Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 39 (23.9.1848)
- Date
- 1848-09-23
- Page
- Spalte 613-614 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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613 614 Studien. Biographien der Lalmudisten. — Berzeichniß der Poötanim. schaftlich Handel getrieben und Seidenwaaren nach Lyrus ausgeführt (Beresch. Rab. 67 c). Bei Rabbi stand er^ in. solchem Ansehen, daß R. im Begriff war seinen Sohn mit Ch/s Tochter ehelich zu verbinden/welche aber bei den Traürrngsfeierlichkeiten plötzlich gestorben ist. Da man nun in jener Zeit für jedes außerordentliche Ereigniß eine außernatürliche Ursache aufzuflnden sich bemühte, so gab Rabbi eine Mesalliance als Ursache dieses plötzlichen Todtenfalls an, und zwar weil Chijja nur aus einer Seitenlinie des David'- schen Hauses abstamme. * Er scheint der beständige Tischgenosse von Rabbi gewesen zu sein * (Berach. 4L; Beza 28z Erubin 73; Sanhed. 38), und reiste auch mit ihm nach Eäsarea, Anton in zu besuchen' (Tanchumawa-Ieschab). Bon den 13 halachischen' Formen (die wir aber nicht näher bezeichnen können), welche Rabbi kannte, lernte er sieben (Ne-. darim 41). Zweimal zog er sich den Unwillen Rabbi's zu und mußte dreißig Tage seine Gegenwart meiden. Man nannte dieses den kleinen Bann nD’>ti, Beschämung. Rabbi äußerte nämlich einmal, um seine Demuth zu zeigen, daß er Ab. Huna den Vorsitz einräumen würde, wenn dieser nach Palästina käme. Um die Wahrheit dieser Aeußerung zu prüfen, sagte er einst zu Rabbi/Ab. Huna sei angekominen, fügte aber schnell, als er Rabbi erblassen sah, hinzu, seine Leiche komme um,* * * 5 6 7 8 — was aber in der That nicht der sei auch scheinbar der zugesicherte Ertrag nicht so vollständig gewesen, weil die starke Bergluft zu viel Spreu weggettieben habe^ 5) p ’flN ^"1 (Ketub. 62 b). ' Dieses Stammregister soll in Jerusalem aufgefunden worden sein, wo es heißt, (j. Taanit 12z Ber. Baba 65 c) -ins bbn 1^2 ponr rfep yb P ,;idn rrtODDTO n:h '»m, welche Version korrupt sein muß, da rr>DD&7 der fünfte Sohn Davids war (2 Sckm. 3,3) und Chijja demnach aus der direkten David'schen Linie abstamme. — 6) Auf einer Reise nach dem Süden wurde er von Josua b. Lewi zu Tische geladen und mit 24 Gerichten bewirth-et; als dieser einst nach Liberias kam und bei Chijja einkehrte, ^yhm er Anstand den an so schwelgenden Tafeln Gewöhnten an seinem frugalen Mahle Theil nehmen zu lasten, er gab daher den Schülern von R. Josua Geld, daß sie ihn nach seiner Gewohnheit bewirthen (Mid. Echcr 56). 7) Als daselbst Rabbi's Sohn eine gutaussehende römische Legion sah, rief er aus „wie wohl gemästet sind.die römischen Kälber". Chijja führte ihn hierauf auf den Marktplatz und zeigte ihm Schmeisfliegen aus den Obstkörben herumsumsen und sagte „diesen Schmeisfliegen gleichen die Römer". Rabbi, von seinem Sohne-um die Erklärung dieses Gleichnisses befragt, gab ihm eine solche, die diesem leicht verständlichen Gleichnisse ferner lag. Im Aruch R. wird diese Erzählung aus -in^n O mm 'd Dpy titirt, die sich in Tanchuma nwv/a findet, womit Zunzens Notizen G. V. S. 229 zu ergänzen ist. 8) AehnUch und abweichend ist diese Erzählung im bab. Moed Kutan 25, wo auch bei dem wirklich erfolgten Tod von R. Huna derselbe Ausdnuck ijpN vorkommt. Eine Begebenheit, lag hier zu Grund, die aber in beiden Talmus den verschieden erzählt wird. Fall war,9 * ba R. Huna nach Chijja gestorben ist und in seine Gruft beigesetzt wurde (jer. Kilajim 24; B. 'Moed Katan 25). Rabbi, der wohl seine Absicht merkte, hieß ihn zur Strafe „hinausgeheri". Während den 30 Tagen, in de^ nen er Rabbi's Gegenwart deshalb meiden mußte, lehrte er seinem Neffen Rab den ganzen Inhalt des Gesetzes^ Nrpnifra (j. Kilajim 23 b). Ein andermal unterrichtete er seine Neffen auf freier Straße, was aber Rabbi, sich auf einen Bibelvers stützend, bereits untersagt hatte; als Rabbi diese Widersetzlichkeit erfuhr, rief er dem eintretenden Chijja' zu: Jjja ^yj11 draußen ruft dich Jemand (Moed Katarr 16 b).* So zuversichtlich vertraute Chijja seinem strengen Rechtsgefühl, daß er ohne Beisitzer alle Rechtssachen allein schlichtete TTPn nuiDD p N3K JUD (Sanh. 5); daß er.aber dieses Selbstvertrauen rechtfertigte, beweist folgende Thatsache. Eine Frau zeigte ihm einst eine Goldmünze, die sie eingenommen, und fragte ihn, ob solche gut sei; R. Chijja erklärt sie für gangbar. Tags darauf kam sie wieder und klagte ihm, die Münze müsse falsch sein, denn sie könne sie nicht 'ausgeben. Er ließ ihr sogleich durch Rab eine andere Münze geben und sagte zu ih'm: schreibe dies in mein Buch unter..der Rubrik „Ein schlechtes Geschäft" ein (B. Kama 99 b). Ein Beispiel von seinem Zartgefühl gegen seine Freunde lesen wir in Sanhedrin 11. (Fortsetzung folgt). Berzeichniß der Poetanim. Von Prof. Sam. Dav. Luzzatto. (Schluß.) Mose b. Kalonyrnos. Mose ha-Kohen (in ‘W TN 'd Ende). Mose b. Maimün (ti'ZD'i). Mose b. Mes.chullam. Mose b. Michael (Zunz 474). M o s e b. N a ch m a n - Gerondi (hJVV) (p*Dn). 9) Das Chijja sich diesen Spaß erlauben durfte beweist, daß er zu' Rabbi nicht in der Rangordnung eines Schülers stand (vergl. Nidda 14b). 10) In Ber. Raba 28 c wird diesem Ausdruck erklärend beigefügt Krobb'l, die babylonischen Halachot. 1t) Wahrscheinlich ein Spottnamen, den er Chijja gab, weil er die Gutturalbuchstaben nicht aussprechen konnte, was aus folgender Erzählung hervorgeht. Chijja' neckte einst Rabbi's Sohn wegen seiner groben Stimme; als dieser sich nun bei seinem Vater hierüber beschwerte, sagte Rabbi: werfe du ihm vor, daß er ein Gotteslästerer sei, weil kr rrt> 'roro , »Ti? WD’nJ mit einem He ausspricht s Megilla 24 b). 39