Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 37 (9.9.1848)
- Date
- 1848-09-09
- Page
- Spalte 577-578 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Meratnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 3V. Leipzig, den 9. September 1848. Inhalt. Kritiken. Kurze Anzeigen. Kritik zweier Werke über Maimüni. Die Kommentarien zum More von Jos. Jbn Caspi, hgg. v. Werbluner. Ueber die Prophetie v. Dr Meyer. Von L. Dukes. Verhandlungen des englischen Unterhauses über die Emancipation der Juden. Beurtheiit v E. Lehmann. — Siudien. Biographische Skizzen. XXII!. Jehuba ^Ajjäsch. Von Dr. Frankel. — Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst Zehntes Kapitel. —, Literaturhisiorische MisceUen von L. Dukes. — Ankürwigungeir. Kurze Anzeigen. Kritik zur Erklärung deS More Nebuchim des Maimuni. 20) FjdD DV’DK'D) PpD Kommentarien zu More Ne buch im des Maimonides von Josef Ibn Ca spi. Herausgegeben von S. Werbluner. Frankfurt a. M., 1848, 8. 15 L S. nebst einem hebräischen Vorworte und einer deutschen Einleitung. XVI. Auch mit einem lateinischen Titel. Auf Kosten des Verfassers gedruckt, bei I. B. Bach. 21) rjNftJn Kommentar zu dem 45. Abschnitt des . zweiten Theils des More Nebuchim von Dr. S. Mey e r. Rödelheim, 1848, 8. bei I. Lehrbecger u. Comp. Ebenfalls mit einem latein. Titel. Angezeigt von Leopold Dukes. Diese zwei schätzbaren Werke haben wir einen Tag nach der vorläufigen Aufhebung des Belagernngsznstandes vou Paris erhalten. Wir sagen dieses dem Leser blos, tun unsere aphoristische Kürze zu entschuldigen. Wir bemerken hier auch zugleich, .daß ein ausführliches Eingehen auf die Schriften jetzt außer unserem Gedankenkreise ist, weder Schreiber dieses hat jetzt die gehörige Muse dazu noch dürften viele Leser sie haben. Wir verspann nils dieses auf eine andere Gelegenheit. Heizt wollen wir blos den allgemeinen Standpunkt bezeichnen, von welchem dieses Werk so wie andere dieser 3(yt zu betrachten 'seien. Wenn wir noch einige Notizen über Joses Kaspi selbst geben, so ist dies altes, was wir dem Leser jetzt bieten können. Der Werth dieses Werkes liegt nicht in sich selbst, sondern in seiner Beziehung zllr Literaturgeschichte, wie cs überhaupt nicht viele Werke giebt, die zugleich literarisch und für sich wichtig sind. Alle Werke, die an und für sich wichtig, sind eben darum auch literarisch wichtig, aber nicht umgekehrt. Die Geschichte der Wissenschaften ist das Bestreben, das Wesen der Dinge kennen zu lernen. Hätte man das Wesen wirklich erkannt, so würde alle Geschichte überflüssig sein. In den exakten Wissenschaften hat man Beweise, daß man weiter gekommen ist. Die Griechen und Römer hatten keine Eisenbahn, heute ist es etwas bekannter. Die Griechen und Römer, hatten keine Blitzableiter („kemülem fruslra est :— sagt Publitt s Cyrnö — eonti'a fulmen quaerere“ — Es ist vergeblich ein Mittel gegen den Blitz zu suchen.), heute ist es allbekannt.1 Bei der Wissenschaft des Gedankens und des innern Menschen , fehlen die Beweise, daß man weiter gekommen ist. Man kann es daher Niemandem verargen, wenn er es bezweifelt. Diemenschliche Natur ist heute dieselbe wie vor 3000 Jahren. Hat man die Probleme in der Psychologie gelöst? Man kennt einige Thatsachen mehr, man hat einige Anordnungen gemacht . aber ,,ins Innere der Natur dringt kein erschaffener Geiste. Ein Blick auf Carus Ge- 1) Es scheint, daß im vorigen Jahrhundert, als die Blitzableiter erfunden wurden, auch von thcologischcr Seite — wie gegen das Impfen — manche Bedenklichkeiten ba* gegen erhoben wurden. Wir schließen dies aus der Stelle in einem Buche, welches in Lichtenbergs Briefwechsel (erster Band S. 277) citirt ist. Der Mann der dies geschrieben hatte, scheint es blos der Geistlichkeit halber gethan zu haben, und gehörte für seine Person, die mit Lichtenberg gut stand, gewiß zu denjenigen, die — mit Lichtend erg selbst zu reden —die Fackel gerne an d i e P e r ü c£ e brr Gejstlich en hi n h alt. 37