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Der Orient · 1848-11-18 · 47 (18.11.1848) · p. Spalte 737-738

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
47 (18.11.1848)
Date
1848-11-18
Page
Spalte 737-738 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken für Wische Geschichte und Literatur. m 49 Leipzig, den 18. November 1848. In halt. L lt era 1 ur - B er ick te. Ri ga. (Fortsetzung der Bibliographie.) — Kritiken. Kurze Anzeigen. R. Jona's Abot- Kommentar. Hecht. Klein. — Studien. Sentenzen, Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten im Talmud. Von L. DukeS. Zweite und letzte Lese. — Hassagol von Rabb. Alpser. Keleb-Lamos im Talmud. Die Septuaginta und der Talmud. -- Ankündigungen. Literatur - Berichte. Riga, im Ang. (Bibliographie, mitgetheitt von R. I. Wunderbar.) (Fortsetzung.) 7) nmyp “'DD mri/Nil, Populäre Einleitung in die Kabbala, von Rab enu Perez, einem der Tesafisten -Q pD um jron pny\ bekannt unter dem Namen (*pn)« Enthält 15 Abschnitte (Dyns); die er auch theilö □'myü, theils DniD nennt. DaS Werk zeichnet sich vor gleichartigen kabbalistischen Schriften vorzüglich durch seine geregelten Ideen aus , welche es dem Leser so populär als'möglich anschaulich zu machen sucht; auch ist die Sprache desselben sehr rein, derselben ähnlich, welcher sich Mai-' müm im More bedient. Der Verfasser citirt darin das 7TW “1DD mit dem Kommentar des p"o"i, so wie auch p’D'Vi H)D und einen gewissen pn^ "fin) euren etvd zur rrrcr "lDDi NrmD von ihm selbst; dann das "122 Trpn j ferner den Nab bi A b r a h a m b e n E ö r a Rabbi Eleasar Garmisa und Salomo ben Adrat. Den Sohar citirt derselbe nicht. — Zum ersten Mal gedruckt mit einem anonymen Kommentar zu demselben, Ferrara, 1548. Dann mit Hiuzusügung eines Kommentars von Rabbi Jehuda ben Jakob Chajjat, betitelt mrp nrno, welchen derselbe ums Jahr 1506 zu Mantua ausgearbeitet hatte: Mantua, 1558, 4. Endlich' mit Hinzufügung vieler mnin zum Texte sowohl, als zu den Kommentaren: Zolkiew, 1779, 4. 92 Bl. und Kopust, 1797, 4. 97 Bl. Aus der Vorrede des N. Jehuda Chaj. entnehme ich nachstehende Selbstbiographie desselben, so wie manche literatur-historische Notizen. Dem Anscheine nach ist gedachter R. Jehuda. in Spanien ums Jahr 1470 geboren, und hat sich schon früh dem Studium der Kabbala mit vielem Eifer hingegeben. Er war keineswegs ein blinder Fanatiker, wie ihn manche verschreien wollen; denn seine Kritik der Kabbala zeigt vielmehr seinen offenen und vernünftigen Sinn. Dagegen aber war er ein überaus frommer und gvttesfürchtiger Mann, so daß er für seinen Glauben selbst ein Märtyrer zu werden sich nicht scheute. - In der Mitte des Winters 5253 (1503) verließ er mit seiner Familie und noch 250 Personen Lissabon, die Hauptstadt des Königreichs Portugal. Auf einer Seereise wurden sie von der damals allgemein milchenden Pest heimgcsucht, weshalb man sie an keinem Orte aufnehmen wollte; sie mußten also ganze vier Monate unstät und flüchtig, bei höchst kümmerlicher Nahrung, auf dem Meere zubringen. Plötzlich überfiel ihr Schiff ein Fieskojanischer Korsar, der es besiegte und das ganze auf dem Schisse befindliche Personal zu Gefangenen machte, und mit demselben nach Malaga in Spanien ging. Dort waren sie gezwungen, sich am Ufer des Meeres zu lagern, ohne daß man ihnen erlaubte, in die Stadt zu gehen, und täglich kamen Mönche und predigten, in der Absicht, sie zum Christcnthume zu bekehren. Mau verweigerte ihnen zugleich das Unentbehrlichste, um sie desto eher bekehren zu können. So dauerte es 5 Tage lang, und an hundert Personen, die die schwere Prüfung nicht bestehen konnten, gingen in der That zum Christcnthume über. Viele aber, (gegen 50 Personen), worunter auch die Frau des gedachten R. Jehuda, weiheteu sich lieber freudig dem Tode. Auch der Rabbi war bereits schwer erkrankt und dem Tode nahe; da erhörte der Ewige ihr Flehen und brachte ihnen Errettung. Nachdem niimlich der Statthalter ihre Beharrlichkeit im Glauben vernommen, erstaunte er darüber und hob das Verbot auf, indem er ihnen von nun an reichlich Speise und Trank 47

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