Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 40 (30.9.1848)
- Date
- 1848-09-30
- Page
- Spalte 639-640 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8555529-9897534-9897577--5624-3534498- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
639 92). Da nun die Barajtot nur Zusätze2" oder Erklärungen der Mischna sind, so suchte man da, wo dieBarajtaden wörtlichen Inhalt der Mischna wiedergibt, unrerderFormel -psr ‘jrwpö pfv'in JfTMrPü1? / etwas Neues hineinzulegen, damit sie ihren ursprünglichen Charakter als- Zusatz behalte (vgl. jer. Sabb. 3 b; Moed Katan 3 b; Abod. Sara 3b). Dem entgegen rühmte sich ein Talmudist Jlfi, um seinen Scharfsinn zu beweisen, den Inhalt einer jeden Barajta immer in der Mischna nachzuweisen (Taamt21; jer.Ketub.24b z Kidd. 2 b). Mit Rabbi selbst hatte er mehrere rabbinische Kontroverse,^ ja, Rabbi richtete sogar einmal eine Frage an ifyn22 und ein andermal löste er eine von Rabbi aufgeworfene Schwierigkeit so zu seiner Zufriedenheit, daß Rabbi, auf sein babylonisches Vaterland anspielend, den Vers auf ihn anwendete „Aus der Ferne kommt der Mann meines Rathes" (Menach. 88). Auch mit Rabbis Sohn, R. Simon, hatte er mehrere Kontroverse;23 von diesem lernte er auch zwei Bücher von den Psalmen D^nn '02 pKOTl W, und R. Simon nahm es ihm daher übel auf, nicht mit gebührender Ehre von ihm behandelt worden zu sein" (Kidd. 32'. Ueber 20) Das Verha'ltniß der Mischnijot, Barajtot und Losiftot von Chijja laßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen (S. die verschiedenen Ansichten hierüber bei Chagis 1. c.). Beispiele von Zusätzen finden wir im jer. Baba Kamma 1 b n"l um nnN' 'l pun UN; im Sanh. 14 b iJiJn UN ik'v in ri'i um ym. 21) Ket. 25b 5 Ab. Sara 75 d; Ehullin 36; Nidda 14. An letzter Stelle heißt es: in seinem Alter ging er von seiner Meinung ab. 22) -jms nn b"n tjisjo ina un iud (Honot 11b). 23) Erubin 9bz Jebam. 105 b; Schebuot 32; Chullin 139 z Sanh. 110. 24) Auch R. Jsmael b. Jose beklagte sich über ihn bei Rabbi wegen gleicher Ehrenverletzung (jer. Kilajim 23 b); es scheint daher eine Namenverwechselung statt zu finden. 640 Techumin^ und über die Reihenfolge der salomon'schen Schriften stand er in Kontroverse mit R. Jonatan (Mid. Chasit 2o). — Seine Decisionen über die Zins- und Wuchergesttze werden unter dem Namen nS rvQ’H citirt (B. Mezia 62 b; 65 b); ferner war ein eigenthümliches Schema des Alfabets rTVI rfJDN (Sukka 52) von seiner Erfindung bekannt, welches bei den Agadisten zur Erklärung von Bibelstellen vielfache Anwendung gefunden hat. 20 Unter der Formel n i werden hauptsächlich und in großer Anzahl im jerusalemitifchen Talmud seine Mischnijot und Barajtot citirt, kleiner ist deren Anzahl im babylonischen Talmud." . (Beschluß folgt.) 25) Ja jer. Erubin 10 lesen wir nS ’töp jiW naisq w *6nr n"i bV min nm rat# 'Dinn by ppfe n^pD N?N; im Babli (ib. 17 b) heißt es aber gerade umgekehrt: jnjr '-) b”x n"i p&inn wtj/ by ppii> rfi ■ yri bn in!? by ppi!? pu N*?ni. 26) Die Eigenthümlichkeit dieser Zusammenstellung besteht darin, daß die Addition zweier Buchstaben bis 10 ist; z. B. r? + v — 10; I + n 10. Von an biSjtf ist das Facit 1005 z. B.? + $ 10Oz D + D 1O0. Die Buchstaben n und j' allein bleiben „ungepaart" zurück, was den Agadisten zu manchen Spielereien Veranlassung giebt (ek. Pesikta Sut. 86 d). Außer diesem AlfaLet gab es noch andere Schematen, wie (Sab. 104z Bamidbar Rab. 210, 213 6, 227 6); (ib. 307), der sich die Agadisten größtentheilß zur Erklärung biblischer Eigennamen bedienten , wie z. B. , ptw, ■'Dp üb DJ , iUD, JDHD. Wahrscheinlich waren diese Schematen ursprünglich eine Art Geheimschrift. 27) Berach. 26, 61; Sab. 48, 137; Erub. 15, 17bz Pes. 8, 34, 42 b; Bez. l6, 25, 32; Chag.13; Roschha-Sch. 5 b, 6; Joiria 4, 6 b, 24; Jeb. 97; Nasir 63; B. Kamma 4b; 84; B. Mezia 3; B. Batra 73; Ad.Sar.56b; 72bz Sanh. 60, 68; Scheb. 36, 38, 48; Chullin 27, 122b, 134, 141; Nidda 17, 25, 26, 62 b. Ankündigungen. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Arr, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichie und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Debarim Attlliiitt. 11. Enthalt: j 1) Fragm e n t eines alten hebräischen Bücher- und Autoren - Verzeichnisses. j 2) Keb uz a t K e se f, Katalog der von Josef Jbn- Caspe verfaßten Schriften, von ihm selbst angefertigt. . > 3) Me lech et S ch'l 0 m 0,»Probell aus Josef Jbn- Caspe^s Schriften. Von S. Werbluner. lNach Handschriften auf der k. Bibliothek zu München.) 4) Sefat Chachamim, oder Erklärung der in dm Talmuden, Targumim und Midraschim vorkom-- mendm persischen und arabischen Wörter. Von Ad. Jellinek. Herausgegebcn von Z» Benjakob. Brosch. Preis 15 Ngr. Verlag von C. L. Fritz sche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.