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Der Orient · 1848-08-12 · 33 (12.8.1848) · p. Spalte 525-526

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
33 (12.8.1848)
Date
1848-08-12
Page
Spalte 525-526 (sequence 7)
Language
German
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525 Studien. Zuschrift an Mos. Mendelson. Die Rabb. des vor. Jahrh.'s v. Dr. Klein. 526 zendcn Vermögensyerhä'ltnissen war, so zu bedrücken, daß er zuletzt genöthigt war , sich außer, Stand,§u erklären, die ihm aufge^gte Steuer zu entrichten.— Frankel wollte ihm soweit gedemüthigr wissen, und nun schickte er, da rnitJm) ihn um ein Anrehn bat, demselben' 500 fl. CM. ins Haus. — Damals verfaßte rn? sein rDC^nö DD^D und gab darin Unterricht, um seinen Unterhalt zu finden. — Nach seinem Lode fand man aber in einem Winkel seines Bücherschrankes die 500 fl. versiegelt und unberührt, die er von R. Js. Frankel erhalten.habe, und die erbitte, demselben unversehrt wieder zuzuftellen. — Jene Zeit hatte nicht blos Koryphäen des Wissens sondern auch Koryphäen des Charakters, die auch -Hinblicke auf die Gegenwart bieten. — Da Sie von R. Serachs Kühnheit in seinen Äußerungen zur damaligen Zeit sprechen, so gestatten Sie mir etwas Aehnliches von R. Jecheskel. Landau zu bemerken. — Er sprach sich einmal also aus. Der £s?"-dS hätte alle seine weglaffen dürfen, wenn er nun seine zwei “pD^I mmDD mwcb ]H*nD (ti'h m) Dm und ni'ii bw o^ira oynu' l'*D '*0 D&y ' weggelassen hätte! Will das nicht viel sagen von einem R. Jech. Landau. — Ich gehe nun ferner auf Ihren Aussatz im Orient über, der mir die Gelegenheit bot, mich Ihnen brieflich nähern zu können, und werde mir erlauben, Anhängsel und Glossen als Randbemerkungen zu einigen Koryphäen zu geben, obgleich ich im Voraus bemerken muß, daß Sie eine zu gute Meinung von mir haben, wenn Sie in Ihrem lieben Schreiben aussprechen, ich sei des Faches da kundig. Sie haben aus Schriften geschöpft; was ich mir "erlauben werde Ihnen zu schreiben, ist rein HDD geschöpft; ich habe während meines Aufenthalts in' Prag das Glück gehabt, meine Liebe zum Forschen über das Leben der dortigen frühern Koryphäen aus sehr guten Quellen befriedigen zu können, imb auf sie werde ich mich auch größtentheils beschränken müssen. Ich werde das Ganze in Art von 'Memoiren oder sogenannten in Frankreich so beliebten Contemporains zu geben versuchen. — Glauben Sie dann Einzelnes daraus für die Oeffentlichkeit geben zu können, so würde ich mich dadurch sehr geehrt fühlen; sowiel sei noch zu sagen erlaubt, daß gerade innerhalb der jüdischen Geschichte solche Memoiren fehlen. — Hr. David Friedländer in Berlin hatte in der Zeitschrift „Iedidjah" von Dr. Heinemann einen guten Anfang dazu gemacht , da er über unfern Moses Mendelsohn manches sehr Interessante erzählte. — Doch ich beginne nun selber! lieber Ionatan Eybenschütz also! Wenn Sie"glauben, daß zu seiner Zeit der Rausch, in welcher Sabbatai Zebi die jüdische Welt versetzt hatte, bereits verflogen war, so scheinen Sie mir zu irren. — Gerade zu seiner Zeit hatte der Kreis der Anhänger Sabbatai's sich innerhalb großer Gemeinden erweitert. — Was ich davon weiß ist folgendes. Als R. Jonathan noch in Prag war, also bevor er nach Metz und von da nach Altona ging, hatte sich in Prag besonders große Hinneigung zum Sabbatäismus gezeigt; nicht als ob R. Ionatan davon wäre ergriffen worden, denn das glaube ich auch nicht, trotz der Anmerkung bei Jost IX. im Verzeichniß S. 48: gegen diese Anschuldigung sprechen vielmehr ein Brief in 2 Lhl. des 200 nu ~~ Brief 28—29 und ein-eigner BriefEybenschütz's im non D“Ü. 2 Lhl. 2.Rrief S.32—38 und dazu S. 232—236). Allein seine Vorliebe zur Kabbala und sein häufiges Anwenden von n^Op hatte ihn stark ver-- dächtigt. — Nun kam es, ,bag R. Ionatan in Prag unge-. mein viele Freunde und Anhänger zählte, die nach R. Dav. Oppenheimers Lod ihn gern zum Nachfolger im Landrabbinate wünschten; (denn damals, war der Rabbiner zu Prag zugleich auch böhmischer Landrabbiner) allein eine andere Partei setzte es durch, daß R. Jecheskel Landau aus Jampele in Russisch Polen, damals erst 36 Jahr alt, berufen wurde. — R. Jecheskel hatte durch seinen '-p,7Q JHU schon eine große Celebrität erreicht, andererseits aber auch dadurch seine .Stelle eingebüßt. — Da ich nicht weiß, ob Ihnen dies bekannt ist, so erlaube ich mir es Ihnen mitzutheilen. In Iampele hatte eine jüdische Frau eine nDNJD nw gebuhlt nbyD nnn; diese Frau gehörte aber der vornehmsten Familie dort an. — R. Jecheskel war energisch dort aufgetreten und hatte einen [V| bewirkt; darüber aber auch mehrere riW gewechselt und sie dann im 1. Lheil seines rnfTO plü veröffentljcht; dies erbitterte die Familie der Art, daß er nicht nur seine Stelle verlassen mußte, sondern sie brachte es auch dahin, daß von Seiten der Censur in einer 2. Auflage die dahin bezüglichen wegbleiben mußten. — Daß die Freunde R. Ionatans meist schon ergraute Männer voll tiefer Gelehrsamkeit, wie R. Salomo Koref, R. Serach Eidlitz, R. Esraim Wehli) mit scheelen Augen auf R. Jecheskel sahen, ist zu denken; andererseits fand diese in seiner Partei auch mächtige Freunde (wie den Ihnen schon bekannten R. Is. Frankel), und so begann von vornherem die Reibung/ obgleich R. Ionatan nicht mehr zugegen war, sie ging so weit, daß R. Jecheskel, so sehr er sich darum bemühte, nicht mehr böhmischer Landrabbiner wurde, sondern allein auf das Prager Rabbinat beschränkt ward. — Wenn auch Eifer für das Gute so war doch sicher auch Neid wir im Spiele, wenn N. Jecheskel gegen R. Ionatans Anwendung der niJTDp und Hinneigung zur Mystik sich aussprach; seine hohe Gelehrsamkeit mußte er selbst anerkennen und er sagte ein Mal: Es würde mich auf R. Ionatan gar nicht so sehr verdrießen, (diese Neigung zum Sabbataismus) wenn ich nicht wüßte, daß er ein so großer pß1? wäre." Wenn aber N. Jakob Emden, der allezeitfertige Schreier und Schreiber, offen auftrat, so that dies N. Jecheskel mehr versteckt. — Allein der Anhang des Sabatai Zebi war auch zu s. Z. wirklich stark in Prag, so daß man mir sagte, weit der größere Lheil der Gemeinde in Prag habe sich ihm hingeneigt; besonders waren es zwei alte sonst vortreffliche Männer, R. Iosua Bondi und Wehli, welche in ihren weitverbreiteten Familien die Lehre des Sabbatai verbreiteten rmd mit Zurücksetzung des Talmuds den Sohar als das heiligste

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