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Der Orient · 1848-09-16 · Heft 38 (16.9.1848) · p. Seite 297

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 38 (16.9.1848)
Date
1848-09-16
Page
Seite 297 (sequence 1)
Language
German
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} 99e.£i$.te," Studien und Kritiken Neunter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Mlr. Man abonnirt bei allen töbt. Postämtern und allen solid. Buckbandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgaog. Bon dieser ^eitfc^rtfr erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M es. Leipzig, den 16. September 1848- Inhalt. Die Juden in Oesterreich. XXVIh — Deutschland 's vereiuigte Staat en. V erlin. Eine Mischehe. Berlin. Die Constabler und die Juden. Frankfurt a. M. Der wissenschaftliche Kongreß. Prag. Rabbinerversammlung. Anklam. Gemeindewirren. Anklam. Ueberreste der alten Gesetze. N e u st a d t - E b e r s w a l d. Missionar Schwarz: Wien. Biographie Fifchhofs. Wien. Die Reaktion. Das Ministerium. Wien. Ein Minister gegen die Juden. Wien. Preßprozeß. Frankfurt, a. M. Eine deutsche Nationalkirche. — Oesterreich!sche Nebenlander. Lemberg. Jüdisch-deutsche Zeitschrift. Pesth Ein Protokoll als Aktenstück. Brody. Humanität der Juden. — Rußland. P etersburg. Rabbiner-Kommission. — Personalchronik und Miscellen. Modena. Wien. Frankfurt a. M'. Pesth. Berlin. Paris. Leipzig. — LB. d. Or. Die Juden in -Oesterreich. xxvn: Die Juden und die Presse in.Wien beschäftigen uns heute; und wieder soll der Apostel der Freiheit, Borne, unS dm Weg bahnen, da er mit prophetischem Auge in die Zukunft blickte. Dieses Prophetenthum erklärt er uns selbst, wenn ' er in seinen Aphorismen sagt: „Die H o sfnung en g uter Menschen sind Proph ez e ihu ng e n". Wer kann mts aber auch besser über die freie Presse in ihrer Ebbe und Flnth belehren, als der Mann, der ihr sein Herzblut zum Opfer gebracht? Wir werden daher eine kleine Gruppe seiner Aussprüche zusamnienstellm. — „Ihr seid dreißig Millionen Deutsche und zählet nur für dreißig in der Welt; gebet uns dreißig Millionen Juden, und die Welt zählte nicht neben ihnen. Ihr habt den. Juden die Luft genommen , aber das hat ste vor F'äulniß bewahrt Ihr habt ihnen das Salz des Hasses in ihr Herz gestreut; aber das hat ihr Herz frisch erhalten. Ihr habt sie dm ganzen langen Winter in einen tiefen Keller gesperrt, und das Kellerloch mit Mist verstopft; aber Ihr, frei dem Froste bloögestellt, seid halb erfroren." (Briefe ans Paris, IV, 141.) — ,,Wenn politische Schriftsteller in den Einrichtungen und in der Verwaltung der Staaten oft nur Tadelnswerthes finden, so thut man ihnen Unrecht, wenn man dieses einer stürmischen, unerträglichen Denkungsart oder einer eitlen Verbesserungösncht zuschreibt. Es liegt dies vielmehr in der Natur der Sache. Der Tadel ist so mannigfaltig als die Fehler, die er trifft, das Lob aber einfach wie das Lobmswerthe und darum ünberedt. Es giebt tausend Krankheiten aber nur eine Gesundheit." (Gesammelte Schriften, XVI- 291.) — ,,Lange Zeit haben sie sich für mächtige Zauberer gehalten, die Wind und Wetter machen können nach Belieben. Nun, da das fillstere Gewitter heranfgestiegm wider ihren Willen, haben sie zwar ihre Freudigkeit, aber nicht ihre Zuversicht verloren. Sie nehmen sich vor, den Sturm eine Rossinische Arie singen, die Blitze symmetrisch als chinesische Feuerwerke leuchten, und dm Donner im Takte rollen zu lassen." (Gesammelte Schriften, VI, 41.) — Der Leser wird nun leicht begreifen, welches Verhältniß zwischen der Presse und den Juden in Wien obwaltet. Man wirft den jüdischen Journalisten vor, sie beherrschen die Presse. Allerdings übm sie einen g r o ß e n E i n sl u ß auf die Presse, und geben in manchen Beziehungen dm Ton an. Die „Allgemeine Oesterreichische Zeitung", der „Radikale", die „Presse", die „Constitution", der „Freimülhige", „Grad'rans", der .„Chariwari" , . die „SonntagSblätter^ n. f. w. haben entweder jüdische Redakteure oder jüdische Mitarbeiter. Beküttnnert schüttelt die Wiener Reaktion das Haupt. „Sollen die Sohne Juda's die Söhne-, Tmt'S beherr- 38

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