Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 40 (30.9.1848)
- Date
- 1848-09-30
- Page
- Seite 317 (sequence 9)
- Language
- German
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317 Vereins besonders ehrend anerkannt, und der zu wählenden Vertretung besonders empfohlen/ den Magyar Egylet in seinen gerechten Wünschen thätigst zu unterstützen. Die angezeigten Rückstände werden von den betreffenden Gemeinden gleich bei ihrer Nachhausekunft eingehoben und dem Egylet zugcmittelt werden. 13. Aus Süros wird eine Protestatkon verlesen, in welcher zahlreiche.dortige Israeliten gegen die Wahl der für ihre Jurisdiktions-Gemeinde 'anwesenden Ablegaten protestiren und dieselben als ungültig erklären. Da diese Protestation als bloße nicht vidimirte Kopie keine Beachtung verdient, und die General-Versammlung in der Person und Charakter der Herrn Abgeordneten aus Süros vollkommenes Vertrauen und Bürgschaft findet für die Giltigkeit der von der ganzen General-Versammlung in Ordnung befundenen Vollmacht — so wird diese Protestation mit allgemeiner Indignation uck acta gelegt. 14. Die zur Untersuchung der Tolcranz-Tax-Rechnungen exmittirte Kommission berichtet, sich ihrer Pflicht entledigt, und die vom Verwaltungs-Komice bis heute abgeschloffenen Rechnungen, sowohl Einnahmen als Ausgaben, als auch die vorräthigen Komerzial - Bankanweisungen über fl. 116200 in bester Ordnung befunden zu haben, rügt bloß eine Ausgabe, welche von einem einzelnen Mitglicde des Verwaltungs-Komitcs ausgegangen, und trägt darauf an, daß in der Folge bei ähnlichen nicht stipulirten Ausgaben, das Einverständniß sämmtlicher Mitglieder des Verwaltungskomites als nöthig vorgeschrieben werden möge, bemerkt zugleich, daß Herr Phil. Bettelheim verhindert war, an dieser Kommission Theil zu nehmen. Der Bericht wird zur Kenntniß genommen, und die gemachte Bemerkung zum Beschluß erhoben, und zu dem Ende dem Verwaltungs-Komitc mitzutheilen bestimmt. 15. In Folge des sub Nr. 11 gefaßten Beschlusses, ernennt Hr. Präses eine Kommission unter dem Präsidium des Hrn. M. A. Weiß aus Pesth, bestehend aus den HH. Heinrich Winter aus Suros, Sam. Brüll aus Preßburg, I. Schwarz aus Zemplin, Ph. Schönberger aus Neograd, Elias Schlesinger aus Neutra, Moritz Hübsch aus Trentschin, Theod. Guthard aus Weßprim- Em. .Wollheim aus Zala und I. N. Sichermann aus Szabolks, um zuvörderst aus den heute von den 4 Distrikten überreichten Konsignationen, die empfohlenen 40 Personen zusammen zu schreiben, diese Liste sodann einer jeden anwesenden Jurisdiktions-Gemeinde zu behändigcn, von ihr dann eine Vitisationeliste zu übernehmen, daraus das Skrucin der Wahl zu verfertigen, und sammt den ihr übergebenen Original-Listen der General-Versammlung vorzulegen. Welche Kommission sich auch sogleich zur Erfüllung dieser Exmission in das anstoßende Zimmer begab. 16. Von der israelitischen Gemeinde der Stadt Pesth wird ein Schreiben vom heutigen Datum (9. Juli) überreicht und verlesen, in welchem dieselbe gegen den Beschluß der Generalversammlung, die bestimmten Diurnen für die zu wählenden Vertreter aus dm Interessen des Toleranz-Tax-Fondes erfolgen zu lassen, feierlichen Protest einlegt, da ^sie als Hauptbürge für die Toleranz-Taxe nur auf Grundlage des Reservefondes und der Partial-Wechsel die Hauptbürgschaft übernommen , und dermal, wo es noch nicht entschieden, ob der vorräthige Toleranz-Laxfond nicht wirklich zur Berichtigung der fälligen Raten verwendet werden soll, durchaus nicht zu einer anderweitigen Verwendung beistimmen könne, daher die General-Versammlung ersuche, einen andern Modus zur Bestreitung der erforderlichen Spesen zu bestimmen. Nach vielfach hierüber gepflogenen Debatten ist die General-Versammlung darin übereingekommen, der protestirenden israelitischen Pesther Gemeinde zu bescheiden, daß nachdem einerseits die General-Versammlung und nur sie allein sich berechtigt hält —- über die vorräthige Toleranz-Taxe als Eigenthum der sämmtlichen betreffenden Jurisdiktions- Gemeinden verfügen zu können, da in dem Falle, wenn ' wider alles Vermuthen die weitere Einzahlung der Toleranz-Taxe gesetzlich angeordnet werden sollte, natürlich jede Jurisdiktions-Gemeinde nicht nur bereitwillig, sondern verpflichtet wäre, kraft ihres Partial-Wechsels, die sie betreffende Quote pünktlich eirizuzahlen z anderseits auch die Pesther israelitische Gemeinde als Hauptbürge für die Gesammt- Quote von 1,200,000 fl. CM., ihre Garantie niemals in dem vorräthigen Reservefond, sondern in der Verpflichtung aller einzelnen Jurisdiktions-Gemeinden, und in deren hinterlegten Schuldscheinen gefunden — so kann auch die General-Versammlung die Motive dieses vorliegenden Protestes durchaus nicht als gegründet anerkennen. — Da es jedoch scheint, daß die Pesther Gemeinde vorzüglich ausAengstlichkeit zu diesem Proteste veranlaßt worden, als ob durch die Beschlüffe dieser General-Versammlung beabsichtiget würde, den ganzen dermaligen Vorrath zu andern Zwecken zu erschöpfen, so möge sich dieselbe, durch die feierliche Versicherung der General-Versammlung beruhigt hatten, daß die zur vollkommenen Deckung zweier Raten an das hohe Aerar erforderliche Summe, nämlich circa 102000 fl« CM. durchaus nicht angegriffen, resp. bis nach erfolgter gesetzlichen Entscheidung seiner dermaligen Bestimmung nicht entrückt werden wird, wornach für die Pesther israelitische Gemeinde als Hauptbürge auch keine momentane Verlegenheit entstehen könne, — worüber der Pesther isr. Gemeinde ein Auszug dieses Protokolls zuzustellen ist. 17. Herr Präses stellt die Frage, ob die neu zu wählende Vertretung zu bevollmächtigen sei, zur Bestreitung der außer den stipulirten Diurnen noch erforderlichen Spesen für Inserate, Druckschriften, Porti, Fuhren rc. bis zur Summe von 2000 fl. Zwei tausend Gulden in Conv. Münze im nöthjgen Falle zu verfügen. > Uebcr diese Fage wurde abgestimmt.! 33 stimmen für 2000 fl. CM. nämlich: Arad, Bäcs, Ba-! ranya, Bekes, Bihar, Borsod, Comorn, Heves, Krassa,