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Der Orient · 1848-09-30 · Heft 40 (30.9.1848) · p. Seite 313

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 40 (30.9.1848)
Date
1848-09-30
Page
Seite 313 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken WM Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man adonnirt bei allen Löbl. Posta'mrern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgercchnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 'der: 30. September erpzrg Inhalt. Deutschland's vereinigte Staaten Hamburg. Schreiben Moses Mendelson's an Humboldt. Berlin. Sociales und Gemeindezustande. Aus Mahren. Religiöse Anstande. 2C iiflo m, Anstalt und Sitten. Der Zopf. Synagogenwesen. Wien. Vermischtes. Prag. Trübe Aussichten. — O e st e r r e i ch i sch e Nebenlander. P e st h. Die Reform. Magyaren und Croaten. St. Weißen bürg. Magyarische Literatur. Rabb. Löw. St. Weißen bürg. Jüdische Zustande. Pesth. Ein Protokoll als Aktenstück. — Einiges über das jüdische Schulwesen im Regierungsbezirk Marienwerder. Von W—ll. — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Hamburg, im August. Ich übersende Ihnen eine Zuschrift an A. v. Humboldt von unserem Mos. Mcndelson, den Kosmos betreffend, die wie ich glaube, manche Leser des Orient xntcrcfftvcn würde: „An Hrn. Geheimrath von Humboldt in Berlin. Einer der vielen Verehrer Ihrer Werke kann bcm Drange' seiner Gefühle nicht widerstehen, Ihnen, dem hochverehrten Verfasser des Kosmos, feinen innigsten Dank für den Hochgenuß, den derselbe ihm verschaffte, hiermit darzubringen. Eine ganze Welt göttlichen Wissens wurde mir zugänglich gemacht; Dinge, deren Zusammenhang mir, bei meinen beschränkten Kenntnissen, unerklärlich gewesen, erschlossen sich meinen schwachen Augen, und es ward Licht in den dunkeln Gängen meiner Seele. Am Ziele meines Erdenwallens wende ich den-Blick sehnsüchtig nach dem Jenseits, wo der Kosmos sich uns vollends enthüllen wird. Ich versetze mich 'aber schon jetzt ans einen Augenblick in diese Geisteswelt, wo daS Wort „Freiheit" überflüssig sein wird, und erlaube mir Ihnen folgende Bemerkung vorzulegen. Mit tief durchschauendem Geiste, der alle Zonen, alle Jahrhunderte durchstrichen, haben Sie der Naturpoesie der alten Völker eine nothwendige Stelle imKosmos allgewiesen, aber die der Hebräer nur wenig bedacht. Zudem Sie dieselbe durch die Erwähnung einer Stelle anS derl Schriften unseres Kallzelredllers Sachs als dahingehorend bezeichnen. Ihre Darstellung darf sich durchaus nicht ans die Bibel - Poesie beschränken, die Tradition und die neu-hebräischen Dichtungen, welches große üppige Feld Sieten diese für die Weltanschanllng dar! Selbst bei den: beschränkten Ziele, das, sich der Kosmus abstechen mußte, verdienten doch, meines Erachtens, die Weisen des Talmuds ebenso gut, und vielleicht noch in e h r als die christlichen Kirchenväter der Erwähnung. Zwar fehlte dem „Volke des Buchs", deil Juden, zu allen Zeiten eines der größten Aliregungsmittel zur Weltanschauung, die bildende Kunst, deren Entwickelung durch die Völkerreligion geweckt und gepflegt, und eben darum von den Zelten Jakobs abgewiefen wurde. Bibel und Talmud verbieten den Juden allen Bilderdienst. Und wenn sie auch die Anfertigung der Formen nicht untersagten, jb konnte doch der Künstler bei Vollendung seiner Schöpfung, die zu keiner Andacht führen durste, auf keine Aufmunterung rechnen, lind so fand auch die Begeisterung für. diese edle Kunst keinen Eingang bei dem Juden und die ästhetische Anschauung mußte diese.Vermittelung für ihn aufgeben, Aber eben dieser Mangel versetzte ihn auf eine weit höhere Stufe der Weltanschauung. Was der Meißel nicht vermochte, das that das Wort. Das Bild, welches das geistige Wort Hervorrust, bringt den Kosmos näher als der kalte Marmor. Das Wort ist das Licht/ das jeden Geist erhellt nud belebt. Und die ganze Tal? 40

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