Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1848)
- Date
- 1848-11-04
- Page
- Seite 353 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berichte, Studien «ud Kritiken Ntzllllttzr Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Buckbandlungen auf ein Jahr. für Wische Geschichte und Literatur. Herausgegeben . von vr. Jyliirs Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 4& 1848, Leipzig, den 4. November Inhalt. Deutsch! and's vereinigte Staaten Berlin. Das Gemeindewesen. Wien. Die Juden in der Revolution. Wien. Der Abend des 6. Oktobers. Hamburg. Die jüdische Synode. Kassel. Verhandlungen über Religionsfreiheit. Leipzig. Der nordische Telegraph. Hamburg. Die Synode. Prag. Die Czechomanen. Pr.oßnitz. Die rohen Slaven. Leipzig. Vermischtes. — O e fterr e i chische Nebenlander. Krakau. Municipalwahlen. Verein. Brody. Die Judensteuer. — Polen und Rußland. Zustande in Rußland. — Personalchronik und Miscellen. Hamburg. — LB. d. Or, Deutschlands vereinigte Staaten. Berlin-, 16. Oktbr. Wäre nicht alle Auftnerksamkeit der stürulischen politischen Bewegung zugcwandt, ich würde Ihnen längst über die Auflösung und Neugestaltung unserer Gemeinde Einiges berichtet haben, und zwar um so eher, als die letzten Berichte voll hier durchaus nicht unparteiisch oder ganz wahrheitsgemäß waren. Das Programm des aus einer angeblichen Generalversammlung hervorgegangenen Konnte haben Sie bereits von einem andern Korrespondenten, mit einer Kritik desselben mitgetheilt; allein der Korrespondent hat von der orthodoxen Perstdie mitzutheilen vergessen, aus ' der das Komite hervorgegangcn, von der grenzenlosen Gemeinheit, mit der die Generalversammlung zusammenberufen und von der aus diesen Ursachen entsprungenen Erfolglosigkeit des ganzen Unternehmens. In dem Aufrufe in unserem berüchtigtem Lokalblatte, worin richtig die Nothwendigkeit einer Generalversammlung angedeutet wurde, kam jene schamlose Gemeinheit vor , daß die Reformgen offen als Nichtjudell ausgeschlossen sind." Wäre der Zweck der Versammlung die Feststellung der vier Schulchan Aruch gewesen, oder die Besprechung religiöser Fragen, oder auch nur die Feststellung eines angcrnessenen Gottesdienstes, so würde es vielleicht dem Inhalte nach noch zu entschuldigen gewesen sein, oder die Gemeinheit würde als Verblendung des Fanatismus erschienen sein; aber es handelte sich nicht. um Dogmen, nicht um KultuSeinrichtnngen, sondern um eine Reorganistrung einer zerfallenden bedeutenden Gemeinde in ihrer äußeren Eristenz, da bekanntlich durch die neue Freiheitsbewegung die Gemeindeglieder zu Beiträgen nicht gezwungen werden können. Es war vorauszusehen, welche Partei die Versaunnlung besuchen würde und ich muß noch hinzufügen, daß selbst in dieser Partei nur jener fanatische unwissende Plebs erschienen ist, der niemals etwas ordentliches ausgerichtet. Die aus Neugierde von den Ordentlichen Leuten 511 dieser Versaunnlung gegangen, oder die noch teil guten Glauben hatten, daß fle daselbst durch die Darstellung der wahren Sachlage die Rückkehr zur Ehrlichkeit bewirken werden, sahen sich natürlich stmr zu sehr getäuscht '. Selig Cassel war der fanatische Wortführer, ungeachtet daß Zunz prästdirte und nicht nur das geachtete Gemeindemitglied Magnus konnte nicht zu Worte kommen, sondern nicht einmal Steinschneider. Dieses Häuflein, dessen Zwecke man im Voraus kennt, wird nun einen neuen Vorstand wählen nach feinem Belieben und dieser Vorstand soll ..nun für die Zukunft die große Berliner Gemeinde reprasentirm. Nun möchte man aber die Partei, da eS nun einmal eine solche ist, ernstlich fragen, was sie nun mit ihrer Gcneral-Versanunlung, mit ihrem Komite und mit ihrem Vorstande ausgenchtet? Die Gemeindcglicder, welche mit dieser fanatischen Partei nichts zu thnn haben wollen, werden nach wie vor keinen Beitrag zahlen, die Reformgenossen werden 4o