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Der Orient · 1848-11-26 · Heft 48 (26.11.1848) · p. Seite 373

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 48 (26.11.1848)
Date
1848-11-26
Page
Seite 373 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien un- Kritiken Achter Das Abonnement auf cm Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirL bei alle,, löbl. Pöstämtern und allen solide Buebhandlungen auf ein Jahr. für Wische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von vr. Julius FürS. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Io 48* " Leipz ig, den 26. November » Inhalt. ^Deutschland. Berlin. Harmlose Betrachtungen eines jüdischen Zuschauers. , P o sen. Naturalisatiou. Von der Küddow. Stadtverordneter. Rabbiner. Hamburg. Literatur. Vom Rheine. Esrog-Reform. Aus dem Netzdistrikt. Gemeinden im Bromberger Departement. K ö n i g s b e rg. Johann Jakoby. Schwerin. Emancipation. Hamburg. Beschneidungsfrage. Berlin. Harmlose. Betrachtungen. Berlin. Rebenstein's Entwurf. — Oesterreich. Aus Ungarn» Ueber Naab, Papa/ Preß bürg. — LV. d. Or. . Deutschland. Berlin, II. Novbr. Soviel Eitelkeit habe ich bereits den modertten Gelehrtem abgelauscht, daß ich die Meinung hege , das Stillschweigen Ihres * Korrespondenten wird sowohl Sie . als Ihre Leser befremdet ha-! ben. ,,Alles ist ei tel"; warum sollte es nicht auch ein Korrespondent, das namenlose Wesen der Jourllalistik, sein dürferl? Es ist also erwieseil, daß mein Stillschweigen Befremden erregte. Um Ihnen daö Räthsel zu losen, müssen Sie einen Theil meinerLebensgeschichte Hören. Ich bin eitel genug, sie selbst zu schreiben, um vor Parteilichkeit sicher zu sein. — - , Es hatten Mehre geäußert , meine letzten Artikel enthielten nichts Geschcidtes. Das nahm ich. mir zu Herzen. Als gläubiger Talmudist erinnerte ich mich des Ausspruches: ,,Wer gescheidt werden wolle, der beschäftige sich mit Geldangelegenheiten oder nuiDD ’O'H. Ich fing an ein BtzrsenspekulanL zu werden, kaufte an einem Tage mehr Acticn, als ein moderner Rabbiner Gehalt und die R.-V. (Seid hat'und — verlor mein Geld durch die englische Krisis. So viel Weisheit hatte ich. gesammelt, daß ein Korrespondent des ,,Orient" ans keinen Geldgewinn hoffe, daß Alles ilDtyS geschehen müsse. Mein Vermögen, war hinund was blieb mir übrig, als Rabbiner oder ein Anhänger der Genossenschaft zu werden? -ün “jb njp in m /f? nwyl Ich wendete nrich nun zu den ’O'H und rief den carissimo Giuseppe Caro zu Hilfe. Als ich die erste Seite des Jore De^a aufgeschlagen hatte, um wenn auch nicht mit den Schochtim doch mit Schechltut anzufangen, rief ich aus: „Nur ein weises und einsichtiges Volk ist diese große Nation" , die das kleine biblische Kapital: ,,und du sollst schlachten" so zu verzinsen wußte. Also meine Studien begannen und ich rief aus: wp *ovi *)DP fmi n^nrpV panw b>r»n' '’Jnpl? Da kam ich auf den Traktat, Berachot, und mein Lehrer erwiederte: An bjn sind keine erfuhr nun weiter, daß auch Frauen, nicht w ech se laber schtachtfähig sind, uüd erklärte mir sogleich , warum so viel Frauen hier des Schochet entbehren.- Ich müßte Ihnen noch sehr viel von dem Gange meiner Studien erzählen; genug ich wurde der Schächterbrut satt, ging zur Askese über und beschäftigte mich mit der asketischen Literatur. Ich zog mich von dem sündhaften Treiben der Nabbinen zurück und begann ein E in siedl e rieben zu führen. War ich auch f’euunra TTn, so hatte.ich es doch wenigstens zu einem TJT gebracht. Die Ausbeute meiner asketischen Studien kann ich Ihnen heute nur im Anszuge mittheilen/ So laß.ich, daß R. Salomo Lori a sich täglich von einem Prediger zurechtwcisen ließ, und ich dachte daran, wie gut es wäre, wenn man unfern Rabbinen Mochichim hielte. Das ,^Testament des Frommen" erzählte mir, daß in Schwaben Niemand Kinder für jüdische Wissenschaft-erziehen werde/ und ich dachtean die Rabbiner WürtembergS. Das 48

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