Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1848)
- Date
- 1848-08-12
- Page
- Seite 263 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2360092-2360526-2360560--6512-3534363- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 263 — ljgion auf die Laufe, die doch ursprülrglich auch nur eine Reinigung war, anwendelen. Daß Purimfest wurde, wie ich. schon vermuthet, niemals bei den Falaschas gefeiert, wie mir d'Abbadienach dem Diakonus Jzra schreibt. Hierauf wiederholt mir d'Abbadie , da er seinen Brief an des Journal des Debats nicht vor sich hat, einige in demselben schon veröffentlichte Notizen, die ich nicht mittheilen will; ich will nur die neuen Notizen.hier mittheilen: Heiliges Oel.. Man brauchte es, um Aaron zu weihen, heutzutage ist es nicht mehr vorhanden. S o n n ab en dsa b b a t, der in Abbyffinien „alter Sabbat" (Kadmi) heißt, im Gegensätze .zum neuen, dem Sonntagssabbat. Ihr sagt auch, frug ich, Kadmi, erkennt also hierin unfern Sonntagsabbat an? Nein, erwiederte der Falascha entrüstet. Sonnabend heißt der'alte (Kadmai), weil er vor der Schöpfung schon eingesetzt war; es gab damals nur.einen Lag, nämlich Sabbat oder Sonnabend. — Ich erinnere mich nicht früher wo diese kostbare Erklärung vom Sabbat gehört zu haben. Gottesdienst der Mönche. ' Dieser zerfällt in '9 Lhkile: , 1) K.alluhu, früh vorm Hahnenschrei. Man erwähnt in demselben die sieben Märtyrer. 2) Zarhaku, beim Hahnenschrei. . 3) Im izie, wenn die Sonne'zu wärmen beginnt. 4) Maharänni, gegen 1L Uhr Vormittags. 5) qidus, gegen 3 Uhr Nachmittags. , 6) mahari, um 4 Uhr Abends. 7) Itibarik, bei anfangender Dunkelheit. 8) ba Salamka, zum Schlafengehen. 9) Wäbizuha, um Mitternacht. Die Falaxas behaupten, 'wie ich gleich am Anfänge gesagt, zur Zeit Salomons nach'AbyssinLen gekommen zu sein. Das wird, den nicht Wunder nehmen, der weiß, daß die Juden in Jspahan und Arabien seit Mosis Zeit daselbst zu wohnen behaupten, daß nach den Muselmännern ein großer Lheil des jüdischen Volkes nach d'em Lode deSJosua der äußersten Grenze Asiens, jenseits China, zugewandert ist, daß die Juden in Ulm und Worms dort vor Beginn der christlichen Aeca zu J. wohnen vorgaben, und daß die spanischen Juden wie die Falaxas zur Zeit Salomos auf die iberische Halbinsel gekommen fein sollen. Diese Ueberlieferung der Falaschas, die auchdie Christen in Abyffinien^ angenommen, zu berichtigen, oder 'vielmehr ihren Ursprung nachzuweisen, gehört nicht hierher und würde zu weit führen. Deßhalb will ich weder die Konjektur des d'Abbadke über den Ursprung der jüdischen Sekten in Abyffimen, die er in seinem ersten Briefe im Journal des' Debats und in seinem zweiten Briefe an mich gemacht, noch meine von der des d'Abbadie abweichende Konjektur hier mittheilen. Und zwar letzteres um so weniger, als ich doch um ■ aufrichtig zu sein, am Schluß die Worte an den Leser hätte richten müssen, die d'Abbadie mir geschrieben: „Neh men Sie m eine Kon jek.tur einfach für>as hin, was sie ist." Es steht zu erwarten, daß.die Antwort des Abba Jshaq auf meine Anfragen ein neues Licht auf die wichtige Angelegenheit werfen wird. Ich schliche diesen Artikel mir den Schlußworten des d'Abbadie in seinem Briese an mich, die eine neue und wichtige Lhatsache enthalten. „Nach meinen letzten Erfahrungen, die durch fünf verschiedene Personen bestätigt sind, muß ich glauben, daßder geheimnißvolle Codex, welchen mein Bruder vor sechs Jahren Herrn Reinhard mittheilte, bei den unter den verschiedenen Stammen von Gurage sowohl,,als auch unter den Kamba, Walayza und andern südlichern Völkern zerstreut wohnenden Juden in Gebrauch ist. Das Land Gezzo , unterm vierten nördlichen Breitengrade wird von Falaxas j bewohnt, und von einem Könige derselben regiert« Dies ist das einzige Land in der ganzen Welt, in dem die Juden, noch unabhängig sind." - Philosseno Luzzatto« Lieder eines Juden von Emil LehmaAN» . VII. In dieser Nacht. - , . (Frei nach dem Hebräischen.). Zum 9. Ab. In dieser Nacht, in dieser Nacht Ward Gottes Haus verheeret, Da ward des Heiligthumes Pracht Von Flammen aufgezehret. — Wein' Israel, laß Klag' erschallen, Der Tempel Gottes ist gefallen! In dieser Nacht, in dieser Nacht - Seufzt Juda, das verbannte; Hinausgedra'ngt von Feindesmacht Irrt es im fernen Lande; Laß Thränen netzen deine Wangen — Du bist verbannt — du bist gefangen! In dieser Nacht, in dieser Nacht Ward Juda Feindesbeute; Wohl haben d'rob sie hohngelacht, Wohl groß war ihre Freude! Wein' Juda! Einst d.er Völker Krone — Nun wardst den Feinden du zum Hohne! In dieser Nacht, in dieser Nacht ' Da büßten wir die Sünden; Da ließ uns Gott in blut'ger Schlacht Von Feinden überwinden. .Wein' Juda — da du Gott verlassen, Ließ er auch dich '— den Zeindesmassen! In dieser Nacht, in dieser Nacht Begannen Schreckenszeiten; Schied von uns Freiheit, Ehr' und Macht, Naht' Druck und Schmach und Leiden. Wein' Israel. — einst siegestrunken Bist du zum Sklaven nun gesunken.'