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Der Orient · 1848-11-26 · 48 (26.11.1848) · p. Spalte 759-760

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
48 (26.11.1848)
Date
1848-11-26
Page
Spalte 759-760 (sequence 4)
Language
German
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759 Es sei uns erlaubt einige Worte-über die Midraschim im Allgemeinen zu sagen, bevor wir über die sprachliche Exegese des Talmuds einige Andeutungen mittheilem Die Haggadot und Midraschim enthalten wie bekannt, eine Sammlung von Legenden, Parabeln, Philosophemen, Sprüchen, Sprichwörtern, Fabeln u. s. f., die alle nicht um ihrer selbst willen dastehen, sondern gelegentlich angeführt sind. Dieselben sind bis jetzt noch nicht mit britischen Augen betrachtet. Man hat oft gelacht darüber. Allerdings ist heute die Weltanschauung eine andere, als sie es damals war in jenen Ländern, dort ist die Anschauung heute noch wie damals, aber die Ausgabe der Geschichte ist es ja gerade, die Weltanschauungen früherer Zeiten nüchtern zu betrachten, ohne Hohnlächeln, ohne altkluge Bemerkungen, womit z. B. Peter Beer seine Geschichte der Sekten begleitete, die anständige Leser anekeln und welche dessen Unfähigkeit zum Geschichtsschreiber beweisen. Unter diesen belächelten Stellen finden sich gar manche, die einen liefern Sinn in sich bergen, und wenn sie auch keine Erkenntniß geben, wie dies bei der ganzen Philosophie der Fall ist, so ist dies nicht-die Schuld der Talmudisten, sondern die Natur des Menschen selbst und die Grenzen, die ihrer Erkenntniß gesetzt sind, tragen hier die Schuld. Eine solche Betrachtung des Talmuds, gestützt aus ausgebreitete Lektüre, wäre eine schone Aufgabe für moderne Rabbinen, deren größter Theil ihrer Zeit bloß zu Predigten 760 verwendet, welche doch ebenfalls ihre Würze für ein jüdisches Publikum nur durch' die talniudischen Parabeln und Ingredienzien erhalten können. *' v Wir führen einige solcher Stellen mit einigen Parallelen begleitet hier dem Leser vor. Sie mögen als Vorläufer anderer Miktheilungen dieser, Art-in größerem Umfange betrachtet werden. Manche Aussprüche der Talmudisten, die auf Zahlen- und Buchstabensymbolik gegründet sind, die uns heute etwas seltsam Vorkommen, stehen mit alten Ideen in Verbindung, und verdienen nicht belacht zu werden. Wir haben hier vorläufig nur ihren Zusammenhang mit alten Ideen darzuthun, da man gewohnt ist, die alten Ideen, die wenn sie noch so unsinnig sind, sobald sie nur griechisch oder lateinisch geschrieben sind, mit unbedingter Verehrung aufzunehnun. So z. B. die talmudische Stelle (fffin D'^nn Dip1?’) 'ui nh: «iSj ntn D^iyn „Diese Welt wurde mit einem (h) erschaffen " erinnert auch an eine pla ton isch e Idee in Ti in aus (von Plütarch erwähnt in seiner Abhandlung: über den Verfall der Orakel §.37), daß die Gottheit sich der Fünfzahl zur Erschaffung des Weltalls bedient habe. (Ueber bie Zahl 5 und ihre Verehrung bei den Pyth agoräern findet der^Leser in Plutarchs Abhandlung über das Ei zu Delphi §. 8 manches Nützliche.) (Fortsetzung folgt.) Ankündigungen. Ankündigungen. Zn diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen \\ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. £103] Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu haben: Haroeh, Beleuchtung der Schriften Napaporsts und und Luzzalto's. brosch. Preis 20 Ngr. HPK : Hiob. Praktische Philosophi e, oder klare Darstellung der im Buch Hiob obwaltenden Ideen , nebst wortgetreuer, rhythmisch gegliederter Uebcrsetzung und fortlaufendem Kommentar. Allgemein'faßlich bearbeitet von Dr. Moritz Löwenthal. gr. 8. brosch. Preis 1 Thlr. 16 Ngr., feines Papier 2 Thlr. Dieses Buch enthält neben der von namhaften Gelehrten gerühmten Übersetzung einen sehr korrekten he l>r Zischen Text, und dürfte demnach auch jedem christlichen Theologen zu empfehlen sein. Hirschfeld, Dr., Antrittsrede, br. Pr. 5 Ngr. Das H o helied mit einem Kommentare von Otadja Sforno. Nach einer seltenen Venezianer Auögabe nebst dem mnsoretischen Textt 5 Ngr. Holdheim, Dr., Gottesdienstliche Vorträge. 3 Hefte. Preis 2 Thlr. — — Gedächtnißrede auf Friedrich Wilhelm III. brofch. Preis 4 Ngr. -- der religiöse Fortschritt im deutschen Judenthum. brosch. Preis 5 Ngr. Jakobson, Dr. I. H., Israelitisches Gebetbuch mit einer durchgängig neuen getreuen Uebcrsetzung und einer praktischen Gebrauchsanweisung. Nebst Anhang: Gesetze für das Leben, brosch. 20 Ngr. -- Dasselbe für das weibliche Geschlecht, brosch. 20 Ngr. -Dasselbe ohne Uebcrsetzung. 12-ß- Ngr. — — 450 Gebete und Lieder für die israelitische Jugend jedes Alter in Schule und Haus. br. Preis 10 Ngr. 20 Exempl. für 5 Thlr. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.

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