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Der Orient · 1848-08-12 · Heft 33 (12.8.1848) · p. Seite 257

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 33 (12.8.1848)
Date
1848-08-12
Page
Seite 257 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. BuLhandlungen auf ein Jahr. für Wische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelinäßia. 1848, Leipzig, tcn 12. 2lngust Inhalt. Deutschland's vereinigt eStaaten Don der Elbe. Ueber die fociale Stellung der Juden in der Neu: zeit. Die gemischten Ehen. Civilehe'n. Frankfurt a. M. Die protestirende Eingabe des Vorstandes gegen die Verfügung der gesetzgebenden Versammlung.' Homburg v. d. H. Gestattung der Misch- und Civilehe. Leplitz. Erfreuliches über gegenseitige Duldung. — Die Juden in Abyssimen. Von Fklosseno Luzzatto. Ein Sendschreiben. Aus dem Franz, .übersetzt v. E. Lehmann. —- Lieder eines Juden. VII. und Vlll.- In dieser Nacht. Zum'9. Ab. — Personalchronik unt> Miscellen. Lions. Wien. Lysmenitz. Brünn. Wien. Boskowitz. Papa. Jassy. — L.B. d. Or. Deutschlands vereinigte Staaten. Von der Elbe, 1. Ang. (Etwas über die sociale Stellung der Juden in der Neuzeit.) Was wir so lange ersehnt und erharret, wofür nun ein Jahrhunderd hindurch gekämpft und gestritten worden ist — die Gleichberechtigung der Juden mit ihren christlichen Mitbürgern — das wird, so hoffen wir, in wenig Wochen nicht mehr zu den schwebenden ,,Fragen^, sondern zu den entschiedenen Thatsachen, ben fails accoinplis gehören. Nicht lange, unt> der Messias, um den Jahrtausende hindurch'gebetet worden, ist erschienen, und unser Vaterland ist uns gegeben; derMkssias aber ist dieF reihert, unser Vaterland: Deutschland. Deutschland, darin seit den ältesten Zeiten, vielleicht schon vor Einwanderung der Germanen unsre Väter wohnten; Deutschland, daS sie zu Kammerknechten erniedrigte, ihnen finstere Judengassen zur Wohnung anwies, Judenzeichen anheftete, das sie bald ,, ausschaffte", bald für hohes Schntzgeld wieder dinließ; Deutschland, dessen größte Männer: Luther und Friedrich II., sich den Juden am feindseligsten gezeigt: -— Deutschland ist nun zurnckgekommcn von Vorurtheilen vergangener Jahrhunderte, es schämt sich der Unbilden, die es unfern Vätern zugefügt, und giebt uns, den Söhnen, mit Freuden die Menschenrechte Zurück, die nur Barbarei deö Mittelalters dm Vätern entziehen und vorenthalten konnte. Wir werden nun Deutsche sein» Noch waren wir es nicht; bisher war es, nach der Ansicht der Fürsten der heiligen Allianz, der Regierungen von Gottes Gnaden nur Anmaßung, wenn einzelne Juden für ihr Vaterland begeistert sich hervorthatm, wenn sie kämpften für Deutschlands Wohl. Man hielt es ‘ für Anmaßung, als die Juden auch mit ihrem Blute die Schlachtfelder von Leipzig und Waterloo düngten, als auch sie, die Geächttteii, mit Theil nahmen an dem Kampfe Deutschlands wider Napoleon. War es nicht so? Mit' welchem Rechte hätte man sonst damals den Juden, die gleiche Tüchtigkeit, gleiche Vaterlandsliebe mit ihren christlichen Brüdern auf dem Schlachtfelde bewährt hatten, die Gleichberechtigung versagen, mit welchem Rechte hätte man behaupten können, die Juden seien Fremde, ,,Fremde, deren einziges Ziel Palästina fei"? Und' man ha! es gesagt, und noch vor einem Jahre hat die Negienlng eines großen deutschen Staates diese Worte zu äußern sich unterfangen. — Doch lassen wir dies. Ueber diese Regierung und über'ihr System hat der 18. März du Urtheil gesprochen, sie gehört Gott sei Dank nicht mehr zu den bestehenden, und — de mortuis nil nisi beite. ,,Die Juden find D entsch e, sind wie die Christen Mitglieder des großen deutschen Ge sam mtpaterlandes und ihnen durchweg gleichberechtigt." — So - werden wir es bald aus-' sprechen hören von den Männern, die in Frankfurt tagen, von der Nationalversammlung, die Deutschlands beste 33

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