Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- Außerordentliche Beilage zu Nr. 50 (9.12.1848)
- Date
- 1848-12-09
- Page
- Spalte 9-10 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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AutzerordenWche Beilage zum LiteraturblaLL des Orients Nr. 50. 1848. Zwei Briefe von ci'ncm meiner gelehrten Freunde, dem königl. dän. 6aix1. zur. Hrn. Jokel Simon Jakob in Kopenhagen, über die Kritik des Hrü. L. Skreinka im Literaturblatt des Orients 1848 Nr. 26, 27 und 29. an H. Ph. Ree. (Schluß.) Betrachten wir die zwei Verbindungen nrp und ü'rht* ni.T, die am häufigsten Vorkommen, so sprechen sie entscheidend für die Bedeutung der Allmacht und nicht der Ewigkeit. Nach der allgemeinen Annahme, welche auch ohne Zweifel richtig ist, steht nur im stat. constr. zu rWDä, und die Uebersetzung: der Allmächtige der Heerscharen, giebt also einen sehr vernünftigen Begriff, nämlich das Wesen/ dessen Allmacht stch über alle Heerschaaren erstreckt; was soll man sich aber bei dem Ausdrucke: der Ewige der Heerschaaren denken? Ebenso steht ohne Zweifel in der andern Verbindung nrp gleichfalls im sl. conslr. zu dv6ni, und dieses keinesweges in Apposition zu jenen; denn nicht einmal der kindlichste oder kindischte, weder der genaueste noch der nachlässigste Verfasser wird eine solche Apposition 20 Mat nach einander gebrauchen, wie dieses im zweiten und dritten Kapitel der Genesis der Fall ist. Nach der alteren Bedeutung mußte man 20 Mal nach einander übersetzen iTO' D^N NW; heißt es aber der Allmächtige, so gehören diese zwei Wörter zusammen und drücken einen Begriff aus, nämlich das Wesen, dessen Allmacht sich über alle Götter erstreckt, also der Allmächtigste der Gottheiten. Unter Gottheiten werden hier nicht erdichtete Wesen oder Götter verstanden, sondert! vielmehr solche Wesen, die wirklich existiren, und von andern Völkern als Gottheiten betrachtet werden, z. B. Sonne, Mond, Planeten, der Himmel, die Erde, die Elemente u. s. w. Diese Verbindung drückt also ungefähr dasselbe aus wie DUHNn oder DV^Nn 'n!?N oder K&Dn u. s. w. kann demnach vielleicht auch als ein Superlativ betrachtet werden. Unser unsterblicher Sprachforscher, Professor Rask, nimmt an, daß diese Verbindung, zufolge einer von ihm aufgestellten Etymologie des Ttrgr., bedeuten solle, der König der Elohim; ohne zu untersuchen ob er Recht habe oder nichtso sieht man wenigstens, daß er dieses Wort nicht von rrn herleitet. und dieser Mann verdient wohl, daß man ihn als Autorität gegen Hrn. Skr. aufstcltt. Es ist übrigens keineswegs, meine Meinung, alö stehe miT immer im st. coustr. zu $ dieses kann namentlich nie der Fall sein, wo'das letztere Wort selbst im 8t. 6. oder mit Suffixen stehet, denn da tritt die Apposition oder ein anderes Verhältniß ein. Obgleich ich mich in keine Exegese einlasien will, so glaube ich doch behaupten zu dürfen, daß an vielen schwierigen Stellen die Uebersetzung der Allmächtige weit besser aushilst als der Ewige; dennoch will ich Ihnen hier eine Idee mittheilen, wegen der Erklärung von Zach. 14, 9, wo es heißt: inx mn im 'n nsr wnn um* Da der wahre Gott jetzt schon der Einzige ist, so wird dieses TlN'n gewöhnlich so erklärt, daß es, streng untersucht, beinahe dasselbe ausdrückt als IfiN iDtfifl, und wir hätten also hier eine Tautologie, die man gewiß nicht erwartet hatte. Ich glaube aber, daß das doppelte TIN wie zwei 'd 'd coinparalionis hier gebraucht wird, wie z. B. jtdd Dys, als stände: )dip p 'ro rprp Ninn Dra, und die Meinung wäre demnach, sowie Jehova der Allmächtige ist, so wird dieser sein Name auch allmächtig sein, d. h. der einzige wahre Gott wird unter keinem andern Namen erkannt und angerufen werden, als nur unter dem Namen des Tetragrammatons. — Indem ich Ihnen hier, werthester Hr. Nee! meine Ansicht über die Kritik des Hrn. Skreinka mitgetheilt, sehe ich, daß dieser Brief weit die Schranken eines solchen überschritten. Freilich habe ich noch eins oder das andere zu bemerken; besonders hätte ich wohl Lust, seine Seitensprünge und Anspielungen zu kritisiren (sU venia verbo); allein ich darf Ihre Geduld nicht weiter in Anspruch nehmen, und schließe nur mit-der wiederholten Versicherung, daß Ihre Etymologie und Erklärung des Tetragr. eine so wichtige Acguisition für die hebräische Sprache, die Bibel und die jüdische Religion ist, daß ein ehrenvoll und nützlich durchbrachtes siebenzigjähriges Leben dadurch auf eine höchst würdige Weife gekrönt worden. Mit Hochachtung und Ergebenheit I. S. Jacob. Schlußbemerkungen gegen die Kritik des Herrn Skreinka von H. Ph. Ree. A. Das Tetragram, von j-pn oder pyifi abzuleiten, dagegen sprechen die Vokale schwa, cholem, kamez, mit denen das Tetragr. ,,ein Unwort" ist. Ich habe von — ursprünglich von jäj vgl. und ba? chaldäische pprzrj-pK ♦ und oder für 1 Ehr. 2, 15. — den später nur in Poetischen Stücken gebrauchten älteren Gottesnamen yrp mit Mappik abgeleitet, und das Tetragr. — als von diesem Gottesnamen, im Leben der Sprache, entstanden — ist nunmehr mit schwa, cholem, kamez, kein „Unwort". Zur Rechtfertigung obiger meiner Ableitung kommt noch,