Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1848)
- Date
- 1848-10-28
- Page
- Seite 345 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken MMer Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man alwnnirt bei allen lobt. Poftänncrn und allen s^lid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Wische Geschichte und Literatur, Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang1. SSon, dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatr milgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, bcn 28. Oktober 1848. Inhalt. Deutschland's vereinigte Staaten Frankfurt a. M. Riesser. Löwenftein. Synode. Hirschberg. Dr. Freund. Wien. Fisch Hof. Berlin. Rückschritte. Lübeck. Emancipation. — O e ste rr e i ch isch e Nebenlander. Krakau. Zustande. Krakau. Freiheit. Krakau. Orthodoxe. Krakau. Vereine. Krakau. Adresse. — Polen und N u ßland. Warschau. Fortschritte. Zustande in Rußland. — Etwas über das jüdische Schulwesen im Regierungsbezirk Marienwerder.. Von W— ll. (Schluß.) — Personalchronik und Miscellen. Aus Galizien. Aus Krakau. Wie-n. Wien — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Frankfurt a. M., 10. Oktbr. Der Abgeordnete rmd Vieepräsident Riesser wird von der hiesigen O.P.A.Z. wegen seiner Rede für das Fortbestehen des deutschen Parlaments sehr gerühmt. Es wird gesagt, daß man noch keine so edle, eindrucksvolle Rede iin deutschen Parlamente gehört habe. Riesser findet jetzt den Lohn für seine wackeren und muthvollen Kämpfe sin die Gleichstellung der Juden. Auch beweist Riesser, daß nicht alle Juden radikal sind. -— Löwenstcin war verfasset und ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden. — Das Komite für eine, allgemeine jüdische Synode hat ein Vorparlamellt ausgeschrieben. — Hirschberg, 14. Oktbr. Dr. Freund, der Herausgeber eines lateinischen Wörterbuches, ist zum Rektor des Gymnasiums gewählt worden. Die Provmzialregierung verweigert die Bestätigung; vielleicht deswegen , weil Hr. Freund nie Gymnasiallehrer gewesen. Allein nach den frühern Gesetzen konnte er es ja nicht werden. - Wien, 12. Oktbr. Dr. F i schhof ist Präsident des Wohlfahrtsausschusses geworden. Seine edle Hingabe für seinen politischen Gegner Latour hat ihm eine Wunde zugezegen. — Was die Juden von den Czcchen zu erwarten haben, läßt sich aus den Reden der czechomanischen Deputaten Rieger und Brauner über die Juden steAer erwarten. Die Czcchomanen haben stets mit Rußland geliebängelt, und daher auch ihre humanen Ansichten über die Juden. Der nationale Fanatismus verblendet sie ganz, und der nationale Egoismus erstickt in ihnen jede Stimme der Freiheit. Berlin, 19. Oktbr. Die Sonderverhältnisse der Juden, die durch die gesetzlich ausgesprochene Gleichstellung aller Konfessionen aus dem Kreise der politischen Verhandlungen für immer gebannt zu sein schienen, werden durch das Festhalten einzelner Behörden an derogirten Verwaltungsmarimen von Zeit zu Zeit noch immer in die Diskussion hineiugezogen. Die Regierung 31t AruSberg hat noch unterm 20. Juli d. I. den jüdischen KulluSbeamten die Anlegung einer der Amtskteidung der evangelischen Geistlichkeit gleichen oder ähnlichen Amtstracht untersagt, weil, wie es in dem Reskripte heißt, jene Anmaßung der jüdischen Lehrer und Vorsänger Veranlassung zu Ärgernissen und Verspottungen der ganzen Geistlichkeit gibt. Die Landräthe sind autorisirt, ,,unter Androhung einer namhaften, von ihnen zu bestimmenden Strafe diesen Unfug zu untersagen." (Lith. Rachr.) Lübeck, 14. Oktbr. Die Bürgerschaft hat sich damit einverstandtu erklärt, das Bürgerrecht nicht auf Bekenner der christlichen Religion zu beschränken; zugleich hat sie als Grundsatz die Selbstständigkeit der bestehenden Religiousgesellschaften hinsichtlich -der Ordnung und Verwaltung ihrer innern Angelegenheiten anerkannt und auf fBrbcifame Vorlage eines das Verhält- 44