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Der Orient · 1848-08-26 · Heft 35 (26.8.1848) · p. Seite 280

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 35 (26.8.1848)
Date
1848-08-26
Page
Seite 280 (sequence 15)
Language
German
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280 er gegen die Freiheitsmördcr auöziehet, Unschuldige in den Kerker wirft? Gesetzgeberl Die beste- Politik ist— gerecht zu sein, denn im Sieg der Gerechtigkeit offenbart sich die Gottheit, denn die Gerechtigkeit rächt sich fürchterlich an Jeden der sie beleidigt, der sie befleckt. Nationen gingen unter, Staaten horten aus zu sein, weil sie nicht wußten gerecht zu sein. Gibt es aber ein Himmel schreien d ere s Unrecht, als einen Th eil der Landesbe w o hner nur " mit L astcu bel aden, sie aber von den Wohlthaten deöStaates ganz ausschließen? Ungarn l Reichet die Bruderhand! Es liegt in Euretu, liegt in unserem Interesse, auf Theilnahme, auf Freundesherzcn rechnen zu können. Wir. sind geborene Freiheits-Märtyrer, unsere Vorfahren verbluteten in den Kämpfen um diesen Schatz und darum wissen wir ihren Werth zu würdigen. Was die dreitausendjährige Geschichte von unseren Ahnen verkündet, das haben auch wir bei den letzten Ereignissen, Ln den gefahrvollen Tagen bewiesen: daß wir nämlich für die Freiheit glühen, daß in Vaterlandsliebe uns keine Volköklasse übcrtrifft, daß kein Schlag , kein Unglück unsere Standhaftigkeit, unsere Ausdauer zu erschüttern vermag. In Erkämpsung der europäischen Freiheit haben unsere Glaubensgenossen überall mnthig gekämpft, — aus unfern Reihen fielen ebenfalls Opfer ans dem Altar der Volkssouveränität, und wenn auch erniedrigt, zurückgestoßen und mit Füßen getreten, eilten doch bei dem Ruf ,,Das Vaterland ist in Gefahr" Viele unserer Glaubensbrüder dem Tode entgegen, während ein beträchtlicher Theit der andern Nationalitäten Das zu thun unterließ oder sich gar mit dem Feind verbündete; Viele eilten mit größter Bereitwilligkeit und Begeisterung mit ihrem Vermögen zur Deckung der Landesbedürfnisse beizutragen. Im Gefühl der Gerechtigkeit unserer Sache hoffen wir, daß auch Sie uns gegenüber, von der Gerechtigkeit sich werden leiten lassen, von der Gerechtigkeit, d i e n i ch t G r: a d e, n i ch t halbe Maßregeln, n i ch t Rechte und Privilegien e r - theilt, sondern Rechtsgleichheit für alle E i n w o h u e r, ohne U n t e r sch i c d. Seien Sie gerecht, und mit diesem Schilde werden Sie siegen. Die gute Sache, für welche die ungarische Natiorr zu kämpfen berufen ist, wird alsobald viermal h rmr d e r t t a u s e n d begeisterte und a u fo p ke r u n g s f ä h i g e Männer g e rv i rr n e n. Pesth^ 24. Juli 1848. Im Austrage der. israelitischen Bewohner llngarns und der Neben Länder. Leon Holländer. Dr. Mathias Roth. Moritz Diner. Marlon Dinsi. Hermann Pappen heim? Dr. Friedrich Groß. Dr. Ignatz Schlesinger. Jakob Stcinitzer. Samuel Brill. David Lichtmann. Großbritannien. London, im Juli. Der bekannte Kalendolog Philip owski, der hier alljährlich ein hebräisches und englisches Jahrbuch Herausgiebt, läßt jetzt nach einer Handschrift des British Museum das mSnnn drucke», wovon die ersten Bogen bereits fertig sind. Der arabische 'Philosoph Abu-Nazr Mnhanuned el-Farabi, der Zeitgenosse Saadja's, hat sehr viele philosophische Werke geschrieben, die durch hebräische Uebersetzuugen derselben fast znm jüdischen Eigenthum geworden. El-Farabi's . ntatfiDm 'o ist aus der Leipziger RathSbibliothek, fcaö nnon- 'd, welches Ali b. Josef ''Habitte aus Aragonieu im Jahre 1470 übersetzt, ist in Parum, das K'p'Tin 'o in Oxford, das HNypnn fD, übersetzt von Jakob Antoli, in: Vatikan und in Parma, das ni.1v 'd in Wien, Vatikan und Parma, das rwnp *no hy rruv in Parma und das erwähnte n^nn.1.1, 'd, das sich auch im Vatikan und in Parma unter dem Namen n^nnn 'd befindet und von Samuel Jbn Tabon übersetzt ist, ist eine der wichtigsten Schriften el-Farabi's. Personalchronik und Miseellen. Arnsberg, Juli. Nach einem Bescheide der königt. preuß. Regierung vom 27. Juni ist die frühere Bestimmung von Bildung der Synagogengemeinden, wie natürlich, aufgehoben. Der Separatismus soll nicht wieder aufkommen. Frankfurt a.M., Juli. Die zwei Brüder Börne's, welche den Namen Baruch geführt, haben die Erlaubniß erhalten, den Namen Börne zu führen. Es ist ein Name von gutem Klange. * * Dessa u, Juli. Die Franzschule wird vielfach angefochten und wenn man die Vertheidigung liest, so möchte man fast glauben, mit Recht; die Schule scheint das treue Abbild der Sulamit zu sein. Bon der Elbe, Aug. Was die Rabbiner doch um das Judenthum besorgt sind? Jetzt wird nun eine „Synode" durchgedroschen, nachdem die „Versammlungen" der Rabbiner und die „Vereine" der Reformer gestorben. Wenn diese in ihrer Breitmäuligkeit erst eine Sache durchträtschen, dann ist sie im Voraus tobt. Verlag von C. L. Fr i tz sch e. Druck von I. H. Nagel.

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