Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- Außerordentliche Beilage zu Nr. 48 (26.11.1848)
- Date
- 1848-11-26
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8555529-9897534-9897587--5697-3534638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7 8 Studien. Ueber das Letragramm. forscher, welche dieses leugnen, und aus diesem Grunde das Wort für ein Uuwort erklären, oder andre Punkte beigeben. Nur muß ich bei seiner Derivation pag. oder cot» 412 Nr. 2 einige kleine Bemerkungen machen. Er sagt oder deutet wenigstens an, daß das n uüt dem Cholem zur gegenwärtigen, und das ) uüt dem Kamez zur vergangenen Zeit gehöre, allein dann sollte es ja ein mit dem Kamez und -kein ) sein; das Wort müßte dann Jehoja und nicht Jehova heißen. Durch diese Anwendung des i üi Verbindung mit dem vorhergehenmit Cholem bekommt die gegenwärtige Zeit ein Uebergewicht im Ttrgr., welches sie nach dem Geiste der hebräischen Sprache keineSweges haben sollte, indem diese Zeit, nur sehr selten gebraucht wird, und welches auch nicht zur älteren Erklärung paßt, indem die Meinung ja sein soll, .daß Gott Volt Ewigkeit gewesen und in Ewigkeit sein wird, wodurch die Andeutung der gegenwärtigen Zeit also beinahe ganz überflüssig wird. Seine Vertheidiguug des Schlva unter dem statt des Chireks ist auch sehr schwache freilich kann mau alle Vekale auf ein Schwa zurücksühren, sogar bei einsylbigen Wörtern, [ 7p*n | u. s. w. Allein in den meisteit Konjugationen ist das Chirek unter dem > im Futurrun so überwiegend, daß es im höchsten Grade sonderbar erscheinen muß, daß es hier weggelassen ist. Der Mangel des Chireks fällt um so mehr, auf, da wir im Hebräischen doch mehrere Nomina propria haben, welche so gebildet sind, z. B. nns* , nn' , b&yw' , pnir u. a. m. Nach der Etymologie des Hrn. Skr. wäre demnach ein Chirek weit charakteristischer gewesen, als ein Schwa, und hätte auch besser zu der von ihm angeführten Erklärung des gepaßt. Wir wollen aber, wie gesagt, das Grammatikalische bei Seite setzen, denn hier hat Hr. Skr. mit weit mächtigeren Gegnern angebunden, als ich je sein könnte, und wollen lieber die Sache von der philosophischen und psychologischen Seite betrachten. Alle Menschen haben den -Begriff oder wenigstens das Gefühl einer Gottheit; so wie die Vorstellung von.Raum und Zeit dem menschlichen Geist anerschaffen, so ist es die »on Gott, und vielleicht muß das 3 in din* s 0 übersetzt werden: wir wollen einen Menschen machen mit unfcrcm Bilde üfcet mit einem Bilde von uns, es wäre dann ganz in der Ordnung, daß dieser eigenthümliche, höchste Verzug des Menschen auch bei seiner Schöpfung erwähnt wird. So wie alle andern Fähigkeiten, so entwickelte die Gottesidee sich nach-und nach bei den Menschen rmd Völkern; die Noth war hier wie überall die Lehrerin, und die Ohmnacht erweckte die schlummernde Idee einer Gottheit. Es ist also ganz unmöglich, daß der Mensch sich ursprünglich die Gottheit anders als eine Allmacht gedacht haben kennte. Sogar wenn er sich Gott als den Schöpfer des Weltalls dachte, wozu doch schon mehr Nachdenken nöthig war, so brachte diese Vorstellung ihn erst auf den Gedanken der Macht; später bedachte er erst, daß der Schöpfer früher als sein Werk hat sein müssen, und als er hier keine Grenze finden konnte, sah er. ein, daß der Schöpfer von Ewigkeit gewesen sein mußte. Durch Induktion kann der Mensch leicht auf ein Wesen kommen, das mächtiger als alle andern ist; zu dem Begriffe des absoluten Seins, der Ewigkeit hingegen kommt man nur auf dem Wege der Philosophie. Wenn wir rin Hebräischen ein Wort sinden, von dem wir nicht wissen, was es bezeichnen oder ausdrücken soll, so müssen wir erst das Wurzelwort aufsuchen, dann erforschen was dieses' bedeutet und endlich bestimmen, was das vorliegende Wort bezeichnen kann. Mit dem Ttrgr. ist es ganz anders; Wirrnissen von vorne herein, was es bezeichnten soll, nämlich den einzigen, wahren Gott, und können also hiervon ausgehend der Wurzel nachspüren. Nichts ist also natürlicher, als daß wir, wenn wir zwei Wurzeln haben, die beide grammatikalisch vertheidigt werden körnten, derjenigen den Verzug geben, die mit der Ilransicht des Men sehen von der Gottheit am. meisten i'lbereinstimmt. - Wenn ich also auch einräumen wollte, daß die Ableitung von Radix rrn ebenso grammatikalisch richtig ist als von Radix nr>, was ich übrigens keinesweges kann, so müßte man dennoch aus dein angeführten Grunde dieses wählen und jenes verwerfen.^) (Beschluß folgt.') 5) Abraham sagte, Genes. 14, 22: „ Jehova , der höchste Gott, der Himmel und Erde erschaffen' har." Demnach ist er einzig, keine Kraft, kein Gott ist ihm demnach gleich. Der Plural in —* Gort, wie es heißt: 1 Kön. '18, 21: ,, Wenn Jehova der (wahre) Gott ist .... wenn aber der Baal es ist...." — kann auch, entstanden sein, davon, daß die Egypter und andere Völker mehre Naturkräfte als Götter verehrten, so: “pCD 'O 2 M. 15, 11. Daher sagt Moses 5 M. 6.', 4: „Jehova — ohne Plural — ist unser DVibtt; rnn? — es gieb't nur Einen. Daher das psik nach dem zweiten Hl ,7p in diesem Verse. Es ist ähnlich unserin Gedankenstrich: chaldäisch eine Abtheilung. Vgl. das Hebräische Ps. 48, 14: unterscheiden, genau betrachten. So Jes. 4d~, 6. 7 und David Ps. 83, 19: „Du, dessen Name!TITP ist, bist die höchste Kraft — somit — der alleinige über alle Welt: Ebend. 8,2: „wie mächtig ist dein Name u. s. w." So Aach. 14, 9. Amm. von H. Ph. Nee. Druck von I H. Nagel in Leipzig.