Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 41 (7.10.1848)
- Date
- 1848-10-07
- Page
- Spalte 641-642 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Orients. Berichte, Studien und Kritiken ' für WWe Geschichte und Literatur. JVI 41» Leipzig, beit 7. Oktober_ 1848» Inhalt. Studien. Biographien der Talmudiften. Von Raphael Kirchheim. Rabbi Chijja. — Die talmudischen fremdsprachlichen Worterdlarungen nach Dukes und JeNinek. Eine Skizze von Zipfer. — Kritiken. Kurze Anzeigen. Daö mosaische Recht. -Von Saalschutz. Angez. v. Dr. Fürst. —- Anhang zur Recenft'on des *Anrude Kefef von Josef Kaspi. Von Leopold Dukes. — Ankündigungen. Biographien der Talmudiften. i. Rabbi Chijja. Von Raphael Kirchheim. (Schluß.') Von seinen halachrschen Decisionen läßt-sich kein charakteristisches Merkmal angeben und sie können uns.auch daher kein Bild von seiner rabbinischen Denkweise verschaffen. Er bewegte sich hier innerhalb des traditionellen Kreises, auf einem'Boden, der keinen rationellen Aufschwung gestattete. Anders verhält es sich aber bei der Aga da, wo jeder'eine selbstständige Meinung niederlegen durste und der Geistesflug 'i der Phantasie nicht gewaltsam niedergehalten wurde. Die jHalacha durfte daher ursprünglich nicht niedergeschrieben' werden, weil sie keiner Fortentwickelung fähig, einer selbst- . ständigen Kritik nicht freigegeben wurde und das gelehrte -Wort durch den mündlichen, belebenden Vortrag den hini eingelegten Geist unverrückt bewahren mußte; die Agada hini gegen war aller Autorität bar und drückte nur den Geist der J Zeit, ihre Jrrthümer und das lebendige Bewußtsein der Menge aus und machte auf keine Stabilität Anspruch. Nur für den Augenblik gegeben, würden, wenn nicht niedergeschrieben, ihre Aussprüche und Anwendungen bald einer ewigen Vergessenheit heimgefallen sein, was bei der in stetem Leben erhaltenen Halacha nicht zu befürchten war.^ Die Agada 28) Daher sagt auch R. Jochanan -pnD HW IDlbn HDTO N1H mnon xh nDDn (jer. Berach. 23). So viele Gegner die Agada auch hatte, so waren doch agadische Sammallein kann daher zur Charakteristik von Chijja einige Licht- und Schattenbilder uns liefern und wir lassen daher alle seine niedergelegten Ansichten, welche in die Kategorie der Agadot gehören und theils als Memra theils als Barajta unter der üblichen Formel in den talmudischen Schriftquellen sich vorsindeu, hier folgen. Er selbst vergleicht (Kotzel. Rab. 65) sehr richtig die agadischen Deraschot zu Wasserteichen, weil sie ihren Geistesreichthum bald aus der reinen Quelle der Vernunft bald aus den sumpfigen Kanälen des Aberglaubens erhalten. Die Frommen, sagt R. Chijja, sollen auch nach ihrem Tod ihr volles Bewußtsein behalten (Berachot 18). Der Unterschied zwischen Den Tobten und Lebenden bestehe nur in '.dem Sprachvermögen^ (Pesikta rab. Abschn. 12). Auf dem Karmel sei ein Meeresstrudel sichtbar, der Mirjams Brunnen sei 'o (Sabbat 3b). In der Gegenwart eines Idioten sich vom Gesetze unterhalten, sei ebenso verwerflich wie in seiner Gegenwart der Liebe pflegen (Pcsachim 495). Gott habe lungen, wahrscheinlich aus erwähntem Grunde, allgemein verbreitet; die HDD werden erwähnt: Berach. 23; Gittin 6 a; B. Mezia 116; Sanh. 57; Schebuot 46; jer. Sab« 46; Mid. Tehil. 24 d eine agadische Sammlung zu Tehillim studirte Chijja (jer. Kilajim 23 5). 29) Dasselbe sagte auch Chami b. Jose (Pes. Nab. e. 2) -im n^n dtidh Q'’nn pa pN. 30) Im jer. Ketub. 36; Waj. Rab. 163 6 undKoh.Rab. 71 d wird diese Stelle im Namen von Chijja b. Abba citirt; so wird auch in Tes. rab. c. 16 die Erklärung -pH , rwn , n»m als eine Barajta voir Chijja citirt und in Sukka 49 5 im Namen von R. Papa; der Satz rr-ia vw rw DlpO wird Nut Nab. 28, Chijja rabba und in Pes. rab. c. 8, Chijja b. Abba beigelegt. , 31) Merkwürdig ist die Aeußerung von Rabbi (B. Batra 8) □ y N/N N3 ntfjnia pw, 41