die Arme wirst, muß ich mir noch eine Bemerkung erlauben. So wenig als der Begriff der Gerechtigkeit, ebenso wenig liegt der Begriff der Barm- 2) Hat Hr. Skr. das Mappik weggelaffen oder der Setzer? Anm. von H. Ph. Ree. Herzigkeit direkt in der Eigenschaft des absoluten Seins oder'der Allmacht; indessen ist nach den Lehren des Judenthums, wie. unter Anderen Albo in seinen Jkkarim entwickelt, die Einheit Gottes so unbedingt und. unbegrenzt, daß alle seine Vollkommenheiten nur ein einziges, einiges Eins ausmachcn. Demungeachtet sprechen wir Menschen in unserer Beschränktheit von den verschiedenen Eigenschaften Gottes; nun glaube ich aber wohl behaupten zu dürfen, daß wenn wir in unserer höchsten Noth Gott um Hilfe anruftn, der Gedauke an seine Allmacht uns weit kräftiger vorschwebt,, als der an seine Ewigkeit oder sein absolutes Sein. Ich will mich gar nicht darauf einlässeu, wie der Gedanke der Ewigkeit in Vergleich mit zeitlichen Leiden uns vielleicht sogar entmuthigen könnte; allein dies ist gewiß wahr, daß der Gedanke an die Allmacht, die in Einem Augenblicke alle unsere Noth enden, unsere Leiden aufhören, unsere größten Gefahren verschwinden lassen kann, uns einen wahren, eitlen kräftigen Trost verleihet. Und so verliert die Lehre, daß das Tetragrammaton die mD DE)rnn ausdrückt, nichts dadurch, daß wir es übersetzen: Gott, der Allmächtige! Ihr ergebenster Jakob., Ueber die Accente im 1 Chr. 15, 21. Wenn gleich verspätet, erlaube ich mir, den Lesern meiner ,,Forschungen über die Überschriften der Psalmen u. s. w." S. 141 oder LB. des Orients Nr. 13 für 1846 — wo ich eine mögliche Einrede, daß das Wort nuwn ein Tipcha hat, als gehörten die Wörter nrODZi nuwrr'py zusammen, begegne — noch darauf aufmerksam zu machen, daß dieser Accent distinktiv da steht, weil das, nach.'nwn b]3 folgende Wort sich auch auf den vorhergehenden Vers referireu sott, als stände nämlich auch hier B. 20 mpfyrty, und so stehen die Wörter, zwischen V. 20 und nuiV V. 21, alte in Parenthese; daherhat das Wort vor rwttb V. 21 das Tipcha. Da nun das Tipcha haben mußte, gab man dem vorhergehenden Wort ein Mercha, um nicht zwei Tipchas nacheinander folgen zu lassen; sonst hätte daS Wort 5IN1D2 im Vers 21 ebensowohl ein Tipcha bekommen — um es von nwom-by zu theilen — wie es das Wort ctoD nn Vers 20 bekommen hat — nni es von zu theilen. — Ueber den Accent bist, bei Wörtern, die in Parenthese stehen, vergleiche man. Heldenheim zu Genesis 15, 13 wegen dem eingeschobenen Satz: nyi orttjn DHUV — wo er mehrere dergleichen Beispiele ansührt. Hartw. Philipp Ree. 3) Es heißt in der H. S. öfters, daß man Gott an seinen Werken erkennt, z. B, Ps. 8, 4; doch dadurch nicht seine Ewigkeit, sondern seine Allmacht und somit auch seine Einzigkeit u. s. w. Anrn. von H. Ph. N ci e. Druck von I H. Nagel in Leipzig.