Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 36 (2.9.1848)
- Date
- 1848-09-02
- Page
- Spalte 563-564 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8555529-9897534-9897573--5582-3534420- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
563 Studien. Geschichte der Mischen Literatur in Babylonien. 564 möge nun mit Sora, -er vorzüglichen Stätte des Ausbaues traditionaler Lehren, abgeschlossen werden, nachdem wir theils die.andern mit ihr wetteifernden Hochschulen Neharde'as und Pum-Badita's bis zum Endpunkte dieses Zeitraumes, theils die soranische Hochschule , selbst bis in den bedeutsamen und wichtigen durch Asche bewirkten Zeitschnitt hinein, in chronologischem Zusammenhänge fortgeführt. In Sora wurde das massenhaft Lraditionale Material mit dem Eintreten Asche's geordnet und gesichtet, dort die dauernde Strömung der Tradition abgedämmt, das talmudische Riesenwerk redigirt, und durch diese Studienwenvung überragte nicht nur die soranische Hochschule die anderen Lehrstätten, sondern sie scheint gleichsam die Sonne gewesen zu sein, die Quelle für das Licht der andern. 858 Den Mann des Wendepunktes in seiner 52jahrigen rühmlichen Wirksamkeit, nämlich den soranische Rektor Asche, wie er zuerst die Redaktion des Talmuds versucht, haben wir bereits oben 859 ausführlich dargestellt und es bleibt uns nur noch übrig, seine Nachfolger bis R'Abina , der das von Asche begonnene Werk zu Ende gebracht, in kurzen Umrissen zu zeichnen, was hiermit geschieht. 1) Nach dem Tode Asche's um.426 n. Ehr. übernahm Rab oder Mar J6mar das erledigte soranische Rektorat. 8G° I6mar^ b. Schesbjbbr aug Diftawie er zum Unterschiede von seinen verwandten oder fremden Vorgängern geheißen, 864 ist weniger durch seine Lehrthätigkeit oder zahlreiche Schülerschaft, als durch die hohe Achtung, die er bei .857) S. oben S. 197 flg. — . 858) Es ist bereits oben erwähnt worden (S. 205), daß seit Asche (374) die Exilarchen nur zu Sora eingesetzt und nur dort die jährlichen Exilarchenfeste gefeiert wurden und daß von da die von den Chronographen aufgezählten Vorzüge Sora's herrühren. — 859) S. 197—207. — 860) Scherira GR. S. 38. — Er sagt ausdrücklich, daß nach Asche um 738 d. h. 426 Jemar das Rektorat übernommen, und wenn Sefer Ha-Kabbala n. A. Marsmar haben, so ist dieses aus entstanden. In der SR. des Scherira fehlt hier gerade eine Zeile, nämlich die Nachfolge Jsmar's und die Angabe des Todesjahres' bei Asche, und ich habe diese Rezension darum hier nicht berücksichtigt. 861) Sein Urahn J6mar Saba blühete zur ZeitChasda's und Nachman's ("Ecubin 405; Ketubot 53 a), also im letzten Viertel des 3. Jahrhunderts. Jomar b. Schelemja, Genosse und Schüler Abbaji's (322—337) und Rabba's (337 — 351), wie man aus zahlreichen Stellen sieht (EhuUin 107 5; Sabbat 66 5; ib. 150a; Mo'ed Katan 6b; Sukka 7 a; Baba Batra 9 a; Sota 22), war Enkel des Iemar Saba. Einen Sohn desselben, Schesbib. Jemar führt Juchasin auf. Unser I« mar, der Genosse des Mar Sutra (Berachot 53 5; Schebu^ot 30 5), Mar^mar (Berachot 36a; Schebu'ot 305; Sabbat 1455) und Asche iKetubot 95a; Baba Kamma 62a; id. 1O5a; "Aboda Sara 63 b) von denen der erste 441, der zweite e. 415 und dritte 426 gestorben, hieß Jemar b. Sch esb i und war Enkel des Jemar b. Schelemja. Seine GeschlechtstafeL stellt sich etwa in folgender Weise heraus: seinen Kollegen genossen, im Talmud bekannt, und nur von dieser Seite kann er dargestellt werden. Er stand in kellegialischer Verbindung mir Kahana b. Lachlifa, dem .Schulhaupte zu Pum-Badiita von 397—413, und bewies dieses dadurch, daß er Fragen an ihn richtete. 865 Am 6 mar, das letzte Schulhaupt Ncharde'a's (st. e. 420), schätzte ihn als Gelehrten (Talmid Chacham) hoch und achtete ihn in gleicher Weise wie Mar Sutra.88« Seinem Zeitgenossen j; R'A bina gegenüber, der 421 gestorben, behauptete er die eigene Ansicht in einer rituellen Sache, und er galt diesem gegenüber als Autorität, -aß die Halacha nur seiner Ansicht folgt. 867 Er richtete auch civilrcchtliche Fragen an seinen Vorgänger A s ch e, wie er überhaupt mit ihm über dergleichen Gegenstände gestritten, sich auf die Praxis berufend.888 Dieses Verhältniß zu seinen Genossen über 30 Jahre vor dem Antritte seines Rektorats und der Umstand, daß er bei seinem Tode nach fünfjährigem Amte durchaus nicht als jung verstorben bezeichnet wird , läßt uns annehmen, daß er schon an Jahren vorgerückt dem Asche im Amte gefolgt und wohl c. 360 geboren worden sein mag. Er starb 431 n. Chr.8^, Jsmar ©abct (frOD) c. 300. Schelemja c. 330. I J«mar c. 360. I Schesbi e. 390. ' I Jemar 400, Außerdem gab es noch einen Jemar b. Chascho, der vielleicht ebenfalls zur alten Jemar'schen Familie gehört. — 862) So ist der Vatersname hier' zu geben, da nur dieser Genosse des Mar Sutra war.. Wo es zweifelhaft war, ob man vielleicht den MarSurra, welcher Schüler des Chasda war (Sabbat 44 5), versteht, fo* zweifelte man auch, ob man nicht für unfern Je)mar b. Schesbi den Jemar b. Schelemja setzen müsse (Berachot 53 5). — 863) Als Kollege Asche's wird er mit der näheren Bezeichnung „aus Dksta" angeführt'(Sabbat 146 5), i während er sonst J6m«r schlechthin heißt. Wo man bloß '»S gefunden, so war man schon bei dem Abschluß des k Talmuds zweifelhaft, ob Rab Iemar oder Rab Jirmijja ) aus Difta zu lesen sei (Baba Batra 171b), indem dieser Jirmijja Zeitgenosse und Landsmannn war. — 864) Siehe die vorhergehenden drei Anmerkungen. In Berachot 53 b wird er von J6mar b. Schelemja dadurch unschieden, daß er Jemar b- Schesbi heißt. — 865) Baba Batra 171b; 'Aboda Sara 59 a. — 866) Schebu'ot 305. — . 867) Chullin 51a. Eben so Maremar gegenüber (Sabbat 145 5; Bechorat 36.s). — [ 868) Baba Kamma 62a; Ketubot 95 b. Ergebrauchte! dabei, den Ausdruck, den sonst auch Zische u. A., um auf die Praxis hinzuweisen, gebrauchten, nämlich Ov btt (Geschehenisse aller Tage). Verg^. Sukka 44 a; Baba Kamma 955; Baba Mezi'a 15 b; ib. 110 5; Baba Batra 173 5;! Ketubot 68b; ib. 95b. — 869) Scherira GA. 38. Die Angabe in Seder Ha-Dor.,