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Der Orient · 1848-08-26 · 35 (26.8.1848) · p. Spalte 557-558

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
35 (26.8.1848)
Date
1848-08-26
Page
Spalte 557-558 (sequence 7)
Language
German
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555 Studien. Literarische Änalekten. 55K zu einem Knoten verschlungen.19 Diese Sammlung hieß hy) ütytä in der weiblichen Form für diese Gattung der Fabeld'ichtung schon das Unterscheidende von den Gnomensammlungen (p''bv/'ß) bietend.^ Zn der Thal war diese Gattung ganz neu, verschieden von den sogenannten salomonischen und Den- Sira'scheu Jndeß ging diese Sammlung schon frühzeitig unter, da diese Dichtungen , als zu den vielen Dingen gehörend, welche nicht nethwendig zum Gesetzesstudium gehörten, in den Hochschulen nicht weiter gepflegt wurden. Schon Mar .Joch an an (um 250 n. Chr.) konnte sich nur dreier Fabeln aus dieser Sammlung erinnern, nämlich die, zu welchen Lev. 19, 36 — Ez. 18, 2 — Spr. 11,8 die resultirten Lehren enthielten.^ Da aber Mar Jochanan selbst diese drei, die er noch aus der Ueberlieferuug gekannt, in seinem palästinischen Talmud nicht verzeichnet hat, so ging auch dieser Rest jenes uralten Fabelbuches im Strome der Zeiten unter, und aus Raschi's^ und Häjas^ Angaben, wie diese Fabeldichtungen beschaffen gewesen sein sollen,^ läßt sich für jene frühere Periode nichts Bestimmtes entnehmen , obgleich Häja recht haben mag, wenn er darüber auf eine Anfrage fcicjt25 r „Und wisset, daß in jenen Fabeln enthalten waren Sittenlehren und Anleitungen, die R. Meir gleichsam auö dem Munde der Thiere vortrug, ganz wie das Buch der Indier, das man Kali La und Dimna nennt, wo ebenfalls Moral- und Weisheitslehren in Form von Thierfabcln vorgetragen werden. In solcher Werse waren die Fabeln des R. Meir, wo noch jede Fabel in eine Schriftstelle anslief, die den Sinn der Lehre gab." Fürst. II. In Nr. 31 des LB. des Orients giebt Hr. Luzzatto einige vorläufige Notizen über die „Poetanim", wobei er einige Verse als Probe mittheilt. In der letzten Strophe findet sich ein Vers: "ninno ■jnazi'a'ß' urudriu Hr. Luzzatto bemerkte hierüber, „ich will nur noch erinnern, daß das bw -)t&w in der letzten Verszeile wahrscheinlich unrichtig ist, doch weiß ich in diesem Augenblick keine andere Leseart vorzuschlagen"» Mir scheint als höchst wahrscheinlich, daß man statt 19) Sanh. 1. c. Häja im GA. der Geonim (eü. Salme?, 1765, f.) §. 13. 26) Ausdrücklich wird die weibliche Form gebraucht. 21) Sanh. 1. e. 22) Au Ez. 18, 2. 23) GA. 1. c. 24) Beide sind ausführlich mitgetherlt in Dukes' Rabb» Blumenlese e. 7. 25) GA.!. o. — OW welches allerdings gar kernen Sinn giebt, lesen müsse, und der Sinn wäre: ich will die Großthaten im Lobgebet v erze i chn en, wie die Qfannim in der Höhe. Dies letztere bezieht sich auf'die Stelle in Rabba Wajikra 3t, wo es heißt, daß alle Werke der Gerechten.und der frommen Väter in der n3D~)D und in dem "lDD ND3 verzeichnet sind. Ebenso in dem Keduschagebet zu tswn nddd pipnn an rrm. Berlin. Dr. B.....l. in. Heber die Bedeutung des Wortes mini. Schon Elia Lev i ta gedenkt dieses Wortes in seinem Ti sch bi, und bemüht sich dasselbe zu erklären; allein er war hierbei nicht glücklicher, als bei ähnlichen Fällen, wo er sich allein, oder in Verbindung mit seinem Chaschman (Cardinal) in das Gebiet der Etymologie wagte. Ich will hier nicht nochmals seine Erklärung abschreiben. Nach Aunz Gottesdienst!. Vorträge S. 440 ist „Ketowes (Räthsel)". Allein es dürste wohl ein Räthsel sein, woher er sowohl die Orthographie des Wortes selbst, als die Erklärung desselben durch „Räthsel" entnommen haben möchte. Rabia wirst Aunz vor, die Erklärung des Tischbi übersehen zu haben. Es ist aber gar leicht möglich, daß die Erklärung „Keto wes durch Räthsel" aus jener levitischen Weisheitsquelle geflossen sein möchte. Eine andere Erklärung dieses Wortes ist: rfiEni, von rpl lästern, scherzen. Auch hat jD'N bei Immanuel die Bedeutung von Possmmacher; aber auch dieses scheint unwahrscheinlich zu sein. Am natürlichsten scheint es mir, dieses Wort von dem Griechischen hqttcx§o$-- cottabus abzuleiten; dieses bedeutet ursprünglich einen gesellschaftlichen Scherz bei der Tafel, wo man den im Becher zurückgebliebenen Wein aus einer Entfernung, m. einkupfernes Beckemauf den Fußboden schleuderte, daß dadurch ein lauter Schall entstand, welchen man als Omen betrachtete, ob man von dieser oder jenen Schönen geliebt wird, und diesen Scherz nannten die Alten Cottabus (cottabum facere). Cf. Pitisci Lexic, antiq. Rom, Voce Cottabus. Abhandlungen von den Jüngern und deren Verrichtung (Leipzig, 1775) S. 154. Von dieser speeiellen Bedeutung ist es für Scherz, Spott im Allgemeinen übertragen worden, und so wird dieses Wort auch in mancherlei Beziehung gebraucht z. B. Chanukka Cottabus rc. Das Denominativ davon lautet (nach hebräischer Analogie) mit intensiver Bedeutung) PjPiS), und bedeutet Poffenmacher. Berlin. Dr. B......l.

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