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Der Orient · 1848-10-21 · Heft 43 (21.10.1848) · p. Seite 337

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 43 (21.10.1848)
Date
1848-10-21
Page
Seite 337 (sequence 1)
Language
German
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i I 1 xm Berichte, Studien und Kritiken Neunter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Th!r. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid.Buebbandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litera turblartniitgerechnet, zweiEsgen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig ,J|g 4H» Leipzig, den 21. Oktober - . 1848» Inha l t. Deutschland 's v e r ei n in t e S t n h t en. Pra g. Mißsiand? in d^r Gemeinde. Wien. Aufhebung der Judensteuer. Osterode. Kritik eines judenfeindlichen Aufsatzes. — O e sterre ichische Nebenländer. Vom ungarischen Kriegsschauplätze. Gefühle eines jüdischen Freiwilligen. — Polen und Rußland. Mitau. Die Cholera. — Etwas über das jüdische Schulwesen im Regierungsbezirk Marienwerder. Von W—ll. (Forts.) — Personalchronik und Miscellen. Wien. Wien. Pesth. Hannover. London. — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Wncrg, im Oktbr. Unsere Gemeinde ist seit der und durch die Wahl eines Konnte wieder in ihre Lethargie versunken, und nur die unglücklichen Mai-Ereignisse und die Katastrophe im Juni, wo cs zum erstell Mal seine volle Thätigkeit — durch schleunige Flucht aus unseren Stadtmauern, mit Ausnahme unseres Veteranen Hru. M. I. Landau, Hm. Gottlicb Wehle und Dr. Gitschin, welche in den Tagen der Gefahr uns treu zur Seite standen, zeugen von dessen vegetirendem Leben. Statt durch öffentliche Organe Beweise zu liefern, daß es für das Wohl der hiesigen als auch der Landgemeinden kräftig und lebensfrisch arbeite, ist cs einerseits zu aristokratisch und dem alten System anhänglich, um ja den minder Begüterten, wenn auch Verständigen in der Gemeinde nicht in das geheime Dunkel seines Handelns blicken y lassen, um seinen Zustand kennen zu lernen; andererseits ist es zu wenig für das Gemeindewohl begeistert, dünkt sich so hvchweise, oder ist vielmehr so eingefleischt büreankratisch, und liebt zu sehr das nn alten Styl beliebte beruhigende, aber zugleich lödtmde Wort „Abwarten"; ja die Herren Komitemitglieder verstehen es sogar, jene Zuhörer, welche in der Entfernung es wagen, ihre Weisheit- und Orakelsprüche zu belauschen, durch das Ertönen eines Zauberglöckchens zu verscheuchen, und ziehen es vor, alle Protokolle, welche Aktenstücke doch ihr Leben und Wirken beweisen sollten, ganz gemächlich mit ihren Unterschriften versehen ruhig im Archiv zu lassen, um nach Jahren, gänzlich bestaubt, den Motten als Speise zu dienen. Einige dieser Herren wünschen , als den Zeitgeist nicht begreifend, daß, während Alles.mit uns he^ hell wird, es in unserem Ghetto unverändert bleibe, d. h. alles, bis auf jene Auserwählte im Finstern wandeln. Sie wollen aus Furcht ihre Würde zu verlieren den Spruch des heiligen Propheten nicht bewahrheiten, der da lautet: „Das Volk, das im Finstern wandelte, erblickt nun ein großes Licht". „Es ist noch nicht an der Zeit" lautet wenn sie ja/,,holdsüßlächelnd zu einem gnädigen Bescheide sich herbeilicßen, ihr Eulengeschrei; „wartet ab", ihr Feldgeschrei und Unkenruf. Sie bedenken nicht, daß sie das Vertrauen (?) der Gemeiudcmitglieder so arg misbrauchen und täuschen, sie überlegen nicht, daß sie däs Wohl ihrer Gemeinde so sehr aufs Spiet setzen; ihnen ist das Wohl ihrer Kinder, und auch der unsrigen, welchen sie eine bessere Zukunft zu bereiten bemüht sein sollten, gleichgiltig; anstatt im Vereine mit den Landgemeinden an eine bessere Gestaltung der Gesammtverhättnisse zu arbeiten, blicken sie hechmüthig auf diese herab, und glauben sie beglückt zu haben, wenn sie ja so huldreich sind, ihnen eine Audienz zu ertheilen. . . Natürlich ,daß dann eine jede rsolirt hilf- und 43

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