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Der Orient · 1848-11-18 · Heft 47 (18.11.1848) · p. Seite 369

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 47 (18.11.1848)
Date
1848-11-18
Page
Seite 369 (sequence 1)
Language
German
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V ‘ff 'd ST Berichte- Studien und Kritiken Neunter Das Abonnemenr auf ein Icwr ist 5 Lhlr. Man abonnier bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Bu-I'bandlungen auf ein Jahr. „ fük jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litera turdlatt m ilgerechner, zw«. i Bogen, und zwar an. jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 18. November Inhalt. Deutschland's vereinigte Staaten Wien. Reaktion und Judenhaß. Dessau. Die neue Verfassung. Wien. Die demokratischen Schriftsteller. Olmütz. Kaiserlicher Erlaß. — O e ste rr e i ck i sch e Nebenländer. Preßburg. Begeisterung für die Freiheit. Krakau. Ein Programm. Krakau. Die Würfel sind gefallen. — Italien. Nom. Drei Artikel über eine Emeute. — Frankreich. Paris. Fould und Goudchaux. — ^erscnalchronik und Miscellen. Paris. Stuttgart. - LB. d. Or. . ' Deutschland's vereinigte Staaten. Wien, 8. Nvbr. Was man voransgesehen, ist endlich zum Schrecken aller eingetroffen; mit dem Einzug der kaiserlichen Truppen, mit dem Belagerungszustände ist zugleich eine heftige Reaktion gegen die Juden eingezogen. Die einzigen zwei bestehenden Blätter dürfen zwar über^ nichts ohne.Censnr mittheilen, aber die Freiheit , die Juden zu schmähen, haben sie bereits erlangt und sie können sich nun in Schmähungen um so eher ergießen, als bei dem Tode der Presse Niemand ihnen entgegentreten kann. Die Inden standen, wie die Feinde sagen, an der Spitze der Demokratie oder der Bewegung und diese Feinde glauben, daß die Demokratie nun bereits tobt sei und deren Anführer können mm auch in der öffentlichen Meinung vernichtet werden. Sie werden mrr zil bald einsehen, daß cs eine Täuschung war. Die Demokratie ist zwar jetzt besiegt, aber keineswegs beseitigt, die Führer schmachten wohl jetzt im Eefängniß, aber es kann-und wird gar nicht lange dauern, und sie werden wie die Presse wieder frei sein. Empörend haben Sie gewiß gefunden das 'Programm einer neuen Zeitung von Endlich, der wie er selbst sagt, sein Blatt nur als Gegengewicht gegen die Juden erscheinen lassen will, allein hier hat es welliger empört, da das Publikum darin lilir das Geifern eines Dlunmkopfs sieht, der wohl bntd zum Schweigen gebracht werden wird. Dessau, Nov. Wir theilen ans unserer nunmehr sanktionirten Versaffnngsnrkunde folgende Paragraphen mit: 23, Keine Neligionsgesellschaft genießt vor der andern Vorrechte durch demStaat. Es besteht fernerhin keine Staatskirche. ' Jeder Staatsallgehörige hat volle Glaubensimb Gewissensfreiheit. Niemand ist verpflichtet, eine religiöse Ueberzengnng zu offenbaren-oder sich irgend einer religiösen Genossenschaft anznschließen. Niemand soll zu einer kirchlicher! Handlung oder Feierlichkeit gezwungen werden. Die Form des Eides soll eine für Alle gleichmäßige, aa kein bestimmtes Neligienöbekenntniß geknüpfte sein. Die bürgerliche Gültigkeit der Ehe ist nur von der Vollziehung deö Civilakts abhängig. Die kirchliche Trauung kann am* n a ch Vollziehung des Civilakts stattfinden. Die Religionsverschiedenheit ist keil! bürgerliches 'Ehehindcrniß. Die Standcsbücher werden von den bürgerlichen Behörden geführt. Ein großjähriger oder geschäftsfähiger Staatsangehöriger bedarf zu seiner Verheirathurrg -keiner Erlaubnis) drs Staats oder der Kommune. Die sich als nöthig herausstetlenden Beschränkungen dieses Grundsatzes bleiben der Gesetzgebung Vorbehalten. Jeder Staatsangehörige ist unbeschränkt in der gemeinsamen'häuslichen und öffentlichen Uebung feiner Religion. Verbrechet! und Vergehen, welche bei Ausübung dieser Freiheit begangen werden, sind nach den Gesetzen zu bestrafen. Durch das religiöse Bekenntnis) lvird ber Genuß der 47

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